Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 1 (1901)
- Issue
- Heft 4 (April 1901)
- Article
- Revue der Presse
- Date
- 1901-04-01
- Page
- Seite 311 - 312 (sequence 2)
- Language
- German
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311 Revue der Presse. 312 und kleinere Dichtigkeit der jüdischen Bevölkerung im Ostende Londons durch verschiedene Färbung der Strassen und Quartiere dem Auge veranschaulicht. C. C. S. Die Schlesische Zeitung bespricht einen Vortrag des Privatdozenten Dr. Pillet über den ewigen Juden.' „Die Sage vom ewigen Juden taucht zum erstenmal im 13. Jahrhundert in Europa auf, wo sie in zwei von einander etwas abweichenden Fassungen nach der mündlichen Erzählung eines armenischen Erzbischofs aufgezeichnet wurde. Bald darauf stellen sich an verschiedenen Orten Berichte ein, die von selbsterlebten Begegnungen mit dem unstäten Wanderer sprechen und mehr oder minder genaue und wunderbare Beschreibungen von ihm geben. Eigentlich heimisch und allgemein" bekannt ist diese Sage aber während des 13. bis 15. Jahrhunderts nur in Italien, während in anderen Ländern nur ganz spärliche Anspielungen sich finden. Im 17. Jahrhundert lebt die Sage neu auf, als im Jahre 1602 von einem unbekannten Verfasser in Deutschland ein Volksbuch mit dem Titel „Ahasverus" erschien. Dieser Name tritt hier zum erstenmal auf. Der Autor mag im wesentlichen aus mündlicher Ueberlieferung geschöpft haben; der Hauptzweck, den er mit seinem Buche verfolgte, war der, durch seine erbaulich-moralische Erzählung die scherzhaften und leichtfertigen Volksbücher vom Till Eulenspiegel; von Marcolpho, von Dr. Faust u. a. zu verdrängen. Sein Erfolg war ungemein gross. Nicht bloss in Deutschland wurde das Buch oft neu aufgelegt, es erschien auch in fast allen europäischen Sprachen übersetzt oder bearbeitet bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein. Auch Eugen Sue's Roman gehört in diesen Zusammenhang, da gerade er auch die Kenntnis der Sage in sehr weite Kreise getragen hat. Im einzelnen hat diese bei solchen Wandlungen manchen neuen Zug angenommen, das Wesen des Helden aber blieb in der Hauptsache unverändert. Er erscheint immer weniger schrecklich als hilfsbereit und freundlich, und er erweckt stets mehr Mitleid als Grauen. In Deutschland kennen die Bewohner des Westens die Sage ziemlich genau, während sie im Osten, namentlich auch in Schlesien, ganz unbekannt ist. Eine typische Haggada-Illustration. t*i^^****»^^*kf**&**^4*^ft^^+^**^j^^**^+i0*m>f^^ Abonnementspreis für das Halbjahr in Deutschland und Oesterreich Mark 3,50, für das Ausland Mark 4,— ---------.-.-^- Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, durch alle Postämter des Deutschen-----.—----■—■ —-----Reiches unter No. 5785 a der Postzeitungsliste und durch die Expedition dieser Zeitschrift. —-----------—- Anseigen 75 Pfg. die viergespaltene NonpareiUezeile, grössere Anzeigen nach Tarif, bei Wiederholungen Rabatt. Adresse für die gesamte Korrespondenz: S. CALVARY & Co. (Inh. HUGO BLOCH) Verlagsbuchhandlung und Antiquariat, Berlin M„ Heue Wilhelmstrasse L •*++4*+^m*&+^kf*+*^**^+^^**0*+^mj*^*+*^ Verantwortlicher Redakteur: Leo Winz, Berlin W., Wilmersdorferstr. 117. — Verlag von S. Calvary&Co., Berlin NW.7. Für den Anzeigenteil verantwortlich: Hugo Bloch, Berlin. — Druck von Pass & Garleb, Berlin W. 35.