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Ost und West · 1913-07-01 · Heft 7 (Juli 1913) · p. Seite 533 - 534

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 7 (Juli 1913)
Article
Friedrich Beer
Date
1913-07-01
Page
Seite 533 - 534 (sequence 3)
Language
German
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533 Karl Schwarz: Friedrich Beer. 534 Ein Kolossalrelief des Michelangelo- 1 porträts (in den Museen zu Wien und New York) machte Beer zuerst in Amerika bekannt. Aber noch andere Arbeiten des glücklichen Künstlers fanden über dem grossen Wasser ihre dauernde Heimat, so die Statuen des Dichters Washington Irving im Centralpark zu New York und des Columbus in Chicago. Eine lange Liste würde sich ergeben, wollten wir alle Arbeiten des Künstlers hier aufführen, die an hervorragender Stelle ihren Platz gefunden haben. In Paris, Wien, Budapest, Hamburg, Mülhausen i. Elsass finden wir Denkmäler von ihm, in den Ausstellungen Frankreichs und Italiens begegnen wir seinem Namen. Auch dem jüdischen Gedanken hat der Künstler ein Monumentalwerk geweiht, in dem alten Juden, der dem Progrom entfliehend mit verzerrten Zügen und matten Gliedern sich vorwärts schleppt, noch einmal vor dem Zusammenbrechen die Worte stammelnd : Schemall Jisroel .... Dieses ergreifende Werk, das dem blutenden Herzen des Künstlers entsprungen ist, zeigt, ebenso wie der im Schweisse seines Angesichtes sich mühende Arbeiter (die Bekrönungsfigur des Brunnens auf dem Marktplatze zu Mülhausen im Elsass) die Richtung der Beer'schen Kunst. Beer war ein Schönheitsapostel, ein Künstler, der in der zarten, wohlklingenden Linie schwelgte, dem die Anmut des Darzustellenden ein unverrückbares Gesetz erschien. Diesen Prinzipien unterwarf er sein | ganzes Schaffen von den frühesten An- « langen der Tegetthoffbüste und des FRIEDRICH BEER. rremcottn > FRIEDE, jungen Dürer an bis zu realistischen ' Schöpfungen der letzten Jahre, dem Arbeiter, dem Verteidiger oder den lieblichen Frauender sich logisch entwickelnden Kunstwerke deutlich gestalten der Phantasie und der Schläferin. spricht. Beer ist Realist, aber nicht im Sinne eines Zola Die letzten zehn Jahre seines Lebens hat oder Gerhart Hauptmann, er ist Realist, wie es die Beer in Florenz verbracht, bis ihn der Tod seinem Künstler seiner Adoptivheimat waren, in der er sich Wirkungskreise entzog. Sein letztes Werk war deswegen so wohl fühlte. Ganz auf dem Studium der eine Frauengestalt, die einen Palmenzweig auf ein Natur fussend sind seine Wrerke entstanden; er sucht Grab legt. die Schönheiten der Natur und überträgt sie in seine So endete dieses arbeitsreiche Leben mit einem Werke. Der Wohlklang des menschlichen Körpers, rührenden Symbol: Die Palme, die er sich durch beobachtet bis in die feinsten Regungen der einzelnen seine Werke errungen und die ihm die dankbare Nach¬ Muskeln, bildet das Lebensstudium dieses Mannes, weit spendet, war das Schwanenlied, das er sich selbst dessen unbeugsamer Charakter aus der langen Reihe gesungen.

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