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Ost und West · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1918) · p. Seite 49 - 50

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Journal
Ost und West
Volume
18 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1918)
Article
Julius Wellhausen
Date
1918-01-01
Page
Seite 49 - 50 (sequence 2)
Language
German
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49 Julius Weühanscn. -fs natürlich nicht aus. daf> er ({ein Judentum in mehr als einer Beziehung das schwerste 1,'n.ech. . i:. Worin besteht nun seine wirkliche Be.uu.uig? Zunächst in der Sicherheit, ml; der er via würdiger Schüler Heinrich E \v a I d s — gleich/eilig die historische und die phüolog^cl e Methode handhabte, sodann in der Schärfe -einereliguonsgeschiehtlichen Blickes, den er übrigens auch am Neuen Testameni und an der älteren arabischen Literatur bewies, vor alkin aber in der ganz ungewöhnlichen I)nrstcnungsgabe, die aucli die verwickeltsien Probleme dem Verständnis nahebrachte und zugleich seinen Ideen eine hinreißende Ueber- /eugungskraft verlieh. Die drei Hauptwerke W e 11 h a u s e n s bauen <ich systematisch auf einander auf und geben erst in ihrer Vereinigung ein Bild von' seiner Cje-amtanschauung und von der Größe seiner Leistung.' die gerechterweise auch der anerkennen muß. der ihm oft nicht'zustimmen kann. Das er-./ isi betitelt: ..Die Komposition des Hexateurhs und der historischen Bücher des Ahe« Tcsraments" (lS7b>: . In tief eindringenden li-.er.c-fcririsc heu l. ntersuchungen sucht Yi'e 11 hausen lirin die Quellen der biblisclien Schriften in ihrer I'i^enari und ihrer /eitlichen Aufc:nanderff>!ge zu ermitteln. Diese <v>uellenschc:dung ist d:e notwendige Voraussetzung für <eine in den beiden anderen Werken enthaltenen religionsgeschichraichen Au-führungeu. Im ihre Berechtigung ist auch hauptsächlich der heiße Kampf innerhalb der christlichen Theologie entbrannt, der schließlich \\* e 11 h a u s e n < Verdrängung aus der the<>!og?-chen in die philosophische Fakultät herbeiführte. Gegen W e I 1 h a u s e n s (k>uellenscheidung namentlich im IVntateuch-) wurde nicht etwa nur von orthodoxer Seite Sturm gelaufen, sondern auch viele Gelehrte, die prinzipiell auf kritischem Standpunkt standen, leimten sich gegen einen Teil der von ihm gewonnenen Resultate auf. so namentlich gegen seine nachexilische Ausetzuug der minieren Bücher des l\utateuchs. des ««genannten ..Priesterkodex". Mi» desto i^oßcrer Erbitterung verteidigte die immer wachsende Anhünger>char W e 11 h a u s e n > die Anschauungen ihres Meisters, erhob dieselben förmlich zum Dogma und verschrie jeden als rückständig, der an ihnen /u /weifein wagte. Auch heute ist das l'rteil über viele Erageu der Quellenkritik noch nicht abgcsrhlos-eu. Doch selbst bei Anerkennung der Richtigkeit seiner Ausetzuug der verschiedenen Quellen gilt noch heiue das L'rtetl. das ein so gründlicher und unbefangener Kritiker ') Zuerst «schienen in den Jihrbüehcrn für deutsche Theologie ISTtvTT i. Aufl. I*^00s) V. sprüht vi »in lKx.iteuch (Sech^buch). tb nirh seiner Annahme ursprünglich auch d.Ls Buch J.>-::.» mit dein luuügen IVntateuch verstanden war wie Chw olsfjn schon 1S02 gefällt v- \. „Die Mö -'.ichkei: einer Quellenseheid ung in ftroßvn und groben Zügen will ich durchaus nich* bestreiten: aber nur diese halte ich für möglich, dagegen müssen wir in be^ug auf alle Detailfragen offen und ehrlich da-» verhängnisvolle Igr<>- rabimus ohne Scheu aussprechen." In dem zweiten Werk „Prolegomena zur Geschichte Israels** <lS7s>*) entrollt er die religion-- geschichtlichen Probleme, die sich aus seiner Quellenanaly-e ergeben. Das Werk /erfällt in drei Hauptabschnitte: a) Geschichte des Kultus; b) Geschichte der Tradition; c) Israel und das Judentum. Die in dem Werk niedergelegte I üile u»n kr:.!-:::er: Scharfsinn darf nicht darüber hinwegtäuschen, da.: die hier gebotene rcligtonsgeschichtlichc Kon-Traktion nich. immer auf sicherem Grunds:cht. K-i4 noch -> v.eit getriebene Qucllenscheidung re-1. eben aus. um die ganze geschichtliche En:w:ckl::u^ restlos /u erklären, und die großen Lücken de: l'cberliefcnmg müssen daher durch mehr oder weniger wahrscheinliche Hypothesen ausgefüllt werden. In dieser Beziehung ist die Wissens harr -ei:- dein über Wellhau-cn" hinausgegangen, indem -ie die l'rkunden debaby Ionisen-assyn-:::cn A!te - tums nieli: nur zur Ergänzung und B. richtiguug. sondern auch zur Beleuchtung der bi'rvsuien 1 *- künden heran/ ^. Die Religl-n Israel- :-t elgeschichtliche I'rseheinung. die :rc::: io-^Os: «. •-. ihrer geistigen l'm weh verst m :v:t Verden kann, und so konnten e--i durch eine l r\.:*er.:::g c: - Rahmens der (ieschicht-beiraehtung tu inerte P:• - bleme gelöst werden, während d.iduru!: freilicn auch eine Fülle neuer Probleme sich •. -h «b. dnoch heute der Lösung harren. Das drine Werk "behandelt die .J-:aeliti-zi: und jüdische Geschichte" (l?'M)"i. Ini liegen».« ' zu den zwei ersten Werken nie.et das-eibe e:ue zu-ammenhängende geschichtliche Darstellung, d e auch der gebildete I a:e verstehen undgetreten kann, wenn er nur die 1 ähigkeii besitz*. ge*ch:c:::- lich zu denktn. Wir erhalten hier auf dem eiue:; Raum \on Ml Seiten ein fesselndes Bild der äußeren und inneren Geschichte Israels bis zum Untergang des zweiten Tempels . In -einem Ideenreichtum und seiner plastischen Sprache braue!:: das Werk nicht den Vergleich mit Momnisen- ..Römischer Geschichte" zu scheuen, au die eauch äußerlich durch die Sparsamkeit :n der Anführung von Quellen erinnert. Manche Partien de- Buches, so namentlich in dem Kap te! ..Die uV a Ii-vte Passiluu.dd t .'::.'>:: i H a '-) Z:ur>' unter der! litei .«i - i -?:te 1-raei-" i Kii tv Ami was. -•> 7. Aufl. Ui>U.

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