Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 18 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Article
- Erziehung zur frohmütigen Kraft
- Date
- 1918-10-01
- Page
- Seite 345 - 346 (sequence 6)
- Language
- German
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345 Der Silberschalz der Zülzer Judengemeinde. 346 Abb. 6. T hora-B e,h a n g aus Silber. Das Mittelfeld nehmen die Gesetzestafeln ein, obe|n darüber eine Krone, unten das Kästchen für die Einschiebetäfeichen, die den Feiertag benennen, rechts und links Säulen mit reichem Blattwerk über den Kapitalen. Der Schmuck gehörte dem Verein zur Bekleidung der Armen (Malbisch Arümim) und ist angefertigt von dem1 Silberarbeiter Carl Friedrich Korok, dem Sohne eines Bedienten, der bei Johann David Klose zwei Jahre und dann noch vier Jahre bei Gottfried Daniel Posch in der Lehre war. Er ist 1835—1858 als Innungsmeister in Breslau tätig gewesen. Er zeichnete Korok positiv eingeschlagen. Abb. 8. Zwei silberne Thora-Auf sätze im zierlichen Roccbco-Stil. Sie gehören zum Thora- Behang Nr. 3. S. 342. Abb. 9. Z w e i* T h o r a; -Aufs ätze aus Silber mit zwei Reihen Glöckehen in verjüngtem1 Maßstab übereinander verziert. Sie sind von Gottfried Daniel Posch, einem geborenen Breslauer, angefertigt, der ein Schüler Karl Gottlieb Frey tags (1803—1809) gewesen, am 28. Juni 1816 Bürger und am 20. Mai 1817 Innungsmeister geworden ist. Zum letzten Male wird er 1840 erwähnt. Der Meister zeichnete Posch, positiv eingeschlagen, und G D P in einem herzförmigen Schilde*). Tho r a-B öh ang aus Silber mit den üblichen Emblemen, eine Spende des Gelejhrten R. Nathan, Sohn des seligen R. Loeb Kremser. Auf den unteren Anhängen befindet sich die Inschrift: -pröjnp yb im [3 p ,t«ö nnn (roi: ns: =). : t p;:x ü'^'t nicawo eidS Nach dem Chronostich wurde das Kunstwerk also im Jahre 1816 der Gemeinde übergeben. Es ist als Thora-Schmuck in Zülz in der Synagoge zurückgeblieben. Dazu gehört der Thora- Zeig-er Abb. 11, s. die Bemerkungen daselbst B. Thora-Aufsätze. Abb. 7. Zwei Thora - Aufsätze aus Silber aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, gespendet von R. Simeon Zoref ha-Levi und seiner Frau Rahel zur Erinnerung" an ihre 1645 verstorbene einzige Tochter Dobrisch. Der Name Dobrisch ist ein slawisches Aequivalent für das deutsche Gütel oder das romanische Bona. Die Inschrift redet wunderlicherweise von einem Beleuchtungsgegenstand und lautet auf dem einen Aufsatz: Tin DöTian (!)w n«i minan mua "w bm '» www S"jd spist psöw orrr onn nay und am Fuße des andern PPÖtM b")Ü pVÜttf "."in na ts^-atn rno msöa ity« p"cS mr-x n-n c^nn Tpxa nm?3 (!) iTVÖl Ti3'3 Das Meisterzeichen ist IC und weist als Ursprungsort vielleicht auf A u g s - bürg hin*). Zwei Th'ora-'Aufsätze aus Silber ohne Inschrift, vielleicht im 17. Jahrhundert angefertigte Sie sind als Thora-Schmuck in Zülz zurückgelassen,1 worden. - C. Zeiger für die Thoravorlesung Abb. 10. Zeiger für die Thora-Vorlesung aus Silber. Beschau- und Meisterzeich'en unbestimmt, vermutlich aber in Breslau angefertigt. > Abb. 11. Zeigerfür dieThora-Vorlesung aus Silber, der zum Thora- Behang oben S. 345 gehört, wie folgende Inschrift bezeugt: rr'.a -m (nau ns; =) yr b'7 yb nn p \n: ■ "Wöjnp npan -"»n (wpk dj? =) «"3? »ypy T'^n na wvbbxn }V3K CPT niOÄ'KÖ ÖIdS p"zh Danach ist der Schmuck eine Spende des Gelehrten R. Nathan, Sohnes R.. Loebs Kremser und'seiner Frau Chajjah' Rebecka, Tochter R. Akibas Holländer aus dem Jahre 1816. Die Zeichen sind durch Abnutzung schwer erkennbar. Doch ist das B e s c h a u . z: e i d h e n zweifellos der Johannes - Kopf, das Meisterz-eichen [K]orok in ovalem Abb. 16 Schilde und der Stempelmeisterbuclv *) Vgl. Rosenberg, Der Goldschmiede Merkzeichen, 1. Aufl. S. 23. *) Hintze, S. 140.