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Ost und West · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. Seite 795 - 796

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
Mose ben Maimon
Date
1913-10-01
Page
Seite 795 - 796 (sequence 6)
Language
German
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795 Dr. Simon Bernfeld: Mose ben Maiincn. 796 Tiberias im Heiligen Lande überführt und dort bestattet. Ein halbes Jahrhundert später, als in Spanien und Frankreich ein heftiger Kampf um die philosophischen Schriften des Maimonides tobte, wusste noch Nachmanides von der grossen Verehrung zu erzählen, die Maimonides bei Lebzeiten in den Gemeinden des Morgen- und Abendlandes genossen hatte. Das Leben und Wirken dieses Mannes sind in der vorliegenden Biographie liebevoll und doch objektiv geschildert. Ein besonderes Kapitel widmet sie der Persönlichkeit des Maimonides, die von antiker Grösse war. Da das Buch auch für Laien verständlich ist, darf man hoffen, dass es in weite Kreise dringen wird. Es dürfte dazu beitragen, dass man in unserem Volke Maimonides nicht nur dem Namen nach kennt, sondern auch sein geistiges Wirken und sein geniales Schaffen. Im übrigen gedenke ich noch, in „Ost und West" ausführlicher den kulturellen Einfluss des Maimonides in der Judenheit und auf die Aussenwelt zu schildern. SALOMO. EIN FESTSPIEL VON DR; EMIL COHN. Aufgeführt anlässlich der Einweihung der neuen Synagoge in Essen. Gestalten: Der Geisterkönig als Prologus. Salome Salomos Mutter. Sulamith. Hiram, der Künstler. Der Sprecher des Volkes. Ort: Vor dein Throne Salomos. Der Sprecher der Greise. Ein Knabe. Mehrere Kinder. Diener. Der Chor der Greise. Der Chor der Männer. Der Geisterkönig in feuerrotem Mantel tritt vor den Vorhang und spricht folgenden Prologus: In Nächten, die sich nie am Morgen röten, In die noch keines Menschen Sohle drang, Hört' ich ein Spiel von Geigen und von Flöten, — Von oben kam's, ein wundersamer Sang: So singt nur Menschenlust nach tausend Nöten, So klingt nur Menschenbrust im Feierklang: — Da trieb es mich, den König der Dämonen, Zu suchen, wo die holden Klänge wohnen. Nun fand ich sie und finde mich gestellt In eure bunten, frollbewegten Kreise: Ich bin kein böser Geist der Unterwelt, Und Menschen kränken ist nicht meine Weise; Nur ruhlos bin ich ohne Heim und Zelt Und immer nur auf meiner Sehnsucht Reise, Und diese Sehnsucht, — mögt ihr mir auch fluchen, -- Ist doch nur eine: frohe Menschen suchen. Ich kenne euch, einst lag ich ja gebunden, Am goldnen Löwenthrone Salomos, Da zog denn Tag um Tag und Stund um Stunden Vorüber Menschenlos um Menschenlos; Auch vieles Leid hat da den Weg gefunden Zum Königsthron, und manches Leid war gross: Und dennoch fühlt' ich: ewig muss es gelten, Dass eure Welt die schönste aller Welten. Der König starb, da war ich frei geworden, Doch ach, gebannt, gebunden wie zuvor; Ich wollte heim zu meinen dunklen Borden, Und fühlte erst, wie vieles ich verlor; Ich irrte um im Süden und im Norden, Und blieb ein armer Sklave doch und Tor: Der Sehnsucht Kette machte mich leibeigen, Sie zwingt mich heute auch in euren Reigen. Sie zwingt mich nicht, ich komme ja so gern Und komme froh und komme, um zu bringen; Ich bin ja reich, der Erde dunkler Kern Ist mein mit seinen Schätzen, meine Schwinger Erzwingen sich den allerfernsten Stern, Von dem mir diamantne Blitze springen: Aus Höh' und Tiefe könnt' mit goldnen Händen Ich euch die Schätze meines Reiches spenden. Doch seh ich euch in eure hellen Augen Und sehe dort geheimnisvollen Glanz: Was möchte solchem Glänze Erzglanz taugen Und aller Edelsterne Strahlentanz? Wenn Menschenblicke so am Glücke saugen, So greifen nach der Hoffnung Strahlenkranz, Dann darf man nicht die kalten Erze reichen, Dann blasst das Gold und alle Sterne bleichen. Wohl mir, noch andre Schätze kann ich heben, In meinen Händen gleisst noch andrer Prunk, Mein Zauber kann das Totenreich beleben, Und wenn ich will, so wird das Alte jung; Wohlan, so will ich heut mein Bestes geben, Für Hoffnung reich' ich euch Erinnerung: Und zeige euch in dieser frohen Nacht Den König Salomo in seiner Pracht.

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