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Ost und West · 1919-09-01 · Heft 9-10 (September-Oktober 1919) · p. Seite 231 - 232

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Journal
Ost und West
Volume
19 (1919)
Issue
Heft 9-10 (September-Oktober 1919)
Article
Hugo Kaufmann
Date
1919-09-01
Page
Seite 231 - 232 (sequence 2)
Language
German
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231 Hugo Kaufmann. 232 iUQO, KAUPMANN Weibliche tümlichen Augsburg grüßt uns der Goldschmiede* brunnen entgegen als ein Zeichen ehrwürdiger Zunft. Fast schüchtern tritt der wackere Bursche auf, der in der Rechten den kunstvoll geformten Pokal hall, mit der Linken sozusagen den BeifalL von sich abwehrend und auf die anderen deutend, die ihn das edle Handwerk gelehit und es mit ihm zum Ruhme deutschen Fleißes und deutscher Arbeitsamkeit üben. Eine bieder * ehrliche Er? scheinung, ein Jüngling von echtem Schrot und Korn, kraftvoll und maßvoll zugleich. Groß und erhaben wirken aber nicht nur Kaufmanns Monumentalwerke; auch mehrere Klein? plastiken erheben sich weit über das Maß des sonst Gebotenen. So hat der Künstkr z. B. einen neuen Typ der Medaille geschaffen, indem er die doppel? seLtige Plakette auf einen Sockel stellt und somit die Schaumünze zu einem ornamental weit mehr zur Geltung kommenden plastischen Werk um? gewandelt hat. Die Virchow?PIakette ist der Ehren? preis der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, die sie alljährlich dem würdigsten Forscher verleiht. Hier bewundern wir die eminente Porträtkunst des Meisters,- die die Züge des großen Gelehrten der Nachwelt bewahrt hat. Dieses Bildnis — wie die des Malers Fritz von Uhde und Scheidemanns — wir es uns entsagen müssen, sie auch nur namentlich aufzuführen. Ich verweise auf meinen Artikel im Februarheft 1911 dieser Zeitschrift und erwähne hier nur noch einige seiner letzten Monumental? werke. In den Parkanlagen des Homburger Kurparkes erhebt sich Hugo Kaufmanns Samariterbrunnen. Das Werk ist der Ausdruck dankbaren Gedenkens der stillen Helden, die die tausendfältigen Wunden, die der Krieg geschlagen, zu heilen bemüht sind, ein Wahrzeichen der helfenden Kraft, ausgedrückt in zwei Figuren. Ein freundlich und milde drein? blickender Greis, dessen ernste Züge jedoch tiefstes Mitgefühl für die leidende Menschheit verraten, neigt sich zu einem am Boden hingestreckten, er? matteten Krieger und reicht dem sich mühsam Aufrichtenden einen L«ibetrunk. Die erhabenen ruhigen Linien, die diese Figuren umschlingen, die geschlossene Form der Gruppe und die aus einer strengen Harmonie erwachsende Größe werden erhöht durch die strengen architektonischen Formen des Brunnenbeckens, das mit dem Bildwerke zu einem einheitlich wirkenden Gesamteindruck zu? sammenwächst. Ein anderer Brunnen ist historischen Erinne? rungen gewidmet. In den stillen Straßen des alter? HUGO KAUFMANN iNaiional-GaWe Bildnis Fritz v. Uhde Berlin)

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