Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 9 (September 1913)
- Article
- Die Fruchtbarkeit der Juden
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 699 - 700 (sequence 6)
- Language
- German
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699 Dr. H. Hoppe, Königsberg i. Pr.: Die .Fruchtbarkeit der Juden. 700 H. GOTTSELIG, Studienkopf, Frauen ehelich und noch mehr vielleicht unehelich auch vor dem 20. Lebensjahre gebären — das heiratsfähige Alter der Frauen beginnt ja mit 16 Jahren —, so dürfte es richtiger sein, die Zahl der Frauen von 16—50 Jahren als Mass zu nehmen, an dem die Zahl der Geburten, die Kinderproduktion, gemessen wird. Leider aber fehlen solche Berechnungen überhaupt noch fast allenthalben. Nur aus Wiln'a habe ich eine Angabe gefunden, wonach von 1886/1907 auf 1000 Frauen von 20—50 Jahren bei den Juden 158.4, bei den Griechisch-Katholischen 150,0, bei den Römisch- Katholischen 131,9 Geburten kamen. (Zschr. Dem. 1909, 125.) Das am häufigsten angewendete und für die Beurteilung der Volksvermehrung brauchbarste Mass ist vorläufig immer noch die Zahl der Geburten auf 1000 Personen der Bevölkerung, das ja bei allen den im Eingang angeführten Statistiken der verschiedenen Länder benutzt worden ist. Natürlich ist auch diese Mass kein exaktes, da die Geburtenzahl von der Verteilung der Geschlechter, von dem Altersaufbau u. dgl. abhängig ist, und diese Faktoren bei verschiedenen Völkern, hei verschiedenen Volksklassen und bei denselben Völkern bzw. Volksklassen zu verschiedenen Zeiten verschieden sein können. Aber trotz dieser Mängel, die allen den angeführten Statistiken anhaften, bleibt doch das Endresultat, zu dem wir oben kamen, bestehen, dass die Geburtenrate bei den Juden stark abgenommen hat, und wesentlich stärker als bei den Nichtjuden. (Schluss folgt.) HEINRICH GOTTSELIG. Von Professor B. Mannfeld. Frankfurt;i. M. Wer in den Frankfurter Kunstsalons heimisch ist und sie von Zeit zu Zeit besucht, begegnet dabei in einem derselben einer Landschaft, die ihm auffällig erscheint. Ein still träumerisch dahin gleitendes Flüsschen in grauen Nebelduft gehüllt, schaukelnde Kähne am Ufer befestigt, über denen ein schräg aufsteigender Baum sich breitet. Ein Sommeridyll, über dem ein wohliger Friede ausgegossen ist. — H. Gottselig signiert. Weiter geschritten, — der Kopf eines Malers, leuchtend mit eindringlichen Zügen, mit denen sieh eine gar liebe Erinnerung verbindet, es ist W. A. Beer, der „Russenbeer". Wie fein getönt, in stumpfem Blaugrau — ein Mollakkord in Farben, aus dem ein markant gezeichneter bedeutsamer Kopf hervorleuchtet, und die sympathisch intim gezeichnete Hand den Pinsel führt. Das Land, das ihm zur zweiten Heimat wurde, gibt den Vorwurf für das Bild, das vor ihm steht — sein Bild — auf dem seine Hand ruht, das ferne Russland, wo er so gern und lange weilte. Auf seinem Bilde aber ein ernstes Weib, das ihr Kind stillt. Alles in sonnige Abendluft getaucht, wie wir es viel variiert von ihm sahen. Wieder IL Gottselig. Bald hatte auch das Publikum erkannt, dass es ein bedeutsames Werk sei, welches ihm entgegensah. Und nun die Synagoge in der Friedberger-Anlage zu Frankfurt a. M., feierlich, in farbigerPracht, vor im Dunkel ersterbendem grauem Gewölbe, den Zauber des geheimnisvollen Ritus markierend. — Drei Spezialitäten der malenden Kunst —das Porträt, die Architektur, die Landschaft, — davon aber das Porträt besonders feinsinnig erfasst. — Hatte Paris auf den Künstler mächtigen Einfluss hinsichtlich der Auffassung landschaftlicher und architektonischer Motive ausgeübt und seine Darstellunss- H. GOTTSELIG. FRANKFURT a. M. Porträt des Herrn M. Rapp.