Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 21 (1921)
- Issue
- Heft 9-10 (September-Oktober 1921)
- Article
- Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 255 - 256 (sequence 3)
- Language
- German
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255 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 256 Abb. 1. Dr. Ignatz Kurända in Wien. besitzen außerdem eines der vier in Silber geprägten Stücke und eine Ausfertigung in Bronze. Die Firma Strauß (Tüll und Spitzen) hat zwar ihren Hauptsitz in Frankfurt a. M., war aber, wie die Medaille Nr. 131 aufzählt, 1887 bereits durch Filialen in Berlin, Mailand, Calais-St Pierre, Caudry Nord und Nottingham vertreten. Den liberalen Parlamentarier und auf dem Gebiete des Volksschulwesens verdienten Berliner Stadtverordneten Loewe findet man hier in der Gruppe der Großindustriellen. Die Medaille Nr. 132 ist nicht seiner politischen Tätigkeit, sondern dem Geschäftsjubiläum der von ihm geschaffenen Ma» schinenfabrik Ludwig Loewe & Co. gewidmet. Ob* gleich Ludwig 1895 schon verstorben war, feierte die Medaille durch sein Bildnis die Verdienste des frühvollendeten Begründers der Firma. Herz war es vergönnt, im hohen Alter von 80 Jahren das Präsidium der neubegründeten Ber* linsrHandelskammer zu übernehmen und in diesem Ehrenamte noch eine Reihe von Jahren für die Hebung von Handel und Industrie zu wirken. Als die Handelskammer ihr neues Gebäude in der Dorotheenstraße einweihte, ließ sie ein Medaillon mit der Abbildung des schönen Gebäudes prägen und ehrte die Verdienste ihres Präsidenten, indem sie auch sein Bild auf die Medaille setzte (Nr. 137: Abb. 2). Zu seinem 90. Geburtstage wurde der Kaufmann Herz zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikant Exzellenz ernannt. Gltmann und Rosenfeld waren Berg* werksbesitzer, was auf der Plakette Nr. 133 durch das Bild eines in e||per Bergwerksgegend sitzenden Berg* mannes und durch gekreuzte Berghämmer, auf dem Me* dailion Nr.135 nur durch das letztere Emblem gekernv zeichnet wird. Ludwig v. Gutmann, Inhaber der Wiener Kohlenfirma Gebr. Gutmann, war der Sohn des durch seine Wohltätigkeit und gemeinnütziges Wirken bekannten Wilhelm v. Gutmann. Auf der Plakette ist der Name falsch mit zwei t geschrieben. Wie das Bronzegußmedaillon für Rosenfeld durch das gekrönte ungarische Staatswappen auf* fällt, so weist die Medaille für den Münzenhändler Rosenberg (Nr. . 134) das Stadtwappen von Hannover auf. Dagegen hat das Medaillon für den Chef der Wiener Firma G. und E. Spitzer (Nr. 136) wieder das übliche Schema: auf der einen Seite das Brustbild, auf der andern die Widmung durch die Angestellten des Geschäfts. 15. Bankiers. 138. Nathan Mayer v. Rothschild in London (1777—1836), nach seinem Tode. B. 139. Salomon Mayer v. Rothschild in Wien (1774— 1855), 1844 zum 70. Geburtstage. S. 140. Alphonse v. Rothschild in Paris (1827-1905). B. 141. Ludwig (1778-1843) und Alexander (gest. 1884) v. Stieglitz in St. Petersburg, 1853 zum 50jährigen Geschäftsjubiläum. B. 142. Samson Oberndoerffer in Ansbach, 1861 zum 70. Geburtstage. S. 143. Hermann Epstein in Warschau, 1862 zur Er* Öffnung derWarschau^Bromberger Eisenbahn.B. 144. Maximilian Weiß v. Wellenstein in Wien (1825-1910), 1895 zum 70. Geburtstage. S. 145. Moriz v. Borkenau in Wien (1827-1904), 1897 zum 70. Geburtstage. S. 146. Alois Weishut in Wien, 1912 zum 25 jährigen Beamtenjubiläum. B. Epstein war Vorsitzender der Warschau* Bromberger Eisenbahngesellschaft. Das zur Er* Öffnung der Bahn geprägte Medaillon Nr. 143 nennt seinen Namen an erster Stelle, dann folgen die der anderen Mitglieder der Verwaltung. Auf der Rückseite befindet sich das Bild einer Lokomotive. Abb. 2. Wilhelm Herz in Berlin.