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Ost und West · 1918-11-01 · Heft 11-12 (November-Dezember 1918) · p. Seite 413 - 414

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Journal
Ost und West
Volume
18 (1918)
Issue
Heft 11-12 (November-Dezember 1918)
Article
Aus den Wundergärten der Aggada
Date
1918-11-01
Page
Seite 413 - 414 (sequence 2)
Language
German
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413 Aus den Wundergärten der Aggada. 414 Zeltes, den Kopf gegen den einen, die Eüße hochgehoben gegen den anderen Türpfosten gestützt. David schlüpfte unter seinen Beinen durch und holte das "Wasserkrüglein. Als er wieder herauswollte, ließ Abner im Schlafe die Füße sinken, die sich auf Davids Schultern wie zwei schwere Säulen niederlegten. Da betete David zu Gott und sagte: „Oh, mein Gott, mein Gott, warum G O Was er ist und Als Gott Moses zu den Kindern Israels sandte, um ihnen zu verkünden, daß er kommen werde, sie aus der Knechtschaft zu erlösen und zu seinem Volke zu küren, da sagte Moses: „Wenn sie mich aber fragen, wie ist der Name dieses Gottes, was soll ich ihnen darauf antworten?" 1 In dieser Stunde betete Moses zu Gott, daß er ihm seinen großen Namen offenbare. Da sprach Gott zu Mose: „Ehje asciier Ehje (Ich werde sein, der Ich sein werde), das ist Mein Name.'.1 Rabbi Abba bar Mammal deutete das so: Gott sprach zu Mose: Meinen Namen willst du wissen? Je nach meinen Taten werde ich benannt. Zuweilen heiße ich El Sehaddaj, zuweilen El Zebaoth, zuweilen Elohim, zuweilen Adonaj1). Wenn ich über meine Geschöpfe zu Gericht sitze, bin ich Elohim, wenn ich Krieg führe gegen die Bösen, bin ich El Zebaöth1 (Gott der Heerscharen), wenn ich Langmut übe mit 'den Sünden der Menschen, bin ich El Schadcfaj (der Allmächtige), wenn ich an meiner Welt Barmherzigkeit übe, bin ich Adonaj. Siehe also: je nach meinen Taten werde ich benannt. * „Laß mich deine Herrlichkeit schauen," sagte Mose zu Gott. Er meinte: Laß mich den Plan erkennen, nach dem du die Welt regierst. Gott antwortete: Meinen Sinn kannst du nicht ergründen. * „Höre Israel, der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig!" Gott sprach zu Israel: Meine Kinder, wisset, alles was ich erschaffen, habe ich paarweise erschaffen. Himmel und Erde bilden ein Paar, Sonne und Mond, Mann und Weib, Eeuer und Wasser, Festland und Meer, Licht und Pinsternis, Wärme und Kälte, Höhe und Tiefe, Kummer Und Freude, Weinen und Lachen, Diesseits und Jenseits, das Gute und das Böse — nur Ich, der Schöpfer, bin allein und einzig im All. * Ist Gott die Wohnung des Weltalls, oder das Weltall die Wohnung Gottes? — Rab Jizchak sagte: E,s heißt im Gebete Mosis1): „Herr, du warst uns Hort von Geschlecht zu Geschlecht." x) Gebraucht anstatt des vierbuchstabigen Namens Gottes (JPIWTT). hast du mich verlassen!" Nun tat Gott ein Wunder, sandte eine Drohne dorthin, die biß Abner' in den Fuß; der Schlafende hob die Füße in die Höhe und David war bald im Freien. Da-sang David, ein Loblied vor Gott: „.0, Herr der . Welt, wer vermag deine Werke und deine Heldentaten nachzuschaffen! Alle deine Geschöpfe sind schön." TT. wo er wohnt. Siehe also, Gott umfaßt das Weltall, aber nicht umfaßt das Weltall Gott." * Rab Huna sagte im Namen des Rab Ammi: Weshalb wird Gott „Makom"2) genannt? Weil er der Wohnsitz der Welt ist, nicht aber ist die Welt ihm der Wohnsitz. * Es gibt in der Welt keinen Ort, der leer wäre von dem Abglanz3) Gottes. Rab Hoschaja sagte: Nicht wie Boten der Sterblichen sind die Boten Gottes. Die Boten eines Sterblichen bringen die Botschaft von dem Ort, wohin sie gesandt worden. Deine Boten' aber, G|ott, bringen die Botschaft heim nach dem Ort, wohin sie ausgesandt worden. Wie es im Job heißt: „Sendest du etwa, gleich, mir, die Blitze, und sie gehen aus und sprechen : Da sind wir!" Es heißt nicht: „sie kommen nind sprechen", sondern: „sie gehen hin und sprechen". Das lehrt uns, daß die Schechina überall ist. * „Preise, meine Seele, den Ewigen! Ewiger, mein Gott, du bist sehr groß!" heißt es im Psalm. Gleichwie kein Mensch' weiß, wo die Seele .wohnt, so weiß auch kein. Geschöpf, wo Gottes Wohnsitz ist. Sogar die Engel, die den' Thron Gottes tragen, kennen nicht seinen Sitz. Und gleichwie die Seele den ganzen Leib durchstrahlt,, so daß kein Teilchen ohne Leben ist, so durchdringt Gott die ganze Welt bis in' das kleinste Stauhöhen und ist überall lebendig- Darum singen die Engel: Ueberall, wo Gott ist — „gepriesen sei er von seinem jeden Ort." * - Der Kaiser fragte einmal Kabbän Gamliel: Wo befindet sich Gott? — Das weiß ich nicht! — So .klug seid! ihr, sagte der Kaiser, ihr betet jeden Tag zu ihm,, und am Ende wisset ihr nicht einmal, wo. er sich aufhält? — Rabbani Gamliel sagte: Du fragst mich über etwas, das so hoch über mir ist — ich will dich über etwas fragen, das Tag und Nacht in deiner nächsten Nähe ist: sag' -mir, wo es sich befindet.— Sprich, .sagte i> Psalm 90. - 2) „Ort",-. Wohnsitz. . . . a) „Schechinah", der über der Welt ruhende Abglanz Gottes; die Bezeichnung wird für Gott schlechthin gebraucht; bisweilen namentlich von Mystikern als Hypostase Gottes verstanden.

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