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Ost und West · 1913-05-01 · Heft 5 (Mai 1913) · p. Seite 381 - 382

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 5 (Mai 1913)
Article
Dow Ber Meisels
Date
1913-05-01
Page
Seite 381 - 382 (sequence 5)
Language
German
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38L X. M. Gelber: Dow Ber Meiseis. 382 Als die revolutionären Parteien im Jahre 1861 ihre Vorbereitungen mit den Demonstrationen eröffneten, war Mcisels bestrebt, die Juden zur Teilnahme an denselben zu bewegen, um ihre Sympathien zu den Polen an den Tag zu legen. Die eigentlichen Demonstrationen begannen schon im Jahre 1860: die erste Gelegenheit zu denselben bot der Leichenzug der Sowinska, deren Mann im letzten Aufstande (1830/31) polnischer General war. Die polnischen Volksmassen versammelten sich, um ihr das letzte Geleit zu geben, sangen polnische Nationallieder, begaben'sich dann aber ruhig nacli Hause. Man sah ein, dass die Demonstrationen verfrüht seien. Demzufolge entfalteten die ReA'olutionsparteien, speziell die unter Jürgens Anführung, eine umfangreiche Tätigkeit. Jürgens wollte sich anfangs mit der Besserstellung der Polen begnügen und wünschte, dass der Adel nur weitgehende Reformen A'on der Regierung verlange; die Grundlagen derselben sah er in der Aufhebung der Leibeigenschaft und Gleichberechtigung der Juden. Zu den Demonstrationen wurde er erst allmählich durch den Verlauf der Ereignisse gezwungen. Schon vor denselben begann man von einer Verbrüderung mit den Juden zu sprechen. Als ersten Schritt dazu kann man den Beschluss einer grossen Bürgergruppe ansehen, an den Zaren eine Petition zu richten, in der man Reformen, darunter auch die Gleichberechtigung der Juden, verlangen sollte. In Warschau war es ganz ruhig und man merkte wenig von der Bewegung, die unter den Polen herrschte. Zu den Beratungen der Revolutionsparteien wurden auch viele einflussreiche Juden zugezogen. Meiseis aber nahm noch keinen direkten Anteil. Er wurde wahrscheinlich über alles informiert, offen durfte er noch nicht auftreten. Da kam der Monat Februar. Am 21. begann die Sitzung des Agrarvereines, der damals die einzige nationale Institution bildete. Auch der Bürgerstand wollte endlich etwas Positives leisten. Am 26. versammelten sich die angesehensten Persönlichkeiten und wählten eine Delegation, die eine Adresse an den Zaren auszuarbeiten hatte. In diese Delegation wurde auch Meiseis gewählt. Hier finden wir ihn zum erstenmal A-fS *Xt-:>® rMHmm IWm '« . ' i<;,: «.•-. :y£;Z<!.- t4 K ^s^> V.-..- ■'■^'^'i^Wü-: :$&tw&z - -? , vgM^W-n^- r atfv-vSÜ''- - ■• ,.J. -jr^Ätg-^?*^SbSs3S&*» ^Atifä*;: ^ftt^M&il : tüMmstaf'»v^ .< m*3ß "-^m^ ■ säh&sza*- ' 'as* ü-iss ic -1T»T . >C rfc.> »*•>''■• ' -Jisrä r-.->, ■■ x. * : 'itrvv?■•'•; : *»: •'• Z?y»''''^\&i.. :* '• . %^ ■.: . ••. :^:3;>T' GUSTAV SCHNEIDER. San. Gimignano. (Nach eiuerJEadierung.) BERLIN. /r GUSTAV SCHNEIDER. Bei Chamonix. (]STach einer Radierung.; auf der Tribüne des öffentlichen Lebens. Mit diesem Augenblicke begann er ganz offen für die polnische Nationalsache zu wirken. Die Delegation wollte anfangs auf legalem Wege vorgehen, wurde yypfi aber durch die Agitation der Revolu-; tionäre davon abgelenkt. Die Jugend, v.-'-:->a die sich ganz im Lager der ,,Roten" befand, wollte zum Andenken an die Schlacht bei Grochow eine Demonstration veranstalten. Man sprach sogar im Stillen, dieselbe soll eine Verwirrung hervorrufen und sogleich wäre die Revolution da. Arn 27. Februar herrschte in der Stadt ein bewegtes Leben, man verteilte Aufrufe zur Andacht in Leszno. Ohne eigentlich zu wissen für wen und aus welchem Anlasse, versammelte sich ein grosser Volkshaufen vor der Kirche. Im Verlaufe kam es zu Zusammenstössen mit den Kosaken, wobei einige Personen getötet wurden. Dies erregte nur das Volk und die Unruhen begannen bedrohende Formen anzunehmen. Schon am 27. beteiligten sich einige Mitglieder der jüdischen Intelligenz an der Demonstration. Durch das rücksichtslose Vorgehen seitens des Militärs wurden auch die gemässigteren Elemente unter den Polen in ihrem Glauben, dass man auf legalem Wege Reformen erzielen könnte, erschüttert. (Sohlnss folgt) BERLIN.

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