Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 18 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai-Juni 1918)
- Article
- Meta Cohn-Hendel
- Date
- 1918-05-01
- Page
- Seite 137 - 138 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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137 Meta Cohn - Hendel. 13S M ETA CO H N 5 H E N D EL Morgensonne im Hochgebirge (Untergrünau in Oberbayern), - (Oelgemälcle) BERLIN U8S3 in Berlin geboren, hat Meta Cohn?Hendel hre Beruf ung zur Malerei bereits stark em* pfunden, als sie aus wirtschaftlichen Gründen das Lehrerinnenseminar besuchte, so daß sie schließlich neben Unterrichterteilen ihrer Liebe zur Kunst nachgab- Schon nach einem Jahre erkannte sie dann, daß die Landschaft ihr Schaffensgebiet sei, lernte zwei Jahre bei Hans Licht — wo ja nicht eben sehr viel zu lernen war — und arbeitete dann auf eigene Hand weiter. Das Probriem war für sie naturgemäß zuerst die Ueberwindung des Schul* mäßigen, also das Finden der natürlichen Farbe, und erst als sie mit dieser schwierigsten Aufgabe des jungen Künstlers, der seinen eigenen Weg sucht, einigermaßen im Reinen war, trat sie auch der Formfrage mit heißem Bemühen nahe, lernte die graphische Technik und hat seither ständig in ihrer Arbeit ein Sichergänzen des Malerischen und des Graphischen empfunden. Studienreisen haben sie durch Deutschland und über Deutschland hin* aus in das Hochgebirge, von dem sie in seiner einfachen Großzügigkeit den bisher stärksten Ein* fluß empfing, nach Holland, Belgien und Italien geführt. Die Früchte dieser Reisen liegen in Ges mälden und graphischen Werken vor- Sie verraten alle ein ernstes und kraftvolles Bemühen, mit dem Neuen stets selbst wieder neu und ihm ehrlich ge* recht zu werden. Ein schwerer menschlicher Verlust, der Schlachtentod des Bräutigams, hat den sachlichen Ueberzeugungsmut ihres künstlerischen Strebens noch verstärkt, nachdem die hohe Meinung eines bedeutenden Berufsgenossen, Martin Brandenburg, von ihrer ausgesprochenen Begabung die Künstlerin über die in dieser Lage verständlichen Zweifel an ihrem Berufe hinaus hob. Sie hat verschiedentlich einzelne Werke und 1918 im Verein Berliner Künste lerinnen zum ersten Male kollektiv und mit dem Erfolge ausgestellt, daß die Oeffentlichkeit sofort und in breiterem Kreise für die sich hier offenbarende neue Begabung interessiert wurde.