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Ost und West · 1917-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1917) · p. Seite 31 - 32

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Journal
Ost und West
Volume
17 (1917)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1917)
Article
Gibt es Unterschiede der Begabung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Schülern?
Date
1917-01-01
Page
Seite 31 - 32 (sequence 7)
Language
German
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.31 Rabbiner Dr. jösef Eschelbachcr. 32 Tätigkeit alle seine Fähigkeiten dem Wohle des Staates: Und ist erst aus dieser so erhebenden gemeinsamen Anspannung aller der glorreiche Friede errungen, dann wird — wie wir zuversichtlich hoffen — das jüngst geprägte Wort von der freien Bahn, die in unserem Vaterlande künftig jedem Tüchtigen offen stehen soll, in die volle Wirklichkeit umgesetzt werden, dann wird man die Leistungen des einzelnen nicht nach seiner Herkunft und daraus folgenden Veranlagungen, sondern einzig und allein nach dem Streben bemessen, mit dem ein jeder seine Lebensaufgabe im Dienst des Vaterlandes und zum Wohle der gesamten Menschheit erfüllt. RABBINER DR. JOSEF ESCHELBACHER der am 3. Dezember im Alter von 68 Jahren nach langem schweren Leiden verschieden ist, war in Hainstadt in Baden ge* boren. Fast ein Viertel* jahrhundert hatte er in seiner Heimat als Bezirks* rabbiner von Bruchsal ge* wirkt, bis er 19G0 als Ver* treter der konservativen Richtung nach Berlin be* rufen wurde. Eschelbacher war ein begeisterter An* hänger Zacharias Frankels. Sein Standpunkt war der* selbe, den er als die An* schauung seines Lehrers formuliert hat*), „daß das Judentum in seiner Eigen* tümlichkeit erhalten wer* den müsse und in seinen ewigen Bestimmungen und Formen den Forderungen der vergänglichen Tages* meinung gegenüber nicht zum Opfer gebracht wer* den dürfe, daß es aber andererseits in dem Be* wußtsein aller Geschlech* ter seinen unerschütter* liehen Boden haben und darum mit den bewegen* den Ideen der Zeiten in steter Verbindung bleiben, von ihrem Lichte sich erleuchten und aus ihnen die Kraft gewinnen müsse, die das Ewige im Judentum den wechselnden Generationen stets in frischer belebender Anziehung erhält." Diesen Standpunkt vertrat er mannhaft und charaktervoll, unbekümmert um Anerkennung oder Anfechtung von außen, aber doch in versöhn* licher, friedfertiger Weise. Dadurch hat er der Rabb. Dr. Josef Eschelbacher *) Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums XLV, 1901, S. 229. Berliner Gemeinde viele Kämpfe erspart. Mehr als ein Menschenalter währte der Streit, > ob ein Rabbiner dei konserva* tiven Richtung an die Gemeinde berufen werden sollte. Eschelbacher war der erste und hatte als solcher gewiß einen schwe* ren Stand, er hat durch seine vorbildliche Amts* führung der Gemeinde diesen Uebergang erleich* tert; er hat seinen Anhän* gern weitgehende Zuge* ständnisse errungen, ohne daß dadurch einer andern Richtung ihr Recht ge* schmälert worden wäre. Seine Wirksamkeit faßte er nicht vom Stand* punkt einer Partei auf, er verfolgte den Weg, den sein Gewissen ihm vor* schrieb, tatkräftig und auf* recht, ohne anderen seine Meinung aufzudrängen. Darum konnte er mit den Vertretern anderer Rieh* tungen zuammen arbeiten, wo es galt, gemeinsame Aufgaben zu lösen. Er hat auch nach dieser Rich^ tung hin als Berliner Rabbiner vorbildlich gewirkt und an den mannigfaltigsten gemeinnützigen In* stitutionen hervorragend mitgearbeitet. So wie er es in Bruchsal gehalten hatte, setzte er es trotz der weit schwierigeren Amtspflichten in der Hauptstadt fort. Uneigennützig und hilfsbereit, von echt sozialer Fürsorge erfüllt, von großer persönlicher Herzens* güte und feinstem Zartgefühl durchdrungen, hatte er stets Zeit und Kraft, seinen bedrückten Mit* menschen Zuspruch und Beistand zu gewähren. In Baden kündet der „Landesverein zur Erzie* hung israelitischer Waisen" seinen Ruhm, in Berlin

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