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Ost und West · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November-Dezember 1921) · p. Seite 319 - 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
21 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November-Dezember 1921)
Article
Jeanette Wohl
Date
1921-11-01
Page
Seite 319 - 320 (sequence 5)
Language
German
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319 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 320 dieser selbst reumütig seine Anzüglichkeiten zurück, zwar trat die öffentliche Meinung teilnehmend für sie ein. Dennoch' hat sie die Kränkung nie völlig verwunden, wenn sie sie wohl auch als letztes großes Opfer betrachtete, das sie den Manen des Freundes hat darbringen müssen. — — — Die Geschichte wertet gewöhnlich einseitig nur nach dem Maßstab der künstlerischen, der wissenschaftlichen oder politischen Befähigung und Produktivität. Sollte sie nicht einmal auch dazu übergehen, jener Wirkung nachzuspüren, die manche Menschen hervorrufen durch ihr bloßes Sein, durch die Wärme, den Schwung und die Kraft ihrer Persönlichkeit? Sie würde dann in die Klasse dieser rein menschlichen Begabungen die Freundin Ludwig Börnes ganz sicherlich mit einreihen. DIE ZWEITE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTSAMMLUNG DER JUEDISCHEN GEMEINDE ZU BERLIN Von Moritz Stern. IV. Jüdischer Ritus. 195. Beschneidung. S. 196—197. Barmizwa. S. 198—199. Taschlich* und Reisegebet. S. 200-201. Thoraschmuck. G. Anhang: 202-209. Amulette. S., Bl. 210. Kabbalistische Medaille. Z. Wie Gebäuden und Einrichtungen des jüdischen Gemeindewesens, so wurden auch verschiedenen Er* eignissen des religiösen Lebens Medaillen gewidmet. Zur Feier der Beschneidung hat der Utrechter Mohel Jehuda Elieser Dab die Medaille Nr. 195 herstellen lassen, als „Zeichen des Bundes" ist der Kisse schel Elijjahu hanawi, der Milastuhl, abgebildet. Bei den von ihm ausgeführten Be* schneidungen verehrte Dab ein Exemplar dem Sandik, dem Gevatter, der auf dem Stuhle das zu beschneidende Kind hält, dann aber auch dem Vater des Kindes und somit diesem selbst. Da der Name des Schenkers auf der Medaille stand, besaß das Kind, wenn das Stück aufbewahrt wurde, eine sichtbare Erinnerung an den Mann, der den Bund Abrahams an ihm besiegelt hatte. Ähnliche Andenken an die Barmizwa* fei er stellen die Medaillen Nr. 196 und 197 (Abb. 1) dar. Auf der ersteren er* blicken wir die Gesetzestafeln mit der Unter* schrift: „Halte diese Gebote", auf der Rückseite den Satz: „Wohl dem, der Freude an seinen Kin* dern erlebt" und den hebräischen Abb. 1. Barmizwa*Medaille Psalmvers 119, 108. Auf der letzteren ist ein Greis dargestellt, der einen Knaben und ein Mädchen segnet, mit der Um? schrift: „Wer die Gebote bewahret, der bewahret sein Leben" (Sprüche Salomos XIX, 16), im unteren Abs? schnitte sind wieder die Gesetzestafeln abgebildet; auf der Rückseite lesen wir den Segensspruch: „Der Herr lasse dich wie Ephraim und Menasche werden, der Herr lasse dich wie Rahel und Lea werden". Die Abbildung des Mädchens und der Hinweis auf Rahel und Lea (Sara und Rebecka fehlen) zeigen, daß die Medaille auch zum Geschenk bei der Feier der modernen Mädchenkonfirmation ge* dacht ist. Niemand wird behaupten, daß besonders ge* eignete Texte gewählt sind und sie auf den Barmizwa? knaben einen tiefen Eindruck machen werden. Aber gut ist der Gedanke und er sollte durch bessere Aus* führung verwirklicht werden. Es würde von hohem erzieherischen Werte sein, wenn jeder Sohn Israels mit Vollendung des 13. Lebensjahres eine durch Bibelspruch eindrucksvolle Medaille, selbst wenn sie nur aus Bronze oder Aluminium wäre, mit seinem Namen und dem Datum der Feier erhielte und dadurch Gelegenheit hätte, noch oft des Tages zu gedenken, da er, von Eltern, Vers: wandten und der ganzen Gemeinde umgeben, in den jüdischen Pflichten* kreis eintrat. Das Taschlich* gebet, das am Neujahrstage vor fließendem Wasser, und die Tefillat haderech, das Abb. 2. Amulett* Plakette.

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