Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 21 (1921)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar-Februar 1921)
- Article
- Aus den Wundergärten der Aggada
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 51 - 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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51 Aus den Wundergärten der Aggada 52 Rabha sagte: Diese Welt ist nur für die vollkommenen Gerechten oder für die vollkommenen Bösewichter geschaffen worden; den Bösewichtern das Diesseits, «den Gerechten das Jenseits. * Hat ein Mensch die Gelegenheit zu einer Sünde gehabt, einmal und das andere Mal, und er überwand sich und beging die Sünde nicht, so hat diese Sünde keine Gewalt mehr über ihn. Eine Guttat zieht die andere, eine Sünde bringt die andere mit sich. * Kein Mensch begeht eine Sünde, ehe nicht der Geist!der Torheit in ihn gefahren ist. * Hat ein Mensch eine Sünde begangen und sie wiederholt, so erscheint sie ihm fortab wie erlaubt. Zwei Triebe hat Gott dem Menschen erschaffen: einen guten Trieb und einen bösen Trieb. * Der böse Trieb gleicht anfangs dem Faden des Spinngewebes, am Ende ist er wie das Schiffstau. * Rabh Ammi sagte: Der böse Trieb schleicht nicht auf Seitenwegen daher, sondern schreitet einher in der Mitte der Straße; wenn er einen Menschen sieht, der srch ziert, die Augen schön macht, einhertänzelt und hochmütig tut, spricht er: der gehört mir! * Wer seinen bösen Trieb in der Jugend pflegt (ihm die Lüste nachgibt), dem wird er im Alter zum Oberherrn. * Der böse Trieb, der Todesengel und Satan, der die Menschen vor Gott anklagt, ist ein und derselbe. Das Inhaltsverzeichnis zu den Jahrgängen 1919/20 ist erschienen und wird auf Verlangen unberechnet zugestellt.