Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 9 (September 1913)
- Article
- Die Fruchtbarkeit der Juden
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 691 - 692 (sequence 2)
- Language
- German
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691 Dr. II. Hoppe. Königsbergi. Pr.: Die Fruchtbarkeit der Juden. 692 diesen Gegenstand erschienen, die in mehr oder wenig umfassenden statistischen Erhebungen die Tatsache beleuchten und die Ursachen der Erscheinung sowie die Mittel zur Abwehr besprechen. Ungefähr zu gleicher Zeit, wenn auch schon ein wenig früher, hat man in jüdischen Kreisen, und zwar speziell Deutschlands, begonnen, der starken Abnahme der Geburtenhäufigkeit bei den Juden Aufmerksamkeit zu schenken, und es sind gleichfalls in den letzten beiden Jahren mehrere Arbeiten erschienen, die die Abnahme der Fruchtbarkeit bei den Juden, speziell den deutschen, konstatieren, aber z. T. über die Ursachen der Erscheinung auseinandergehen. Seitdem steht die Frage von der Fruchtbarkeit der Juden auf der Tagesordnung. Ich will hier die Frage, um sie zu einem vorläufigen Abschluss zu bringen, eingehend beleuchten und dabei das gesamte zu Gebote stehende Material vorführen, um dadurch einem jeden den klaren Einblick in die Verhältnisse zu ermöglichen. Die Behandlung der Frage muss ihren Ausgangspunkt nehmen von dem allgemein anerkannten starken Geburtenrückgang bei den westlichen Juden, gemessen an der Zahl der Geburten auf 1000 Juden der Bevölkerung. In Preussen wanden geboren auf je 1000 Juden Allg.-Bev 1817 42 50,— auf je 1000 Nach Hoffmann, zit. H. L ö w e , Zeitschr. Dem. u. Stat, .lud. 1911, 4. 1822/40 1841/66 1880/1900 1901 1902 1903 1876/80 1881/85 1886/90 1891/95 1896/1900 1901/05 1906 1907 1908 1909 ■ Juden 35.46 34,75 24.81 19,36 19,60 18.40 Christen 40,01 39,55 38,26 36.76 36,53 36,03 Nach Goldscheide r, Zschr. Dem. 1907, 71, R u p p i n , Zsch. Dem. 1905, H.6,7. auf je 1000 Juden Evangel. Kathol. 31.69 36,43 41,28 2813 35,24 39,51 23,94 34,66 39,99 22,55 33,81 40,51 20,38 33,05 41,19 18,49 32,32 40,20 18,38 31,13 39,08 17,29 30,29 38,47 17.23 28,60 38,38 16.24 28,95 37,27 Zschr. \ Dem.1911, 184 gar keine Abnahme der Geburtenrate stattgefunden, erst in den letzten Jahren macht sich eine langsame Abnahme bemerkbar. Aehnlich liegen die Verhältnisse in anderen deutschen Staaten. In Bayern wurden geboren (Zschr. Dem. 1911,152) auf je 1000 Juden Ges.-Bev. 1876/80 .......... 32,49 42,35 1881/85 .......... 28.59 38,54 1886/90 .......... 23,87 37,18 1891/95 .......... 21,04 37,49 1896/1900 ......... 18,93 37,87 1901/05 .......... 17,33 37,16 1906/09 .......... 16,75 34,61 1908 ............ 16,57 34,66 1909 ............ 14,94 33,52 War der Unterschied zu Ungunsten der Juden 1876/80 nur 10, so war er 1906/09 bereits 18,5; dabei ist noch zu bedenken, dass die Juden hier mit der Gesamt bevölkerung verglichen sind, deren Geburtenrate durch die in ihr enthaltenen Juden verschlechtert wird; würden die Juden aus der Gesamtbevölkerung ausgeschaltet, so dass nur Christen übrig blieben, so würde der Unterschied zu Ungunsten der Juden noch grösser sein. Das ergibt auch folgende Tabelle, die Juden und Christen miteinander vergleicht (bis 1900 nach T hon, Zschr. Dem. 1905, H. 8, 8, von da an nach Zschr. Dem. 1906, 85, von 1906 nach Zschr. Dem. 1912, 117): Es entfielen Geburten auf je 1000 Während also 1817, wenigstens in den 9 östlichen Regierungsbezirken Preussens, auf die sich die Angabe Lowes bezieht, noch 42 (richtiger 41,7) Geburten auf 1000 Juden kamen gegen 50 bei der Allgemeinbevölkerung und auch 1822/40 das Verhältniss noch 35,46 gegen 40,01 bei den Christen, also nur um 4,5 geringer war, war es 1880/1900 auf 24,81 gegen 38,26 gesunken, also um 13,4 geringer. Im Vergleich mit den Evangelischen ist die Zahl von 1876/80, wo sie 31,69 gegen 36,43 betrug, also nur um 4,8 geringer war, bis 1901/05 auf 18,49 gegen 32,42 gesunken, war also bereits um 13,13 geringer, und 1909 betrug sie 16,24 gegen 28,95, war also um 12,7 geringer. Eine Abnahme bat mit auch bei den Christen, speziell bei den Evangelischen, stattgefunden, bei den Juden aber in weit stärkerem Masse. Bei den Katholiken hat, wenigstens von 1876/80 bis 1901/05, so gut wie Juden Christen 1876 . . 1880. . . 34,4 . 30,2 45,9 39,9 1885 . . . 27,2 39,2 1890. . 32 "> 36,1 1895 . . \ 191 38,6 1900. . . 18,1 38,0 1902 . . . 18,3 38,9 1903 . . . 17,8 37,8 Ges.-Bev. Evang. Kathol. 1906. . . 17,93 35,5 31,73 37,32 1907 . . . 17,57 34,7 30,90 36.44 1908. . . 16,57 34,6 30,63 36,51 1909 . . . 14,94 33,4 25,23 35,31 1910. . . 15,32 32,4 28,34 34,22 Der Unterschied zu Ungunsten der Juden, der 1876 11,5 betrug, war 1900—1903 auf 20 gestiegen; seitdem scheint er allerdings nicht zugenommen zu haben. Ueber Württemberg stehen nur im letzten Jahrzehnt Zahlen zur Verfügung. Es kamen auf 1000 Personen (Zschr. Dem. 1913, 32 und 73) Juden Evang. Ges.-Bev. 1898 ....... 17,14 — - 1899 ....... 15,28 — 1900 ....... 15,61 — - 1901 ....... 15,25 — — 1902 ....... 15.97 — - 1903 ....... 16,27 — — 1904 ....... 13,99 — — 1906 ....... 14,61 33,42 33,0 1907 ....... 16,54 32,35 32,3 1908 ....... 15,47 32,18 32,2 1909 ....... 14,15 31,15 31,1 1910 ....... 14,76 29,41 29,7