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Ost und West · 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 71 - 72

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Journal
Ost und West
Volume
15 (1915)
Issue
Heft 1-5 (Januar-Mai 1915)
Article
Der Weltprügeljunge
Date
1915-01-01
Page
Seite 71 - 72 (sequence 3)
Language
German
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71 Der Weltprügeljunge. 72 ligen Krieg erklärt hatte, bemühte sich die englische Regierung, ihn in der mohammedanischen Welt als belanglos darzustellen und seinen Ursprung zu verdächtigen. Sir Reginald Wingate, der General-Gouverneur von Chartum, erließ zu diesem Zweck an die Scheichs der arabischen Stämme einen Aufruf in arabischer Sprache, dessen von der Londoner Times veröffentlichte Uebersetzung folgenden Passus enthielt: „Diese Männer (nämlich die am Ruder befindlichen Jungtürken), dieses Syndikat von Juden, Financiers und niedriggeborenen Intriganten (this syndicate of Jews, financiers and low-hron intriguers), haben, gleich Falschspielern, die ihre letzte Münze aufs Spiel setzen, gehorsam den dringenden Geboten Deutschlands und unserer Feinde, den Krieg angezettelt gegen die einzige Macht (England), welche durch ihre Handlungen und die Gefühle ihres Volkes sich stets als der wahre und sympathische Freund des Moslims und des Islam bewährt hat." Es ist gar nicht abzusehen, was für schlimme Folgen diese offizielle Kundgebung des englischen Gewalthabers für die Juden im ganzen Orient nach sich führen kann, die als heimlich Verbündete der Feinde der Moslims und des Islam dargestellt werden. Eine derartige offizielle Aufhetzung der Bevölkerung gegen die Juden war bisher nur in Rußland üblich. Man sieht . . . Rußland hat bereits angefangen, sich unter englischem Einfluß zu zivilisieren, ganz wie Mr. Jsrael Zangwill es prophezeit hat. Inzwischen hat die Londoner Presse, an der Spitze die Morning Post, schwere Anklagen gegen den Lord Oberrichter von England, Sir Rufus Isaaes (jetzigen Lord Reading) erhoben, weil er d'ie internierten Deutschen viel zu milde behandle. Sie werden unter seinem Regime nicht gequält, nicht mißhandelt und dürfen sogar ihren Geschäften nachgehen. Solcher Dinge, behauptet die Morning Post/ ist nur ein Jude fähig, und sie wittert dahinter verborgene Sympathien für Deutschland. Das schönste Stückchen hat sich aber die Milchschwester der Times, das Petersburger „Nowoje Wremja" geleistet. In der Nr. 37 der Petersburger jüdischen Zeitschrift ,,Razswjet" lesen wir folgendes: In einer der letzten Nummern der „Nowoje "Wremja" findet sich folgender Brief eines russischen Offiziers bei der in Galizien kämpfenden Armee: Es unterliegt für uns gar keinem Zweifel, daß die ausländischen Juden, gemeinsam mit den Oesterreichern, den tätigsten Anteil am Kampfe gegen uns nehmen. Wir konnten uns wiederholt persönlich davon überzeugen. Sie schössen auf uns aus Gewehren und Revolvern und töteten unsere Offiziere und Soldaten. Alle Teile der russischen Bevölkerung wetteifern jetzt, Rußland ihre Ergebenheit zum Ausdruck zu bringen. Es wäre besser, wenn unsere (russischen) Juden, statt aus ihren gespickten Taschen Beträge für unsere verwundeten Krieger zu entnehmen, ihren ganzen moralischen Einfloß auf ihre österreichischen Stammesgenossen ausüben würden. Es bestellt ja zweifellos eine Verbindung zwischen ihnen." Die Forderung ist ganz bescheiden. Das Organ Menschikows und Sinvorins ist darüber empört, daß die österreichischen Juden es wagen, dem Befehl ihres Kaisers und ihres Vaterlandes zu gehorchen und gegen die Russen mitzukämpfen. Es würde ihnen besser gefallen, wenn die russischen Juden nach berühmten Mustern ihren ganzen moralischen Einfluß auf ihre österreichischen Stammesgenossen aufwenden würden, diese zum Verrat zu verleiten. Dann hätte ihnen das „Nowoje VTremja" die Lorbeeren zuerkannt. Daß sie jetzt aus ihren vollgespickten Taschen Tausende für die russischen Verwundeten spenden, daß über 400 000 Juden sich im russischen Meer für den Zaren totschlagen lassen, das hat nichts zu bedeuten. Nimmt man alles zusammen was von den verschiedensten Seiten an Forderungen an die Juden gestellt wird, so muß man zugeben, daß die Judenfrage ein ziemlich kompliziertes Ding' ist, deren Lösung über die Kräfte eines Einzelnen oder auch einer ganzen Generation geht. Gtxn ^cfiiaa fcei xmferen^ß&graucu ,wmn Me 5fefl>poft edjie ©cacmÄtdmm obe* ©atatoöWfo 5****»**«» 20 SlidliÄpoSfiiiöS^ig veroacktporioi_ _ _ 5OSidi/^505ln]ä5$ig v^adri WBFJfowfo! Wmcji, i? -pprisffo 3^,4,5,6,8/IQ 3HA5,6&AOVfq,d,$kas.t Omenta!* labak-u ,Cigarefen-P&bpik yei*id^;i)pe^ HbßiefCTarö Trusifrei!

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