Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1913)
- Article
- Arnold Zadikow
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 781 - 782 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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781 Karl Schwarz: Arnold Zadikow. 782 erarbeitet. Entbehrungen, ja selbst den Hunger, achtete er gering, durch Enttäuschungen liess er sich nicht entmutigen. Streng mit sich selbst bis zur äussersten Rücksichtslosigkeit reifte er sich als Mensch wie als Künstler aus und zog es vor, eher noch eine ^Zeitlang mit seinen Sorgen um die nötigsten Lebensbedingungen zu kämpfen, als mit unfertigen Werken an die Oeffentlichkeit zu treten oder dem Modegeschmack irgendwelche Zugeständnisse zu machen.: Daher gewahrt man jetzt plötzlich eine stattliche Reihe von Werken eines gereiften Künstlers, dessen Name bisher nirgends zu finden war. Und sicherlich wird Arnold Zadikow von nun an die Aufmerksamkeit stets auf sich lenken, denn die so schwer erkämpfte Position verspricht ein zielbewusstes Weiterschreiten auf der geraden Bahn. Zadikow hat mit der Kleinplastik begonnen, obgleich sein Talent sich mehr im monumentalen Stile ausspricht. Die grossen Schwierigkeiten jedoch, vor allem die pekuniären Vorbedingungen und das monatelange Arbeiten an einem W erke, sodann die geringe Nachfrage nach monumentaler Plastik veranlassten den Künstler, sich zuerst in kleineren Stücken zu versuchen und damit an die Oeffentlichkeit zu treten. Im vorigen Jahrgang, Seite 749, bildeten wir ein zierliches Silberfigürchen ab, eine Sandalenbinderin, ARNOLD ZADIKOW. Kinderbildnis, ein Werk, das seitdem von berufener Seite viel Anerkennunggefunden. Die strenge Linienführung und sichere Modellierung gibt dieser Plastik' einen weit höheren Kunstwert, als man ihn sonst in den modernen Kleinplastiken zu finden gewohnt ist. Es spricht hier bereits das Auge des Monumentalkünstlers, dessen Kraft, eingedämmt in engere Schranken, noch ruht. Als interessanten Realisten lernen wir Zadikow sodann in der Gähnenden und vor allem in der Tänzerin kennen. Während das aus tiefer Brust gähnende Mädchennach langen und sorgf ältigenBeobachtungen entstanden ist, ist die kleine Tänzerin als flüchtiges Augenblicksbild gefasst und als Eingebung eines momentanen Eindruckes geschaffen. Wie es da in dem sinnlichen Körper zuckt, wie es sich dreht und windet, sich leicht um die eigene Achse dreht und ganz hingerissen ist von den Klängen der Musik, wie die Arme vor Vergnügen wie ein flatterndes Band und [Schwingen wie zum Heben des Körpers den Bewegungen folgen, das ist in vortrefflicher "Weise zum Ausdrucke gebracht. — Der Faun, der in rasender Eile mit seinem feisten bockbeinigen Bengel dahinjagt, der vor Freude über den wilden Ritt sein helles Jauchzen und gellendes Lachen erschallen lässt, ist ein phantastisches Work, das noch am ehesten die Münchener Schulung erkennen lässt. MUEXCHEN". ARNOLD ZADIKOW. Kinderbildnis» Bildnisbüste Fräulein L. MUENCTIEN". Bildnisbüste Graf H,