Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 18 (1918)
- Issue
- Heft 3-4 (März-April 1918)
- Article
- Friedrich Adler
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 83 - 84 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Friedrich Adler. 84 FRIEDRICH ADLER vom Produktionstrubel Werke hingegeben sind, Dank auch diesem Frie* drich Adler, dessen Schaffen von Liebe und Andacht zeugt. Er strebt ins Große, Weite. Auf der Deut* sehen Werkbund * Aus* Stellung waren seine Modelle für eine Syn* agoge zu sehen. Kein Zweifel, daß hier noch große Arbeit zu leisten bleibt. Die Synagogen Mitteleuropas werden, von kleinen Varianten abgesehen, seit Jahr* zehnten nach gleichblei* benden Stilarten gebaut. Da und dort wollte man Wucht erzielen, mächtigen Gefühlsap* pell; es wurde nicht selten ein harter, kurzer Ton. In der Qual der Wahl ließ man sich auch zu Stilmischungen ver* leiten. Da ist*es schön, zu sehen, wie Adler sich ein Gotteshaus un* serer Tage denkt. Aus dem mißachteten, weil nur wenigen Gestaltern Sederschüssel dieser Epoche, schulden wir ihrem Dank. dienstbaren, den Vorhof, v;. ->-•. *f c::L5: -«v FRIEDRICH ADLER Hamburg Silberner Leuchter für den Sedertisch Hamburg keramischen Stoff formt er sich diesen edel gewellten Bau, in dem die ruhige Stimmung der Andachtsstätte aufklingt. Das »Glasfenster« und der »Blick in den Haupt* räum« können (wie alles andere hier Verbild* lichte) allerdings nur eine schwache Andeu* tung des architekto* nischen Wollens geben. Aber der Geist, der den Künstler lenkt, ist zu spüren. Friedrich Adler, Künstler und Lehrer, sei hier nicht für ein be* stimmtes Gebiet des Kunstgewerbes bean* sprucht- Das wäre wider seine Natur, wider die Natur einer großen Künstler Persönlichkeit überhaupt. Doch wollen wir es besonders be* grüßen, daß er seine Liebe und sein Können, sein Wollen und Voll* bringen, einem Felde widmet, das seit langer Zeit des Sämanns wartet. Ihm und uns wünschen wir reiche Ernte.