Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 17 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Article
- Neue Hagadah-Illustrationen von Joseph Budko
- Date
- 1917-07-01
- Page
- Seite 229 - 230 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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•229 Neue Hagadah - Illustrationen von Joseph Budko. 230 NEUE HAGADAH - ILLUSTRATIONEN VON JOSEPH BUDKO. In der Frühjahrsausstellung der Berliner Seces* sion ist ein Zyklus von 26 Radierungen eines jungen, bisher wenig bekannten Künstlers ausgestellt, der ganz besondere Beachtung verdient. Es sind Illustrationen zu einer Hagadah, die Joseph Budko, ein in Berlin lebender polnischer Künstler, geschaffen hat und die demnächst in einer Prachtausgabe dieses populärsten aller Ritualbücher erscheinen sollen. Mit besonderer Freude ist dieses Unternehmen zu begrüßen, denn gerade an einer guten modernen Hagadah hat es bisher gefehlt. Die älteren illustrierten Ausgaben sind so gut wie unbekannt, verschiedene gehören zu den größten Selten* heiten und existieren nur noch in wenigen Exemplaren. So z. B. die älteste, mit Holzschnitten geschmückte Hagadah, die 1526 in Prag erschienen ist, sodann die da* selbst 30 Jahre später entstandene Quartausgabe, die nur noch in einem Exemplar des Brithish Mu* seum bekannt ist, und die Prager Hagadah von 1590 in Folio. Be* sonderer Wertschätzung erfreuen sich auch die italienischen Haga* dahs mit Holzschnittillustrationen, so dieMantuaner von 1550 und 1560 und die Venezianische vom Jahre Ä'• ^"»i&v«'•• 'iZ ^:S5SB^ ll ^x. ' 'mMi>::^'. Die Auffindung Mosis 1609. Aber all diese Holzschnittinkunabeln der jüdischen Literatur sind von unbekannter Hand und fast in Vergessenheit geraten. Erst die 1695 zu Amsterdam erschienene, mit Kupferstichen gezierte Hagadah, die 1712 in zweiter Auflage und dann immer wieder herausgegeben wurde, nennt den Verfertiger, einen jüdischen Stecher Abraham ben Jacob, einen mittelmäßigen Künstler, der es sich sicherlich nicht hat träumen lassen, daß sein Erbe bis in unsere Tage nicht gerade in günstigem Sinne fortwirken würde. Wir kennen heute fast aus* schließlich die billige, stereotype Ausgabe dieses Büchleins mit dem zweispaltigen deutsch * hebräischen Text und einem halben Dutzend elender Illustrationen, einem geist* und würdelosen Massenfabrikat, dessen Klicheedrucke dem herr* liehen Festbuche nicht gerade zur Zierde gereichen. Es sind dies meist Nachzeichnungen der Amster* damer Hagadah des Abraham ben Jacob, die aber von den sorgfältigen und sauber ausgeführten Kupfer* Stichen nichts mehr ahnen lassen und die im Laufe der Jahre durch geistlose Kopisten sich immer weiter von dem Original entfernt haben. . ,^Tteiii^l-, - J-i-Vi.*^- ■ *tx - ■