Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 18 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar-Februar 1918)
- Article
- Rumänien und seine Juden
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 57 - 58 (sequence 3)
- Language
- German
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Rumänien und seine Juden. 5S dtn rechtlichen l"nterschi«-d der K*mf-s-i«>nen aus seiner Verfassung versrhwinden zu las-»*n. war rseiner. Würde schuldig, auf die Ah?« haffung d«-s Artikels 7 aus der Verfassung zu dringen. Derselben Ansicht scheint am h Bismarck gewoen zu sein, dessen aufrichtig > \V ihl wollen für die rumänischen luden a u - einem aufmerksamen Studium der Kreignisse jener Tag«- immer nn-hr hrrvor leuchtet. Bismarck, für den die Politik in der Kunst bestand, das Mögliche zu erreii In n. sagte, wie erinnerlich, am Ii>. September zu Bl i< hrüder, die deutsche Regierung könnte in die I-age kommtn, auf die Vorschläge Rumäniens einzugehen, wenn dieses, wie es ja geschehen, die Versicherung gäbe, den Juden die Bürgerrechte -ofort einzuräumen und ihnen nach Zusammentritt der Konstituante, dkpolitische ■ Gleichberechtigung zu gewähren. War die erste Hälfte der Zusage sofort verwirklich: worden, so war Bismarck bereit. Rumänien durch Errichtung einer deutschen Gesandtschaft in Buka rest anzuerkennen. Sein genialer Blick sah voraus, daß es für die rumänischen luden nie]»: vorteilhaft war. für sie auf der Stelle die völlig politisch- (Gleichberechtigung zu verlangen, Und als l'räsident des Kongresses war er offenbar der Meinung, dab dessen Ansehen durchaus gewahrt würde, wenn die Ausnahmegesetze gegen die Juden sofort und dann durch die Konstituante «irr Artikel 7 abgeschafft wurde. Wäre dieses Programm damals, im Spätherbst 187S. durchgeführt worden, so wären die Juden völlig befriedigt gewesen, der weitere Kampf wäre dem l~andc und den europäischen Mächten erspart gblieben und die Juden!rage in Fumänien wäre für immer eingeschlummert. Bedauert hätte dies nur der Fur-t Carol und einigt* wenige Parteiführer, d-n n mit d r Judcnfrag«- eine wichtige Watte im p »üti-chen Kampfe :«uder Hand genommen wäre. Auch die sogenanm ..Moldauer liberale Fraktion ", die aus unversöhnlich-n Judenfeinden bestand, hätte -ich der G« Währung de; Bürgern-« lue an die Juden widersetzt, allein sie warnumerisch zu schwach gewesen, um ernstlich g« g n den Willen d«-s ganzen Land« - und Kur »paauf zukomm-.n; in den «»rd« ntlich»-n Kammern vir-hi d nämlich eine gewöhnlich«- Mai »ritat. in d«!i auß-.r- irdentlichen. der Konstituante, dagegen eine Zweidrittelmaji»ritat. die olme di«- genannte Frak.ion nicht Zustandekommen konnte: überdies hätte sie sich, mit dein Bewußtsein begnügt. daß di.- ludeii;»uch weiterhin d<- iure als Au-l.tinler galten. Wer unnachgiebig darauf beharrte, daß gemäß der. übrigensehr unklaren. Bestimmung de« Berliner Vertrag« - allen rumänisch« n luden - »tort die uneingeschrimkten j-oliti-chen Rechte gewahr: würden, das wan n die ati-Ian Ii-« In n B«> hutzer der rumänischen lud« n. in «-wer Reihe Gerson v«»n Bleichröder in Berlin. Ihm g« lang eat: h. den Fürsten Bismarck umzustimmen. Wie wir gesehen, berichtete er drei W chen nach y. ner I nn rndung mit Bismarck an die Albane«-, «ler Kci.h-kanzhr hab<- ihm den dem mm mi— hn Kabinett « rt-ilM; Beschluß mitgeteilt, der «.'ahin lautete. «las 1); :.l-. h« Reith könne «Ii«- Anerkennung Rumänieniii:r null d«r I )ur«-hfuhrting -atntlichr r B« -« hlu-s.- d»- K »n gresst.-s .iu—pr«-« hen. Bismarck fugt«- noch h:::/u. •s b«--tehi au. h t'.r die amiern S:_.natar;t\:■ h: die M..gh. hk. it. -i h aut «Jen gl« -..!:«-r. Stau-ij i:-:k: zu ste:I«-:i. *rr gab s<>g;ir Oe-rerreich-T "ngarn einen nicht m:ßz*r.. erstehenden Wink, daß e-.. obgleich es bereits Rumänien förmlich anerkannt hatte. nunn:~hr Zurückhaltung üben sollte. Man s-ht. Bleichröder, der in -einer Hand den Karr.r.r für die Gleichberechtigung' -< iner ruma ni-ehe-, i ,1 jubensgenossen konzentriert hatte, war : nt-ch! •—r -. diesen Kampf b:s zum völligen Siege uber d:*-' rumänische Diplomatie und den Fürst«-n Can.l duröuruf echten. Durch welche Argumente gelang es ihm. den Fürsten Bi-inarck umzustimmen? Di- \r-w»rt auf diese Fr~ige werden under späteren Kreignis-t; geben. Aber s«:hon jetzt können wir feststellen, daß er zur Erreichung seines Ziels sogar nie In davor zurückschreckte, den Fürsten Bismarck in eine Zwangslage zu bringen. Er hatte nämlich. wir •-rinnerli h. an die Alliance in Parige-chrieb--*i, sei unbedingt notwendig, den französischen Mir.i-ter des Aeußeren Waddington zu veranlassen, «r solle das Berliner Auswärtige Amt auffordern. ~: h mit Frankreich und England zu vereinen, ir. Rumänien gegenüber dabei zu beharren. <La- -s di'- Beschlüsse des Kongresses vollinhaltlich ausführe und die Emanzipation der Juden durch s^f-.r-ige Erteilung der bürgerlichen und politischen Recht'- ins Werk s«:z'-. Dir Al'iance befolgte naturl:ch den Rar Blei, hröders. und Waddington ließ di" <Öffentlichkeit wissen, er sei f». st t-nt»< h]«»ssen. keinen diplomatischen Vertreter r_ä,:h Bukarest zu >«-nd-n. ehe nicht di.- rumänische Regierung di«- F«»rd-r;:ng des K«»ngresses erf-_:": und den lud« n g-wahn habe, w.»- ihnen tvc K»«ngr«-ß einmütig /ug».-:anden \sord«-ti ist. ..[»^ >: unser Wille und auch d.-r Wiil- Englands. cU« mit uns denselben W-g g»-bt. ur.d von dcnisev<~-n Gedanken bt --T.it l'nd in der Ta: n-.ti« rt Für-: <\ir«»i untenr. <*k:.«>r. L«»rd Beaconst':»-!d habe -;. h auf dem L-rdrr-^-^rsbaükeit dahin au«,;. -pr«>; hen. «.bl» England -:r r.g an d> n BoStimmungen rit - Berlinr Vertrag-s fvst/tihahen gesonnen s-.i und dafür anstehen daß diese Bestimmungen in der festgesetzten Fr:«: erfüllt wurden. Eist bezeichnend, daß Für-: C^.r«»I kurz darauf iu: -ich den englischen »b.rst-T. il n;e., in« n V-. rtrau.r.-m.tr.n Be.o otisfields. mit gT'-Lr Her/Iihk'it empfangt, /um Dank dafür, daß er „:;-.:: Warme un«l Energie'- dafür eingetreten -e-i. daLg.in- >iiis;ria' zu Run: luicn geschlagen wurde*. Dt.-Haltung Be.tconsfieids in der ludenfragwar als , «>::.:-.:>.ir nicht \«>n Fein-d-t ügk« it gegen KunL*n:--n dtkt:«-n. S..^r Irah.n. \«»n dein Kum.it;.en %.egen der angebltch: r. Ras>e'nverw.indts/h.it: am zuv «rkommeud-tet; urti mildesten bertandel: wurde, konnte \.»n d.r: --h-fran/ösihen Standpunk: nicht atme;«Khalte /war st n Bukarester neraik'«:>ul Baron Fava /tun G-s.md:en erh.clit. -allem dieser erklärte in ein.r Audienz b. im Fur-teu ("ar«»I. tLiL» ir. i»bg!« Ii s -hon in: Besitze seiner \kkr,dtt:^- a.1- Gesandter, diese doch m-ch rr.cht oii: zieil u:»'-rr-: c.ett kenne, da Italien dte I"nahhängigkeit Kurz-i".:. ".-« ni h: eher anerkennen wolle, bis <_ - von ihm .:n * bindende Zusü heiung für di-- Losung d r ludertrr^e » riialten habe \a «- ais.i Bh-chroder nu: Hilfe der Mltatt. j r. l_::_:en war. eine einmütige Meinung der t ".r.»L-::*/ her.*::s*eilen, daß m:t der Gewährung .1 r »a:: dir luden und der Aufhebung