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Ost und West · 1918-07-01 · Heft 7 (Juli 1918) · p. Seite 211 - 212

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Journal
Ost und West
Volume
18 (1918)
Issue
Heft 7 (Juli 1918)
Article
Abraham Epstein
Date
1918-07-01
Page
Seite 211 - 212 (sequence 3)
Language
German
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211 Abraham Epstein. 1212 So über Bere'schith KabTSIathi und dessen Verhältnis zu Rabba Rabbathi, Mose ha-Darschan und ■ iPtUjgio Fidei. (in B erliners Magazin,!B d. XV); über Mose ha-Darschan, von dem er die Frag-- mente von dessen . literarischen Erzeugnissen in einem besonderen hebräischen Schriftchen, das er zum 80. Geburtstage seines Freundes Derenbourg erscheinen ließ (Wien, ,1891), gesammelt hat; über den sogenannten Raschi-Kommentar zu Beresc'hith Rabba (in Berliners Magazin, Bd. XIV und in Fuchs' Hachoker), .der, wie er nachwies, aus der Schule des Kalonymos' von Rom hervorgegangen ist und von Josef Kara mit Zusätzen versehen wurde, und ganz besonders über den Jalkut Schimeoni, der fälschlich als Werk eines Onkels desselben genannten Josq'f, Simeon Kara, gilt. Der Wichtigkeit der ed. pr. dieses Jalkut, nämlich der ed. Salonic'hi, ist auch eine der letzten Arbeiten Epsteins gewidmet (in GünzigJs Haeschkol, Bd .VI, 1909). Die Beschäftigung mit Kara führte Epstein, wie es scheint, auf ein Gebiet, das die letzten 15 Jahre seiner wissenschaftlichen Tätigkeit haupt-. sächlich ausfüllte und auf dem er mit Recht als Autorität ersten Ranges galt, nämlich auf das Gebiet der nordfranzösischen Ritualwerke und das1 der rheinländischen Gemeinden, besonders Worms. Hier besitzen wir von ihm neben' piner gehalt^ vollen Studie über das talmudische Lexikon ,,Jichusse Thannaim we-amoraim", auch eine über die Altertümer in Worms und Speyer, neben einer über R. Gerschom Meor ha-Golah zugeschriebenen TalmudJKommentar, eine über die nach Raschi benannten Gebäude in Worms, die erst im XVII. Jahrhundert den Namen.dies.es-.gefeierten Lehrers erhielten; neben einer über die Wormser Minhagbücher, eine über den Worhiser Judenrat, usw. us'vV. Dazu kommen noch tiefbohrende Untersuchungen über die deutsche Mystik (in Fuchs' Hachoker) und über einen ihrer Hauptträger, Samuel ben Kalonymos in Speyer,- den Vater des Jeliuda Chasid (in Horodezkys Hagoreny Band IV), dann eine vorzügliche Edition des handschriftlidhen Maasseh ha-igeonim, eines dem Pardes ähnlichen Werkes, das1 unter den Schriften der Mekize Nirdamim erschien (Berlin 1909). Mit der hier vorgeführten Skizzierung .der wichtigeren Arbeiten Epsteins ist aber seine wissenschaftliche Tätigkeit noch lange nicht erschöpft, denn .seine Kenntnisse waren sehr vielseitig und sein Interesse an 'der Wissenschaft ein sehr mannigfaltiges. Er versuchte sich auch in hebräischer Poesie, wie er überhaupt eine künstlerische Natur war und von sich sageÜ konnte, daß ihm nichts Menschliches fremd gewesen sei. Er war kein weltfremder Stubengelehrter und hatte Verständnis für alle Erscheinungen des Lebens. Seine Hauptliebe aber galt der Wissenschaft des Judentums. Als Mensch War Epstein äußerst liebenswürdig und dienstbereit, seines Wertes sich wohl bewußt, aber dabei bescheiden und einfach. Bedürftigen Jüngern der Wissenschaft halif er gerne mit seinem Gelde, Gelehrten mit seinen ausgedehnten Kenntnissen und mit seinen seltenen Druckwerken und Handschriften. Epstein war nämlich im' Besitze einer der kostbarsten jüdischen Privatbibliotheken und es wird eine der vornehmsten Aufgaben seiner Angehörigen sein, dafür zu sorgen, daß diese Bibliothek nicht in alle Winde zerstreut werde. Infolge einer schweren Krankheit mußte Epstein schon vor zehn Jahren die Feder aus der Hand legen, doch konnte er fast bis in die letzte Zeit noch studieren und neue Resultate der Wissenschaft ■ in sich aufnehmen. Seine Verdienste um die von ihm mit soviel Liebe gepflegte Wissenschaft des Judentums werden nicht aufhören, anregend zu wirken und Früchte zu tragen. Ehre seinem Andenken 1

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