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Ost und West · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1918) · p. Seite 51 - 52

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Journal
Ost und West
Volume
18 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1918)
Article
Julius Wellhausen
Date
1918-01-01
Page
Seite 51 - 52 (sequence 3)
Language
German
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5! Julius Wellhausen. dischc I röriirnigkeif*. gehören zu dein i-chön-icu und Hrvvii. was überhaupt auf diesem Gebiete geschrieben wurde Als kleine Probe seien hier die Sehn: Sporte des genannten Kapitels angeführt, die mi; überraschender Treffsicherheit die Figenart der iöd:>:d:cn Religion im Vergleich mit der griechischen Philosophie charakterisieren (S. 212 —IS): „Der Monotheismus selber ist in gewissem Sinne Philosophie, das Lrgebnis einer gewaltigen Abstraktion des Geistes von allem Sinnfälligen. Ein Wunder ist nur. daß den Juden ihr Gott kein Absiraktum geworden, sondern die lebendigste Persönlichkeit geblieben ist. So erhielten sie sich doch ihre Religion und w aren davon ganz anders durchdrungen und überzeugt als die Griechen von ilirer Philosophie, die gegen den Götterglauben des Volke? gewöhnlich eine merkwürdige Toleranz bewies." Vieles in -dem Buche, und /war nicht nur f:in- /cl: leiten, r'-rdert indessen zu ernstem Widerspruch heraus ist die Darstellung iler - vorpiophetivken "Religi-'H Israel* auch vmi /ahlreichen Kri- •ikvrn.m;: Recht beinstandet werden ..Jahve" soll •;rspn':ng!: -': inv der X'olksgntt Israels gewesen sein, d»T \«m de" Gittern der umliegenden \"ölker höchstens g: :i :::v!l. aber nicht prin/ipiell verschieden war. I rs: ■ Propheten hätten ihn /um (iotte des >..tiir.en M 'T-•*!:ei-muerheben, und er-t das Kxi! ' ab-- ::- 1 kennmi« *-\nr+ We-ens zur vollen Reife ^rb"; ' * Be: einer s-hhen Annahme bliebe c» •'■b.-. wir v;;r»n oft gesagt wurde, völlig unerk ar'i . :-.v. welcher >e'bst\ erst ind'ichkeit alle Prop: «■■«•:: lehren und Portierungen vortrageil. -.U <b -i -eine neue Kntdcckung vom Wesen fjn-ti n: - leinen, sondern mit allem Pathos der y-'i-'\en f-n-f's«r.ng über den Abfall von der wah-;■■ r: G< kvnarnis Di >e lehre uncTIhre For- -:nj-T. rnü—en also do"h als schon bekannt 1 :n i v-rb:"i!:' v »rausgesetzt w erden sein Spe- /'-'; Mi-! rimgen der sozialen Gerechtigkeit. :v i-.-n--:: Widli:;! üm-ii erst eine Blüte der prop <••}--: P'-Iigion .erblickt, sind schon ganz im jM "i '-n in dem anerkannt \orpn »phetischen •-'.-.■nan— ■•. . Himdc-buch" zu finden (Pvodus 22. -M. fl D:> Verdieilst der Propheten i>t dani;.t jr njer Denn erst ihnen ist egelun- I e':ren und Forderungen nicht nur mit g.nz--:: Gewalt ihrvr Persönlichkeit dem Volke Gi-'?:>nf:i- /u rufen, sondern sie zugleich auch - -.' r*7 *V:i.. /-im. geistigen Besitz immer weiterer kr-.U- /•: :en und zuletzt im Dcutf-rononiium / :r Gr-rrrPage « i e umi'.is-en!e:i Gesetzg -billig zu '•rivhen t wnigt-r iiif' cli'b u d> \\ e! i h uiscih ^»:<t_-;i-::;^ den \ Ii f :i Ii g «• Ii uu-clc! Relii; n* v-r.-- \;:ffass-:n^ \>»n d-r I'ntwickclung des ]'-i n-e-> IV, Wi- 'imcjsvu rhrMrhrn Ideologen siihsiiiuifi't er dem Begriff der .. Ihoia" nach Vorgang des Apostels Paulus einfach den Begriff des ..Gesetzes* •) Dadurch kommt von vornherein eine falsche N«»te in die Darstellung. Denn die nichtgesetzlichen Feile der Thon haben im Gottesdienst und Unterricht von Anfang an eine "ebenso grolle Rolle gespielt wie die gesetzlichen und haben auf die religiös-sittliche Erziehung des Volkes sicher einen tieferen, wenn auch äußerlich weniger sichtbaren Einfluß geübt. Noch stärker aber zeigt sich W e 11 h a ii s e n im Banne der kirchlichen Tradition befangen, wenn er die jüdische Geschichte nur bis zum Jahre 70 n Chr. reichen und in einem Kapitel über das Evangelium ausklingen läßt Die Zeit bis zum Abschluß des babylonischen Talmuds (500 n. Chr.- erledigt er summarisch in 3>_. Seiten und beschließt die bezüglichen Ausführungen mit den Worten (S. 358'»: ..Die ausgedehnte jüdische Literatur des späteren Mittelalters kann mau nicht mehr eigentlich als ein Gewächs aus der alten Wurzel betrachten" Pin solcher Machtspruch aus dem Munde eines sonst so gewissenhaften Kritikers mutet um so sonderbarer an. als er diese Literatur sicher überhaupt nicht, oder doch nur zum geringsten Teile kennt. In einer seiner ersten Schriften7 bekennt er ausdrücklich, selbst von der tannaitischen Literatur, also dem ältesten und wichtigsten des rabbinischeii Schrifttums, außer der Mechilta und einigen Abschnitten der Misrhna nichts im Zusammenhang gelesen zu haben Bezeichnenderweise sucht er dort seine Berechtigung, trotzdem auf diesem Gebiete mitzusprechen, durch die Behauptung zu erweisen. ..es sei hier eben möglich, das Einzelne ohne das Ganze zu verstehen" Dieser verhängnisvolle Irrtum ist seitdem Gemeingut seiner schule geblieben und hat viel l nheil in den Köpfen auch sonst sehr achtenswerter Gelehrter angerichtet Es besteht aber auch kein Grund zur Annahme, daß Well hausen etwa seit 1S74 das Versäumte nachgeholt und die talinudische oder gar n u htalmudische Literatur genauer studiert hätte Denn wenn er im Vorwort zur ersten Auflage der Israelitischen und jüdischen Geschichte abe inals bekennt: .Ich habe mich bei der Darstellung (der jüdischen Geschichte manchmal auf Gebiete begeben müssen, wo ich nicht zu Mause bin", vi kann sjch das wohl auf nichts andeies beziehen, als auf seine ungenügende Kenntnis des jüdischen Schrifttum«» der letzten 1S0M Jahre Ans lieinend sin 1 übrigens W 11 h a u s e n schließli'-h selbst Zweifel an der R clitigkeit seiner Auf- T\ \':\ üb ■ (lie-e herkömmliche Vvru.rh>hiug das 2 K* .jv.u l \ar> H «• r f m r d s Werk ..1 ).is phiriviiseht* judt rmuTi in b' ir.v. . \V«-j n und /ie!«-r ) irg.-st. Mt" L«-ip- ,ig 1913. "•) Die I'haiisi.-r mi: 1 die .s.uldu/jicr <ir iisu dd }--', S 12*% \n:n 1.

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