Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 9 (September 1913)
- Article
- Gedenkrede des Herrn Salomon Reinach bei der Leichenfeier des Herrn Direktor David Cazès
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 739 - 740 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2583875-2584033-2584043-2605069--14888-2605136- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Tunis 1× ep/1048155
OCR text
739 Gedenkrede des Herrn Salomen Reinach bei der Leichenfeier des Herrn Direktor David Cazes. 740 J. C. A. ein Gebets-Ritual und Auszüge aus der Bibel mit hebräischem und spanischem Text zusammengestellt und vortreffliche kleine Lehrbücher für den Unterricht in der jüdischen Religion und in der biblischen und nachbiblischen Geschichte herausgegeben. Ich habe schon gelehrten Christen, die eine Vorstellung von den gegenwärtigen Ideen des Judentums zu haben wünschten, das Buch „Principies,deberes y practicas del Judaismo" empfohlen, das Cazes auf Kosten der Kolonisationsgesellschaft veröffentlicht hat. Ich führe einige Worte aus diesem Buche an, die einen wohltätigen Einfluss nicht nur auf die israelitischen Schüler unserer argentinischen Schulen, sondern auch auf die Nichtjuden da unten ausüben sollen, die vielleicht bei ihrem Durchlesen sehr überrascht sein werden. Sie lauten in der Uebersetzung: ,,Obgleich gewisse Pflichten und gewisse Religionsübungen speziell den Juden vorgeschrieben sind, lässt das jüdische Gesetz sich ohne Schwierigkeit auf die gesamte Menschheit anwenden. Keine Nation und kein Einzelwesen wird von der Barmherzigkeit und vom göttlichen Schutz ausgeschlossen. . . . Israel war mit der Mission betraut worden, den Monotheismus zu verbreiten, der Menschheit die Haltlosigkeit des Götzendienstes zu beweisen und den Vorstellungen von der allgemeinen Gerechtigkeit, Güte und Barmherzigkeit zur Herrschaft zu verhelfen." Diese Auffassung vom Judentum, die Cazes lange gelehrt hatte, ehe er sie in der ihm so vertrauten Sprache zusammenstellte, ist sehr weit von dem trockenen Ritualismus entfernt, den der Verfasser in seiner frühen Jugend in Marokko vor sich gesehen hatte, den er in den Chedarim von Smyrna und Tunis wiederfand und die selbst in Argentinien bei den alten Leuten der dort ankommenden russischen Kolonisten noch als einzige Religion in Uebung war. Wenn diese Religion in einem freien, dem Hauch der europäischen Zivilisation geöffneten Lande gelehrt werden sollte, wären bei den Kindern der Kolonisten leicht die Bande zerstört worden, die sie mit dem alten, vergangenen Ruhm des Judentums noch verknüpften; man hätte sie dann durch freie Arbeit bereichert, aber gleichzeitig ihr köstlichstes Erbteil zerstört. Selbst eine Kolonisationsgesellschaft müsste ihr Interesse auch der moralischen und geistigen Erziehung der unter ihrem Patronat aufwachsenden Geschlechter zuwenden. Während und nach seiner Direktionstätigkeit in Argentinien hat Cazes als Jude und Lehrer niemals aufgehört, sich mit diesem Problem zu beschäftigen. Wenn es gelöst werden soll, wenn die in der freien Landluft geborenen Kinder der Ghettogefangenen stets ein Plätzchen in ihren Herzen für die Religion freihalten werden, für die ihre Eltern so viel gelitten haben, so werden die von Cazes geschriebenen Büchlein viel dafür getan haben und diese Wirkung wird kein geringer Bürge für die Verehrung sein, mit der der Name ihres Verfassers genannt wird. Fahr' wohl, teurer Mitarbeiter und Freund! Du bist ein guter Arbeiter an einer guten Sache gewesen. Du hast dem Judentum im Geist seiner Propheten gedient. „Der Friede," sagt Jesaia (XXXII, 17), „wird das Werk der Gerechtigkeit sein, und die Uebung der Gerechtigkeit wird für ewige Zeiten Ruhe und Sicherheit zeitigen." Fahr wohl! Fünfzigjähriges Jubiläum. Das Bezirkscomite. der beteiligt. Das Centralcomitc spricht dem hollän- A11 i a n c e Israelite Universelle in den dischen Bezirkscomite und den ihm angegliederten Niederlanden hat am 6. Juli sein fünfzigjähriges Be- Lokalcomites seinen aufrichtigen Dank für die gestehen gefeiert. Das Central-Comite hat sich bei dieser deihliche Mitarbeit aus, die sie seit fünfzig Jahren Feier durch sein Mitglied Herrn Rabbiner Israel Levy in unermüdlicher Tätigkeit der Alliance geleistet haben. oftzfemc/HbiAuinau <JbbCerrLgo€a/ fSo&murutetücA.J Ct^40U^sH>e^-^ Z^wa^^U^ef .<ttcf3%. **5.6ö'f<r ' , , 3%. 4* -5 6 ö 1Ö~ Jypd. Sich.. Orienial. Tabaku. CigareifenfabriR. „>eriid2jer Dresden, Jrah. Hugo Z,iefz^. Tloflieferanf SJM.d. Königs von Sachsen.^ Trtisffrei!