Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1917-10-01 · Heft 10 (Oktober 1917) · p. Seite 461 - 462

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
17 (1917)
Issue
Heft 10 (Oktober 1917)
Article
H. Graetz
Date
1917-10-01
Page
Seite 461 - 462 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2583875-2584069-2584076-2605994--16748-2606042
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

461 David Alexander Haltrecht. 462 Russische und zuletzt auch ins Ungarische und ins Jüdische. Neben der jüdischen Geschichte im umfassendsten Sinne hat Graetz die biblische Literatur besonders gepflegt. Ausser zahlreichen Abhandlungen hat er vier selbständige Werke veröffentlicntj unter welchen sich auch ein zweibändiger Psalmenkommentar befindet. Nach seinem Tode erschien, zum Teil von Bacher herausgegeben, eine Sammlung von Verbesserungen zum Bibeltext. Wenn auch Graetz in diesem Betracht über das Ziel hinausgeschossen hat, so ist doch nicht zu leugnen, dass er die'Bibelforschung, der er die letzten zwei Jahrzehnte seines arbeitsreichen Lebens gewidmet hatte, gefördert hat, ganz besonders den in die Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft einschlagenden Teil. Auch als Lehrer hat er, der beinahe 40 Jahre am „jüdisch-theologischen Seminar" in Breslau gewirkt, unvergängliche Verdienste sich erworben, wie auch als langjähriger Herausgeber der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums". Sein überwältigender Wahrheitsdrang, sein unerschrokkener Mut, seine glühende Liebe für das verfolgte, geknechtete Judentum und seiner Religion sichern ihm für ewige Zeiten ein dankbares Andenken bei allen aufrechten Söhnen seines Volkes. DAVID ALEXANDER HALTRECHT. Von Dr. Amalie Klonower. David Alexander Haltrecht ist ein vielseitiger Künstler. Wenn auch seine Hauptstärke auf dem Gebiete des Porträts liegt, so hat er auch auf anderen Gebieten, besonders auf dem der Landschaftsmalerei, Bedeutendes geleistet. Sein Aufstieg war nicht leicht. Er ent* stammt einer alten, angesehenen Rabbi* nerfatnilie und ist in einem kleinen pol* nischenStädtchen ge* boren. Herkunft und Milieu gaben ihm viele Geistesschätze und seelische Dispo* sitionen mit ins Leben, ebneten ihm aber nicht gerade den Weg zur bil* denden Kunst. Der Vater starb ihm früh, und da er der Mutter nicht zur Last fallen wollte, mußte er ver* suchen, sich materiell auf eigene Füße zu stellen. Er ging nach Lodz, dem polni* sehen Manchester, clas schon so man* chen Träumer in einen praktischen Menschen verwan* delte. Auch Halt* recht wurde prak* tisch, aber auf seine eigene Art. Von dem geringen Gehalte, das er verdiente, kargte er Monat für Monat ein Sümmchen ab, bis er so viel beisammen hatte, um dem heimlichen Drang seines Herzens folgen und sich dem Kunststudium widmen zu können. Mit dreiundzwan* zig Jahren bezog er die Akademie der Schönen Künste in Odessa. Nach Ab* solvierung dieser Akademie ging er nach München und von dort nach Paris. Hier arbeitete er schon selbständig. Seine Bilder wurden zu vornehmen Ausstellungen zugelas^ sen und von der Kritik günstig auf* genommen. Von Heimweh ge* trieben, verließ er Paris und wandte sich wieder nach Warschau. Auch in dieser kunstsinnigen und kritischen Stadt fanden seine Bilder beim Publikum so* wie bei den beru* fensten Kunstrich* tern lebhafte Aner* kennung. Von War* schau ging er nach Rom, dem Traum und Ziel eines jeden. A. Haltrecht: Bildnis

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.