Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 8 (August 1913)
- Article
- Aus den Alliance-Schulen
- Date
- 1913-08-01
- Page
- Seite 651 - 652 (sequence 2)
- Language
- German
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65t Aus den Alliance-Schulen. 652 ergriff Dr. Scialom das Wort und sprach mit begeistertem Schwung über die Ziele der AUian.ee und ihre ausgezeichneten Erfolge in Tunis. Wie die Gelegenheit es erforderte, betonte er besonders die Bedeutung des Handwerkunterrichts und erklärte im Namen des Verbandes ehemaliger Schüler, dass der Verband sich glücklich schätze, an diesem Fest teilnehmen zu dürfen und im Massstab seiner Mittel, getreu den Grundsätzen der Alliance Israelite^ Universelle, an der moralischen und wirtschaftlichen Hebung der tunesischen Juden mitarbeiten zu können. Dr. Scialom — dessen Rede übrigens hätte vollständig wiedergegeben werden müssen — schloss mit einem Dankhymnus auf die Alliance, in den die Anwesenden aufs herzlichste einstimmten. Darauf hielt Herr Beriel eine beredte Ansprache. Er dankte für das liebenswürdige Anerbieten der Veranstalter, den Vorsitz bei dieser Feier zu übernehmen; er habe diesem Wunsch sehr bereitwillig entsprochen, weil er gern Gelegenheit nehme, dem Alliancewerk die Sympathie und die Anerkennung der Regierung des Protektorats auszusprechen. Dieses uns schon längst bekannte Wohlwollen der Regierung ist uns kürzlich aufs neue durch einen Zuschuss von 5000 Frs. für unser Lehrlingswerk bewiesen worden. Uebrigens ist allgemein bekannt, und die Regierungsbehörden des Protektorats erklären es bei jeder Gelegenheit, dass sie für den Handwerksunterricht der eingeborenen Bevölkerung das Lehrlingswerk der Alliance mit Vorliebe zum Muster genommen haben. Nach der Rede des Herrn Beriel verlas Herr Castro die Namen der prämiierten Knaben und Fräulein Natal die Namen der Mädchen, und nach abermaligem von den Schülerinnen der Mädchenschulen ausgeführtem Gesangsvortrag fand die Feier ihren Abschluss. Der Charakter der Zeremonie war einfach und erhebend und entsprach vollständig den Absichten der Veranstalter. Es war eine Feier der Arbeit. Sagues. Smyrna. Gestatten Sie mir, Ihnen einen Bericht über den Verlauf der Feier zugehen zu lassen, die wir am 11. Mai zum 53. Jahrestag des Bestehens der Alliance veranstaltet haben. Herr Calmy, meine Frau und ich hatten beschlossen, in Hinblick auf die politische Lage, die dem Publikum keine grosse Neigung zu Festlichkeiten aufkommen Jässt, in diesem Jahr die Feier der Begründung der Alliance auf das notwendigste zu beschränken. Ein so zahlreiches Publikum hatte sich zu unserer Matinee eingefunden, dass der riesengrosse Saal der Talmud Thora-Schule sich als unzureichend erwies, und dass viele Teilnehmer stehend zuhören mussten. Die Elite der jüdischen Gesellschaft wollte trotz der schweren Tagessorgen nicht die Gelegenheit vorbeigehen lassen, der Alliance aufs neue ihre Dankbarkeit für alles Gute zu bezeugen, das sie von ihr empfangen hat. Auch Ihre Vertreter in Smyrna haben ihren Anteil an den Lorbeeren erhalten, was uns alle herzlich erfreut hat. Mit grosser Rührung haben wir die Be- Aveise aufrichtiger und einstimmiger Dankbarkeit beobachtet, die die Bevölkerung von Smyrna ohne Ausnahme für die „Mutter Alliance" empfindet. In meiner Ansprache hob ich hervor, dass man in Smyrna vielleicht noch mehr als anderwärts die Segnungen der Alliance anerkennt, denn bei jeder Versammlung, bei jeder Kundgebung zum Besten einer Schule oder eines anderen Wohlfahrtswerks wird mit warmem Gefühl darauf hingewiesen, dass alle Fortschritte nur durch die heilsame Wirkungmöglich geworden sind, die die Allianceschulen auf die neuen Generationen ausgeübt haben. Einer unserer früheren Lehrer, Herr Aclout, hielt einen Vortrag über das Thema: „Woher kommt die Gehässigkeit gegen uns?" Er behandelte dieses Thema mit allen Einzelheiten durch die gesamte alte Geschichte bis zu unseren Tagen. Darauf nahm der sehr angesehene armenische Rechtsanwalt Bubli das Wort und' improvisierte eine beredte Entgegnung, in deren Verlauf er ausführte, dass die Gehässigkeit, von der Herr Aclout gesprochen habe, nicht so allgemein wäre, wie er glaubt. Er könnte aus Erfahrung sagen, dass man in nichtisraelitischen Kreisen von diesen Ansichten früherer Zeiten immer mehr zurückkomme und dass dieser Umschwung der Meinung nicht zum wenigsten der Tätigkeit der Alliance zu verdanken sei. Der von ihr in grossem Massstab unter den Juden verbreitete Unterricht hat mächtig zur Hebung ihres Ansehens beigetragen. „Wir Armenier," sagte er, „suchen es der Alliance in allem gleichzutun, um auch die Unseren aus ihrer Versunkenheit zu heben. In unserer armenischen ,Alliance' haben wir die ,Alliance Israelite' als Führer und Vorbild genommen und haben uns das Programm zu eigen gemacht, das ihr selbst so grosse Erfolge gebracht hat." Rechtsanwalt Bubli ist ein Mann, in den besten Jahren, der seit langer Zeit in Smyrna lebt und mit ' s ^«^-^p::;^;~ ' , ■ für Kavaliere? 1 •> ^--NeueiWühnin^ W^Ms üffll^^ 20 5*ück M 1-~ : -/.■ Orieni. Tabak- -u Cisaretfcnfabrik. .