Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 18 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar-Februar 1918)
- Article
- Rumänien und seine Juden
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 61 - 62 (sequence 5)
- Language
- German
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61 Rumänien und seine JndexL 62 Wi» leistendes aufs rechten Hand wegen eben die här teste züchtigen zu können. Wir können jetzt dm Kriegsschauplatz genau uberbli« ken. Streitobjekt -ind die Juden, allein ihr Interesse kommt gar nicht in Betracht. Ihnen wäre vollständig geholfen, wenn man ihnen die bürger liehen Rechte erteilt, die Ausnahmegesetze gegen sie abschafft und sie im übrigen ungeschoren läßt. Ob der Buchstabe des rumänischen Gesetzes sir als Eingeborene betrachtet oder nicht, i-t für >ie eine Doktorfrage ohne jede praktische Bedeutung, ein Diskussionsthema, für theoretische Juristen. Sie konnten sicher sein, daL> die Auffassung, sie seien Fremde, Ausländer, die in ihrem Vaterlande kein Heimatrecht hätten, nach einem Mens« hnaher in die Rumpelkammer geworfen, von der Nachwelt nicht mehr verstanden und belächelt werden würde. Doch, wie gesagt, das Interesse der Juden kommt nicht mehr in Betracht. Höhere Dinge stehen auf dem Spiel. Der Berliner Kongreb hatte Rumänien auferlegt, den luden volle politische Ghichbere« hti gung zu gewähren, und sein Ansehen geht in die Brüche, wenn der kleine, erst kaum aus dem Ei gekrochene Staat es wagen sollte, sich ihm zu widersetzen. Freilieh, der Präsident dieses Kongresses, Fürst Bismarck, der -ich auf diplomatischen Anstand und Würde auch ein wenig versteht, ist der Ansicht, dal.» man, wie die Dinge nun einmal liegen, sich mit dem Erreichbaren begnügen müsse, was die Machthaber in Bukarest gewähren zu können erklären. Aber Gerson von Bleirhröder steht auf der Wacht, und er ist überzeugt, da LS das Wohl der Juden, ebenso wie die Würde de- Kongresses, unbedingt die Gewährung der vollen politischen Gleichberechtigung auf der Stelle <rh-ische; und mittels eineverwickelten diplomatischen Mechanismus bringt er die Kabinette der Signatarmächte rr.it Bismarck an der Spitze auf seine Seite. Im Hintergründe steht Rubland und während seine Agenten das Land gegen di« Indemmanzipation aufwühlen, spinnt es in Budapest und Wien Ränke, um dieses Luid eben wegen der Verweigerung der Juden emanzipation zugrunde zu .ächten. Hätte sich derart das Schicksal der Juden mit den weltpolitischen Händeln und Intrigen verwoben und >chon dadurch allein ihrem ohnehin geringen Machtbereich entzogen, so wurde es überdies zum Spielball der Parteien im Lande -elber. Cogalniceano und ein ganz kleiner Anhang waren, wie wir wissen, der Ansicht, man müsse -ich der ein mutigen Forderung Europa- \orbehahlos fügen, völlige Emanzipation der Juden würde dem Lande nicht nur keinen Schaden, sondern groben Nutzen bringen. Dem gegenüber stand die s«»g> nannte „Mol dauer Traktion*, die verlangte, man -olle ganz Europa trotzen, nicht das geringste Zuge-tändnis machen, alles beim alten lassen und im Notfalle sich ohne die Anerkennung Europabchelfen. Im Besitze der Macht befand sich die -«»genannte liberale oder nationalliberale Partei unter Bratianu und Koset ti. -ie er-trebte eine Verständigung mit den Großmächten, wollte aber \>m deren Forderungen soviel wie möglich abhandeln. Die kon-er vative Partei der Boiann wollte nicht-, al- Braliaii«»* und Ro-etti verdrängen und die Macht an -i h reiben. Zu dem /.weck trat -ie in die »)pj»o-ition und verband -i. •> mit der Moldauer Fraktion, die alleverweigerte, hu Uintergtund ab r -tand FurM i "arol. dt r blauere von .»Heu. .!« r ge,4 hu'*.u»U Spieler. Er *ar er.tscLk-=.=en. die Anerkennung Eurr»jiar ap -In Fall zu erv.irken. wie. xiratiano und Ro=e:d sr-r er-tr-re.en. Er se'nn'e sich danach, als Gleich =a>r Gl-: *r.-n mrn Platz im Rate der gekrön-tru Haup:~r zu bebaup:- n. Die anarchistischen AEiis^a d-r Moldauer v.arer. ihm ein Gr uei, aber er hr^~-:h.:t um. vor Europa auf die unülK-rvvindIicl-r=. II: vivrrusse. hinweisen zu können, die -ich •dess En-Ar.zip^rionsb-rsrrebungen er.tgegentürmten und das zu Gewährende auf daallergeringste M2JL. hir. abzudrucken. Rechtzeitig lieb er Cogalniceaz.— tal-n und un:-.-rs:-atzte Bratiano und RosettL Er sÄrit stets die \\&T dekon-thutionellm Herrscher- 5*rLd -r über d-r. t an ien s-.md. und spielte eine grgen dir andere au-, bier sn Ziel erreichte. Die Mrxb-ic der Fürsten Ca:./ be?tan i dafi er durdb anha>endr- Feilschen den « zum forraahrrnd-rn Xa-.h.UrS-rn drängte, bis Forderungen auf das kjeinste Mab herab: waren. schTkibu'ti s zhr.£t er ihm ein'.- fal-ch'* unter. Der Handel -• rrf-kr. Dir- Pr Lander half 22m. dabei v-uck-.-r n:i*. linde N«n erklärte der __R>uu±nuI"\ da- Mr^n Ro-et:: Bratianu-, Rurr-äni-,n -.1 ei.'-:.:!:- h ^h'O t anerkannt, .aui die- M ~iaii:.-.:--n d-- d.iplomat Verkehrsko-.iv.e ez.ichz an. und es-i gleich, ob die Mä:-L:-- durch Gesani:- in Bukare-t vc: seien, die Xa- :I-b^rr-iaa-en. Rußland. Uv?:-. Ungarn urd du: Türkei, dideh diwich seien.!iu~ix. u-creitihr- G--ar.d:s-hatten : karest e::ig-r:-;L:-rt. :r. der D«-r„iUr~gul:e:ungs-k« gleichern SzJbnur d . : . d-r <-b..:i ('^.L;' Was will miu; n«-cb r:i hr? da rin. "«-gner reine a'-etzt Ware re des einher - und rr ich- •r Bu* Dn über Rrligi-'-Ui". •: phische TL-err-r.. 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