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Ost und West · 1901-05-01 · Heft 5 (Mai 1901) · p. Seite 391 - 392

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Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 5 (Mai 1901)
Article
Revue der Presse
Date
1901-05-01
Page
Seite 391 - 392 (sequence 2)
Language
German
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391 Revue der Presse. 392 Erfolg bemüht, die durch die vorjährigen Enttäuschungen nur momentan zurückgedrängte Auswanderungslust in gesunde Bahnen zu lenken. So hat sie in diesem Frühjahre bereits zwei Auswanderungszüge von je 250 Personen aus der Moldau nach Canada abgehen lassen, welchen im Laufe dieser Woche eine noch stärkere Auswanderungsgruppe nachfolgen soll. Die Auswanderer-Abteilungen bestehen diesmal nicht wie im Vorjahre aus zufällig zusammengelaufenen, grösstenteils aus Weibern und Kindern bestehenden Haufen, sondern es werden zu den von der „Ica" unterstützten AuswanderungsgrUppen nur arbeitsfähige Männer zugelassen, indem man von der völlig begründeten Ansicht ausgeht, dass es denselben leichter sein wird, sich in den ihnen in Kanada angewiesenen Niederlassungsplätzen ein neues Heim zu schaffen, als wenn sie gleich nach ihrer Ankunft in Nordamerika für ihre Familienangehörigen sorgen müssten. Doch werden die in Rumänien vorläufig zurückbleibenden Familien der übrigens in der Minderheit befindlichen verheirateten Auswanderer bis zur Zeit, in welcher sie denselben in die Fremde nachfolgen können, in ausreichender Weise unterstützt. Allgemeine Zeitung des Judentums: Die kaiserlich ottomanische Post- und Telegraphendirektion in Jerusalem hat im Judenviertel eine Filiale des ottomanischen Hauptpostamtes eröffnet, in dem jüdische Beamte den Dienst versehen. Der Postdienst ist ganz nach europäischem Muster organisiert. Alltäglich, mit Ausnahme von Sonnabend und den jüdischen Feiertagen, werden angekommene Briefschaften ausgefolgt und abgehende befördert. Dasselbe Blatt berichtet: Die neue serbische Verfassung garantiert volle Gleichberechtigung für alle Bürger des Landes und religöse Freiheit für alle Bekenntnisse, auch für das jüdische. Die „Zukunft" schreibt zum Thema der Auflösung des Stammhauses der Familie Rothschild in Frankfurt a. Main: Gerade die überraschende Thatsache, dass Rothschilds Erben Deutschland den Rücken kehren, ist ein Beweis dafür, dass die ewigen Schikanen zunächst die Besten verdriessen. Man denke von den Rothschilds, wie man will: sie sind jedenfalls keine Jobber; sie betreiben nicht das Gewerbe, die Leute zum Börsenspiel zu verleiten; ihr Vermögen stammt auch nicht von der Ausraubung grosser Arbeitermassen. Und wenn sie fremden Staaten zu oft nicht ganz bequemen Bedingungen Geld liehen, so haben wir in Deutschland eigentlich keine Veranlassung, ihnen deshalb gram zu sein. Aber wohl nicht nur die Gesetzgebung treibt den Freiherrn von Rothschild aus Deutschland; wahrscheinlich wirkt da ein Umstand mit, der im engsten Zusammenhang steht mit jenem eigenartigen Geist, von dem unsere innere und äussere Handelspolitik durchweht ist. Lord Rothschild und Baron Rothschild sind in London und Paris einflussreiche Männer. Sie sind Peers, die etwas gelten. In Deutschland dagegen gelten, bei Licht betrachtet, schon unsere ersten Kaufleute so gut wie nichts. Gewiss, man pumpt sie an, man frühstückt mit ihnen, man besucht wohl auch ihre Villen. Aber wenn es schliesslich dazu kommt, macht man Gesetze gegen sie und „fördert" ihre Handelsbeziehungen zu fremden Staaten durch Entsendung von Generalfeldmarschällen und Kriegsschiffen. Geht es aber so schon unseren ersten, wenn sie arischer Herkunft und blondhaarig sind, so bleiben die Barone Rothschild in unserem Beamten- und Soldatenstaat, doch nur die Juden Rothschild, — so eifrig man sich auch bemühen wird, diese innere Anschauung durch äussere Höflichkeit zu übertünchen. Die mit ihnen sich gut verhalten müssen, werden sich den Umgang freilich gefallen lassen; aber sie werden, wie unser Museumsdirektor Bode, innerlich die beneiden, deren gesellschaftliche wie finanzielle Unabhängigkeit gestattet, den „jüdischen Plattfüssen4* zu verbieten, „ihre Teppiche zu beschmutzen". Wer will es den Rothschilds verargen, dass sie lieber da bleiben, wo allen Bürgern neben wirtschaftlicher und religiöser Freiheit auch die wichtige gesellschaftliche Gleichheit gewährt wird? Steinwalze zum Zerkleinern der Ackerschollen. Sarona bei Jaffa. Brunnen zwischen Jaifa und Sichron Jacob. ^0&*&^^i^**&*^*^^i^*^0*&*^^i^*&*^*^^^**&^*f&lm^^fim f***^**?* m^ß^t^m^ß^m Abonnementspreis für das Halbjahr in Deutschland und Oesterreich Mark 3,50, für das Ausland Mark 4,— für Russland ganzjährig 4 Rubel, halbjährlich 2 Rubel. Einzelhefte ä 35 Kop. -■-— Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, durch alle Postämter des Deutschen —-->~ Reiches unter No. 5785 a der Postzeitungsliste und durch die Expedition dieser Zeitschrift.----- Auaeigen 75 Pfg* die viergespaltene JVonpareillezeile, grössere Anzeigen nach Tarif, bei Wiederholungen Rabatt. Stelen-Gesuche und -Angebote zum halben Preise. Adresse für die gesamte Korrespondenz: S. CALVARY & Co. (Inh. HUGO BLOCH) Verlagsbuchhandlung und Antiquariat» Berlin HW„ Heue Wilhelmstrasse h 0**&*&*+*^*&il^*ti+^X&*00mj**^***&+^ Verantwortlicher Redakteur: Leo Winz, Berlin W., Wilmersdorferstr. 117. — Verlag von S. Calvary & Co., Berlin NW .7. Fu% den Anzeigenteil verantwortlich: Hugo Bloch, Berlin. — Druck von Pass & Garleb, Berlin W. 35.

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