Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 8 (August 1913)
- Article
- Aus den Alliance-Schulen
- Date
- 1913-08-01
- Page
- Seite 649 - 650 (sequence 1)
- Language
- German
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- Tunis 1× ep/1048155
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650 WÄ\\S<"......... ............"rf//ft MITTEILUNGEN ///; teCenirai-Comitesder M AllianceJsrÄUniverselle no ht o^yT^ybxw So Bureau des Central Comites: ParisA5.Rue laBruyere^^^Foeutsches Bureau: Charlortenburg.Grolman^r.^. AUS DEN ALLIANCE-SCHULEN. I Tunis, 22. Juni. Löh]. Centralcomite! Hierdurch teile ich Ihnen crgehenst mit, dass am 15. Juni eine Verteilung von Prämien an die gewerhlichen Schüler und Schülerinnen der Allianceschulen im Gehäude der Knabenschule in der Malta- Srira-Strasse stattgefunden hat. Wie alljährlich war der Prämienvcrteilung eine Ausstellung der Lehrlingsarbeiten vorausgegangen. In den Tagen vom 11. his 15. Juni hat nicht nur das israelitische, sondern auch das europäische Publikum von Tunis unser Schulhaus besucht, in dessen eigens zu diesem Zweck hergerichteten Sälen die Arbeiten unserer Lehrlinge beiderlei Geschlechts ausgestellt waren. Obgleich das von der Alliance organisierte Lehrlingswerk von allen, die sich für die jüdisch-tunesische Bevölkerung interessieren, gekannt und nach Verdienst gewürdigt wird, waren doch für das grosse Publikum die Mannigfaltigkeit und die Vollendung der ausgestellten Arbeiten eine wahre Offenbarung. Die vortrefflichen, von den jungen, immer noch in der Lehrlingszeit stehenden Israeliten ausgeführten Holzbildhauer-, Schnitzerei- und Ziselierarbeiten haben ganz besonders die Aufmerksamkeit der Kenner angezogen. Unter diesen Lehrlingen haben einige so grosse Freude an ihrem Handwerk und so viel Geschick in der Ausübung bewiesen, dass sie nicht nur zu Handwerkern, sondern zu richtigen Künstlern sich ausbilden dürften. Die regelmässigen Ausstellungen der Schülcrarbeiten fördern das gesamte Lchrlingswerk in hervorragendem Masse. Sie lassen nicht nur seine Fortschritte und die verschiedenen Stadien seiner Entwicklung erkennen, sondern sie bringen den Lehrlingen selbst, die davon profitieren, neue Anregung und frischen Mut. Nirgends sonst kann das zurzeit in vollster Blüte stehende Lehrlingswerk so erfreuliche Ergebnisse geliefert haben, wie hier in Tunesien, das ein vorzügliches Aufnahmegebiet für die von uns ausgebildeten Handwerker bildet und wo man auch die Grundsätze zu würdigen versteht, die den Erfolg herbeigeführt haben. Die hier erscheinende Zeitung ,,La Depeche Tunisienne" bringt folgenden anerkennenden Bericht: ,,Die in den Sälen der israelitischen Knabenschule ausgestellten verschiedenen Lehrlingsarbeiten werden von aller Welt bewundert. Fast alle Handwerke sind dabei vertreten; wir haben die Arbeiten geprüft und haben mit grosser Befriedigung feststellen können, dass sie bedeutenden Fleiss, grosse Geschicklichkeit und einen Ernst beweisen, die alle Anerkennung verdienen. Wir haben so ziemlich alles besichtigt. Die Lehrlinge haben sich auf den verschiedensten Gebieten versucht, besonders sorgfältig sind einige Tischlerarbeiten mit Ziseliertinlagen ausgeführt. Eine grosse Anzahl ehemaliger Schüler der israelitischen Schulen sind Tischler und Holzschnitzer geworden, einige sind jetzt hervorragende Künstler auf dem Gebiet der Holzbildhauerei. Die ausgestellten Arbeiten sind das Werk von Wagenbauern, Schmieden, Marmorschneidern, Buchbindern, Sattlern, Tapezierern, Böttchern und selbst von Kupfergraveuren und -Ziseleuren und beweisen neben ausserordentlichem Fleiss vielfach wirkliches Talent. Besonders interessant ist die ■ Abteilung für Stickereien. Die weihlichen Arbeiten verwirklichen alles, was billigerweise erwartet werden durfte. Die jungen Schülerinnen der Alliance Israelite haben eine bemerkenswerte Probe ihrer wunderbaren Intelligenz und Geschicklichkeit sowie ihres erlesenen Geschmacks geliefert/' Die Verteilung der Prämien hat unter dem Vorsitz des Herrn Beriel stattgefunden, der das Amt des Leiters der Oekonomieabteilung für Eingeborene bekleidet. Schon von 9 Uhr morgens an wurde der Schulhof von einem ebenso distinguierten wie zahlreichen Publikum buchstäblich bestürmt. Die in ihrer Arbeitskleidung in zwei Reihen aufgestellten Schüler strahlten vor Freude über das Interesse, das man ihren Arbeiten entgegenbrachte; sie waren sogar nicht mit Unrecht etwas stolz darauf und erwarteten mit begreiflicher Ungeduld den gerechten Lohn für ihre Mühen. Gegen 10 Uhr erschien Herr Beriel. In seiner Begleitung befanden sich die Herren Buisson, ehrenamtlicher Direktor des Elementarunterrichts; Fitaussy, Delegierter der Beratungsstelle; Doktor Scialom, Vorsitzender des Verbandes ehemaliger Allianceschüler, und einige Vertreter der tunesischen Presse. Diese Herren unterzogen die ausgestellten Arbeiten einer minutiösen Prüfung und Herr Beriel, dessen Urteil uns wegen seiner hohen technischen Kompetenz sehr wertvoll ist, hat die Lehrlinge wiederholt wegen ihres grossen Fleisses und ihrer guten Leistungen gelobt. Nach dem Rundgang durch alle Säle begaben die Herren sich in den einfach mit Blumen und Fahnen geschmückten Speisesaal und nahmen dort auf der Estrade Platz. Ein Chor von jungen Mädchen sang unter lautloser Stille der Anwesenden die von Herrn Brody komponierte „Hymne an die Alliance". Danach