Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 21 (1921)
- Issue
- Heft 9-10 (September-Oktober 1921)
- Article
- Maser
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 271 - 272 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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271 Maser 272 Privatier S. Levi allergnädigst zum Ritter dieses oder jenes Ordens geschlagen worden Sei! Dieje* nigen die ihn kannten, würden fragen, was er denn geleistet hätte. „Nu da fragen sie eben 1 Die Leute kriegen das Fragen über, wenn sie keine Antwort bekommen. Laß sie daran herumkauen. Nach einer Weile sitzt der Orden doch fest und sieht aus wie jeder andere Verdienst. Und wenn ich am Schabbes mit der Gidel am Arm aus der Schul (Synagoge) komme und wir durch die Nörregade gehen nach dem Wall, an der Feuerwache vorbei, dann muß die Feuerwache das Gewehr präsentieren, und wenn wir am Schloß Amalienborg herum* gehen, dann müssen die Gardisten mit ihren großen Bärenfellmützen das Gewehr präsentieren! Da ist keine Rede von was anderm! Sie müssen! Was für eine S'hrie (freudevolle Vergünstigung) für die Gidel, die Ärmste, das zu erleben! Und wenn ich komme zu meinem Bruder, — Stuß, — wenn es gestanden hat in den Zeitungen, muß er es re* spektieren, und denkt er was, dann denke ich'auch was und sage mir: „Wenn man ist Kötzin (Reicher), kann man sich kaufen einen Orden, — nuu, wer kann mir dann was?" Es entging der Aufmerksamkeit Simon Levis nicht, daß, wenn sich ein kleiner Kommissionär in solcher Angelegenheit an ihn wandte, in finan* zieller Hinsicht etwas nicht ganz Sauberes dabei seih mußte. Es leuchtete ihm ein, daß er Geld verlieren sollte; er wollte nur klar sehen können und wissen, wieviel tatsächliche Sicherheit dahinter war und wieviel draufgehen sollte. Als die Verhand* lungen begannen, wollte die Gegenpartei nicht recht mit der Sprache heraus, wahrscheinlich weil überhaupt gar nichts Solides an der Sache war, und dann zeigte sich eine neue, unerwartete Schwierigkeit. Als man an dem* betreffenden Orte erfahren hatte, wer den Orden bekommen sollte, wurde man nach* •denklich. Die Verhältnisse waren derart, daß man sich vorläufig nicht bloßstellen wollte dadurch, daß ein Mann dekoriert wurde, der zwar, wie es schien, ehrlich und unbescholten, aber ein kleiner Jude in einer der Nebenstraßen war, nicht einmal ein Makler, noch weniger ein Bankier. Hiervon erfuhr jedoch Levi nichts. Er wurde hingehalten, um, wenn alles andere fehlschlug, benutzt zu werden. Die betreffende hohe Persönlichkeit schrieb ihm sogar mehrere herablassende Briefe, in denen sie andeutete, wie hübsch es wäre, wenn er, Levi, sich zuerst ein Verdienst erwürbe und dann den Lohn erwartete. Aber so dumm war Simon Levi nicht. Während Levi mit dieser Fata Morgana be* schäftigt war, kam er mit seinem Gewissen zur Ruhe. Er entschloß sich, ein Legat zu stiften; nach seinem Tode sollte ein Stift für alte Jungfern er* richtet werden, das den Namen: „Stiftung des In der ganzen Welt rindet man OdoL Die Verbreitung diefes für die Gefunderhaltung der Zähne unentbehrlichen Mittels lieht ohne Beifpiel da. Neben Odol haben wir jetzt auch die OdÖl~2£alM£*;pafita eingeführt, die in erfter Linie zur mechanilchen Reinigung der Zähne dient. Sie verhindert die Zahnfäulnis, bringt beginnende Karies zürn Stillftand und verhütet bei täglichem Gebrauch die häßliche Verfärbung der Zähne und die Bildung von Zahnftein.