Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 19 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November-Dezember 1919)
- Article
- Rudolf Marcuses Völkertypen aus dem Weltkrieg
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 281 - 282 (sequence 1)
- Language
- German
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28t Rudolf Marcu&es Völkertypen aus dem Weltkrieg. 282 RUDOLF MARCUSES VOELKERTYPEN AUS DEM WELTKRIEG. Von Dr. Max O s b o r n. Die Büsten und Statuetten, die Rudolf Mar* c u s e in langer, mühevoller A rbeit während des Krieges in deutschen Gefangenenlagern modellierte (und deren gesamte Reihe kürzlich im Berliner Künstlerhause ausgestellt wai), waren ursprünglich für das Reichskriegsmuseum^bestimmt, dessen weit* RUDOLF MARCUS E, Berlin Russe Geschichte und wissenschaftliche Forschung gibt, hat sich der anthropologischen Be* trachtung eine so reiche Fülle von Studien* material dargeboten, niemals waren Beob* achtungen und Vergleiche so mühelos aus unmittelbarer Anschauung zu gewinnen. Von Vertretern ältester Kulturen bis zu Abkönim* Jingen wilder Stämme waren typische Er* scheinungen in ganzen Massen vorhanden; dazwischen standen die Repräsentanten. der großen europä ischenNatione n. Deutsch* ]and glich einem riesigen anthropolo* gischen Garten, dessen Wert noch dadurch gesteigert wurde, daß die Völker die Blüte ihrer männlichen Mitglieder ins Feld geschickt hatten. Die Forschung brauchte nur zu wählen und konnte ihre Tätigkeit an er* lesenenMenschenexemplaren,die dem Idealtypus ihrer Rasse am nächsten kamen, an Kämpfern vom Jünglingsalter bis an die Grenze des Greisen* tums anknüpfen. Schon Heimann Struck hatte in einer Sammlung yon vor* trefflichen Zeichnungen diese hundertfach ver* schiedenen Köpf«e festge* hallen; mit einer Einleitung Felix von Luschans sind seine Blätter herausge* geben worden. N un sollte auch der Bildhauer sein Wort sagen, der mit den Mitteln seiner Kunst noch ganz anders und erheblich eindringlicher aIs der Maler und Zeichner seinen Bericht erstatten konnte. Es waren also zunächst und vor allem sachliche, dokumentarische Zwecke, denen Marcuses Arbeit galt. Für später« Zeiten, wenn das märchenhaft bunte Völkergemisch sich wieder aufgelöst hätte, sollten authen* tische Zeug* nisse seiner Wunder herge* stellt werden. Es kam darauf an, mit mög* lichster Treue und Naturhin* gäbe den gan* zen erstaunlichen umfassenden Plan LudwigJusti entworfen hatte. Der Gedanke war, die einzig dastehende, menschlicher Voraussicht nach, nie wiederkehrende Gelegenheit zu benutzen, die Angehörigen fast aller Völker und Rassen der bewohnten Erde auf übersehbarem Raum zu vereinigen. Niemals, solange es menschliche RUDOLF MARCUSE, Berlin Tscherkesse