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Ost und West · 1921-09-01 · Heft 9-10 (September-Oktober 1921) · p. Seite 265 - 266

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
21 (1921)
Issue
Heft 9-10 (September-Oktober 1921)
Article
Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
Date
1921-09-01
Page
Seite 265 - 266 (sequence 8)
Language
German
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265 Der Ton 266 gebracht, an den Bau eines Schulhauses konnte damals nicht gedacht werden. Welcher Fortschritt dagegen im Wandel der Zeiten bei der Birminghamer Schule 1843, die sich stolz „Hebrew National School" nennt! Die Medaillen Nr. 183—184 zeigen das neue zwei* stöckige Gebäude und erzählen, daß Sir Moses Montefiore den Grundstein legte und ihm Baron v. Rothschild, A. A. Goldsmid, J. Cohen, D. Salomons und andere distinguierte Persönlichkeiten assistierten. Daß auf der Rückseite des Medaillons Nr. 184 ein biblisches Bild geprägt wurde, ist verständlich. Doch brauchte der Medailleur nicht gerade die Szene zu wählen, da Joseph seinen Vater dem Pharao zuführt! Ein Zusammenhang zwischen Vorder? und Rückseite existiert nicht. Von den beiden Frankfurter Realschulen sind keine Gründungsmedaillen vorhanden. Die Anfänge waren zu klein oder zu privater Art, als daß man den Vorgang hätte in Metall verewigen sollen. Dagegen hat das „Philanthropin** 100 Jahre nach der Gründung eine schöne Medaille prägen lassen. Die von breitem Ährenkränze umgebene Widmung ist auf Abb. 8 zu sehen. Auf dem Bilde der Rückseite streut mit der Uberschrift „Die Jugend ist die .Zeit der Saat" ein Sämann seinen Samen aus, in der Ferne ist die Stadt Frankfurt angedeutet. Die Realschule der Religionsgesellschaft hat sich selber bisher noch keine Medaille gegönnt. Von den Schülern der Anstalt rührt eine eigen*« artige Medaille her (Nr. 185): „Andenken an den Commers der Prima der Realschule der israelitischen Religionsgesellschaft Frankfurt a. M. 22. März 1899". Das muß in jenem Jahre eine ausgezeichnete Prima? klasse und ein besonders feuchtfröhlicher Kommers gewesen sein, daß die Jungens sich entschlossen, das Andenken an dieses hervorragende Ereignis in Silber und Bronze der Nachwelt zu überliefern! Die Medaille der Lämelschule in Jerusalem (Nr. 188) ist ohne Jahresangabe. Keineswegs wurde das Stück in der Zeit des Elends geprägt, als L. A. Frankl im Auftrage und mit dem Gelde der Frau Elise Herz, der Tochter Lämels, 1856 die ,,Simon Edlen von Lämels Stiftung" (Heim ünd Schule) ins Leben rief. Die Rückseite zeigt einen Palmbaum mit dem Anfange von Psalm VIII, 3 als Umschrift. Den Schluß bilden die Stiftungsmedaillen, soweit sie nicht mit Porträts der Stifter versehen sind und schon früher besprochen wurden (Hamburger Krankenhaus: Nr. 105, Alterversorgungs* haus: Nr. 110). Medaillen zur Feier von Neu* gründungen mit Abbildung der Gebäude sind Nr. 190 Alterversorgungshaus im Haag und Nr. 191 Knabenwäisenhaus in Amsterdam (Abb. 9). Die Stiftung des ,,Isr. Reichserziehungshauses" in Dietz a. d. Lahn wurde 1886 ins Leben ge* rufen. Eine Medaille aus Eisen, die damals an* gefertigt wurde und den Spendern zuging, trägt das anspornende Wort: „Wer Armen und Waisen baut ein Haus, den segnet Gott jahrein, jahraus." Daß die Mildtätigkeit nicht vergebens angerufen wurde, lehrt unsere Nr. 194 aus dem Jahre 1892 mit dem Bilde des nunmehr gebauten „Deutsch* Israelitischen Reichswaisenhauses". Der Titel der Stiftung hatte sich inzwischen geändert. Die Gesellschaft P e r e i r e hält in ihrem Namen das Andenken an den ersten Taubstummen^ lehrer Frankreichs, Jacob Rodrigues Pereire (1715 bis 1780), wach. Die Medaille Nr. 192 wurde anläßlich des Pariser Taubstummenlehrerkongresses 1878 als Prämie verteilt. Die Darstellung zeigt einen Lehrer beim Unterricht eines taubstummen Schülers. In gleicher Weise diente das Medaillon Nr. 193 als Preis. Es wurde von der Pariser medizinischen Militärschule aus der Stiftung Montefiore für Pflege verwundeter Krieger ausgegeben. DER von Arn Von Arno Nadel erscheint ein neues Buch, das Hauptwerk des Verfassers, ein religiöses Gedichtwerk, welches sich „Der Ton" betitelt (im Gegensatz zum nur logischen Wortwissen) und ein neues religiöses System und eine neue Gefühlswelt darstellt. Das Werk unternimmt es, „Gott", den tiefsten und reinsten Begriff aller Zeiten, von neuem und aus unserm großen Augenblick heraus ins harrende Licht zu schreiben. — Um eine ganz vage Anschauung von dem Ernst und der Fülle dieses Werkes zu bieten, möchten wir aus dem Register herausheben, was sich TON ) Nadel. auf Gott bezieht: Gott — Götter — Gottes Anfang — Gottesbeweise — Gottesformen — Gottes Gedenken — Gottes Freude — Gottesfurcht — Gottes Liebe — Gottes Namen — Gottes^Not — Gottes Offenbarung — Gottes Schaffen — Gottes Schmerz — Gottes Schutz — Gottes Wesenheiten — Gottes Strahl — Gotteswelt — Gottes Wille — Gottgenuß — Gottgefühl — Gottnähe — Gott, Sinn, Stoff — Gottheit — Gottraum — Gott sehen — Gott suchen. Wir lassen hier als kleine Probe die ersten zehn Stücke des sechsten Teiles (das Werk enthält neun

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