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Ost und West · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. Seite 705 - 706

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
Juden als Erfinder und Entdecker
Date
1913-09-01
Page
Seite 705 - 706 (sequence 2)
Language
German
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705 Dr. Max Grumvakl: Juden als Erfinder und Entdecker. 706 H. GOTTSELIG. Ueber den Blitzableiter lesen wir bei dem spanischen Bibelerklärer Bach ja ben Ascher im 13. Jahrhundert die folgende Bemerkung: „Der Turm zu Babel wurde erbaut, um das Feuerelement zu binden, class es nicht die Stadt treffe, wie ja auch in unseren Tagen Gelehrte eine Kraft kennen, den Blitz nach einer bestimmten Stelle zu leiten". In gewissem Zusammenhange heisst es schon in der Toseplita Schabbat, XII, dass zum Schutz vor Gewitterschäden Eisen diene. Dass die Stiftshütte in der Wüste eine genau konstruierte Elektrisiermaschine und die Bundeslade eine Art VerstärkungsFlasche darstellten, dass ferner die Metallspitzen auf dem Dache des Tempels in Jerusalem wirksam als Blitzableiter gedient haben, hat u. a. der geistreiche Physiker Lichtenberg ausführlich nachzuweisen versucht. Der älteste bekannte Tunnel scheint der des Königs H i s k i a von Juda aus dem siebenten vorchristlichen Jahrhundert zu sein. Dieser heute noch erhaltene Siloah- Tunnel ist von beiden Seiten her in den Stein gegraben. Zwar hielt der Kanal die gerade Linie nicht ein, er erreichte vielmehr statt einer Länge der Luftlinie von 355 m eine solche von 535 m, aber die Wagerechte wurde erstaunlich gut gewahrt, denn der gesamte Höhenunterschied beträgt nur 30 cm. Fast genau in der Mitte trafen sich (wie die Inschrift, die man in jenem Tunnel fand, bezeugt) die von beiden Seiten vordringenden Steinhauer. Auf dem letzten Anthropologenkongress in Frankfurt a. M. hielt Geheimer Sanitätsrat Dr. Neubürger einen Vortrag über das Jubiläum des D arwinism u s und Lazarus Geiger, in dem er darauf hinwies, dass bereits 7 Jahre vor Darwin der geniale jüdische Sprachforscher Lazarus Geiger die Entwicklungstheorie wissenschaftlich verfochten hat. Aehnliches gilt von Cesaro Lombroso, der als Initiator auch auf anderen Gebieten Hervorragendes geleistet hat. Wie die Atomenlehre und die Entwicklungstheorie für die moderne Wissenschaft, so ist für einen grossen Teil der modernen Technik von grundlegender Bedeutung die elektrische Kraftübertragung, die gleichfalls einen Juden zum Erfinder hat. Es ist der bekannte Wiener Ingenieur und geistvolle Schriftsteller Josef Popper. Von Popper stammt eine Reihe von Verbesserungen an Dampfkesseln, die zum Teil in vielen. Ländern patentiert wurden. In seinem 1887 und 88 er¬ Kähne am Ufer. FRANKFURT a. M. schien enen Werke „Flugtechnik" übergab Popper der Oeffentlichkeit mehrere Erfindungen und Ideen, von denen jetzt nach 25 Jahren mehrere von den Flugtechnikern benützt werden. Von Popper rührt die Idee her, mit Hilfe eines rotierenden Ringes, des Gyroscops, die Stabilität des Ballons und der Flugmaschine zu bewirken, von ihm der Vorschlag, zur Bergung der Ballons Landimgshäfen anzulegen, und ein Mittel, die Wirksamkeit der Propellerschrauben zu verbessern. Seine wichtigste Erfindung ist aber die der elektrischen Kraftübertragung, die er als der erste erdacht und am 6. November 1862 — er zählte damals 24 Jahre — in einer versiegelten Abhandlung unter dem Titel „Ueber die Benutzung der Naturkräfte" der k. Akademie der Wissenschaften in Wien überreicht hat, die aber erst 20 Jahre später in den Mitteilungen der Wiener Akademie veröffentlicht wurde. Die heutige Dynamomaschine, die erst einige Jahre nach Poppers Eingabe an die Akademie erfunden worden ist, ermöglicht eine bessere Nutzanwendung der übertragenen Energie, stellt aber an Poppers Erfindung keine prinzipielle Neuerung dar. Unter den bisherigen Nobcip reist rag e v n zählt man 5, genau genommen, da Elie M etschnikows Mutter eine Jüdin war, 5V2 Juden, neben Albert M ichclsonin Chicago und Gabriel L i p p - mann in Paris die Träger des Friedenspreises A s s e r 3) und Fried sowie Paul E h r 1 i c h in 3) Staats minister Ass<?r, der 1911 den auf ihn entfallenden Betrag des Nobel-Friedenspreises für Arbeiten zur Förderung des internationalen Bechts gewidmet hat, ist, wie bekannt, vor Kurzem verstorben.

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