Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 21 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai-Juni 1921)
- Article
- Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 143 - 144 (sequence 1)
- Language
- German
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143 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen' Gemeinde zu Berlin 144 DIE ZWEITE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTSAMMLUNG DER JUEDISCHEN GEMEINDE ZU BERLIN Von Moritz Stern. II. MÜNZEN ZUR GESCHICHTE PALASTINAS. Das staatliehe Leben Palästinas spiegelt sich in seinen Geldmünzen wieder. Perser, Griechen, Syrer, Juden, Römer, Araber und Kreuzfahrer haben hier ihre Spuren zurückgelassen, und wer die aus* gestellte Münzensammlung durchmustert, hat Gelegenheit, vom 4. vorchristlichen bis zum 12. nachchristlichen Jahrhundert die Geschichte des Heiligen Landes zu studieren. In den Abteilungen »Jüdische Münzen (bis Agrippa IL)", „Münzen der römischen Prokuratoren", „Münzen des ersten Aufstandes", „Münzen der Kaiser Vespasian und Titus (auf die Bezwingung Judäas)", „Münzen des zweiten Aufstandes", „Kaiserliche Münzen für palästinensische Städte", „Münzen autonomer Städte Palästinas", „Varia" liegt das ganze Material geordnet vor, und der wissenschaftliche Katalog, der im Lesesaal der Bibliothek jedermann zur Ver* fügung steht, gibt dem Wißbegierigen über jede Münze die genaueste Auskunft. Hier sei nur über diejenigen Münzen gesprochen, die aus jüdischen Münzstätten hervorgingen. Geprägtes, jü* disches Geld gibt es erst seit dem Hasmo* näerfürsten Simon (139-135). Aritio* chus VII. Sidetes er* teilte dem Genannten dasRecht, eine eigene ' Münze für sein Land zu prägen. Bis dahin wurde der Wert des Geldes durch Ge* wicht festgestellt oder man bediente sich der landesüb* liehen Münzen der Nachbarvölker. Der biblische gewöhn* liehe Schekel war ein Fünfzigstel der leich* ten Silbermine der Hetiter (Genesis 23, 16), der Tempel* schekel, „derSchekel des Heiligtums" (Schekel hakodesch), ein Fünfzigstel der (Abb. 1). Ganze und halbe Silberschekel aus der Zeit des Makkabäers Simon 159/38-136/35 schweren phönizischen Silbermine (Exodus 30, 13; 38, 25 — 26). Nach dem babylonischen Exil zahlte man die Tempelsteuer des halben Schekels in persischen Dareiken, später in phönizischen Doppelschekeln (Sela), schließlich in der eigenen geprägten Münze (Tewa), wie Rabbi Jehuda in der Mischna Schekalim II, 4 berichtet. Der letztgenannte Silberschekel, der bis zum Unter* gange des Tempels an das Heiligtum entrichtet wurde, ist nur unter dem Makkabäer Simon geprägt worden, die Münzen der anderen hasmo* näischen und herodäischen Könige und Fürsten waren aus Bronze. Es bildet einen eigenartigen Reiz, dieses Silber* geld — es sind sieben Stück — des ersten has* monäischen Fürsten vor sich zu sehen, die ganzen und die halben Schekel aus den ersten vier Jahren der Selbständigkeit des jüdischen Staates mit der althebräischen Schrift Schekel Jisrael (auf dem halben Schekel: Chazi haschekel) und Jeruscha* lajim kedoscha (vom zweiten Jahre ab: hakedoscha). Als Symbole sind auf der Vorderseite ein Kelch, vom zweiten Jahre ab ein solcher mit Perlen, auf der Rückseite ein Zweig mit 3 Blüten ange* bracht. JederHinweis auf den Rang des Herrschers,selbstsein Name fehlt. Vordem Namen des heiligen Jerusalem ließ Simon seine Persönlichkeit völlig zurücktreten (Abbild. 1). Von den bronzenen Mün* zen Simons liegen in unserer Sammlung nur zwei Prägungen — in fünf Exem* plaren — vor: Viertel Schekel aus dem Jahre 4 der Selbstän* digkeit.Wieder weist die Umschrift auf Zion hin: Ligeullat