Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Das Lehrlingswerk der Alliance in Konstantine
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 255 - 256 (sequence 1)
- Language
- German
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255 256 ^^MiTTEI LU N GEn'///j^ des Central-Comites der M AllianceJsrÄ Universelle no ni o^-iy' Parsau des Central Comites:ParisA5.RuelaBruyer^ bfO^*1 ^Deutsches Bureau. Chartorrenburg.GroInnan StrAS- DAS LEHRLINGSWERK DER ALLIANCE IN KONSTANTINE. Es ist'bekannt, daß die AUiance in den bedeutendsten Städten Algeriens, in Algier, Konstantine und Oran, besondere Institute geschaffen hat, sogenannte Abend- und Sonntagsschulen, in denen die Kinder religiöse und moralische Erziehung und Unterricht im Hebräischen und in jüdischer Geschichte erhalten. An diese Schulen hat man auch gewerbliche Kurse für Knaben und Mädchen angegliedert. In Konstantine, wo die AUiance seit dem Jahre 1903 ihre Tätigkeit ausübt, hat sie für die jungen Mädchen Schneider-, Putz- und Wäscheateliers eingerichtet. Für die Knaben bestand glücklicherweise bereits ein Lehrlingswerk, das von der Gesellschaft „Die Arbeit" organisiert worden war. Sie hatte es nur zu entwickeln und seinen Betrieb sicher zu stellen. Dieser besteht aus Tischlererwerkstätten und einer Schmiede. Die AUiance leitet diese Werkstätten im Einverständnis mit dem Komitee der „Arbeit" und bringt junge Leute, die ein anderes Handwerk erlernen, z. B. Sattler, Marmorarbeiter, Buchdrucker, Klempner usw. werden wollen, bei Meistern in der Stadt als Lehrlinge unter. Das folgende interessante Schreiben des Direktors der Albane esc h u len in Konstantine ist kürzlich bei dem Central-Comite eingegangen: „Konstantine, 20. Januar 1913. Seit mehreren Monaten wurden gegen unsere Institute durch die kleinen Meister versteckte und gehässige Angriffe gerichtet, die uns des unlauteren Wettbewerbes sowie der Ausnutzung von Kindern beschuldigten. Wir sollten die Ursache eines Preisniedergangs in Konstantine sein, der einige Aron ibnen sogar zum Konkurs geführt hätte. Einige Glaubensgenossen, die aus zahlreichen Gründen, aus denen ein Wohltätigkeitswerk nicht allen gestellten Anforderungen genügen kann, unzufrieden waren, sowie einige ehemalige Lehrlinge und Arbeiter, die wir entweder Avegen ihrer Führung oder wegen ihrer Forderungen nicht haben behalten können, ferner solche, die wir deshalb entlassen haben, weil es uns materiell nicht möglich ist, alle von uns ausgebildeten Handwerker selbst zu beschäftigen — alle diese Leute glaubten unser Werk verleumden und mit ihrem Zeugnis die verleumderischen Beschuldigungen einiger Personen stützen zu müssen, die im Trüben fischen wollten, und diewohl wissen, dass es in Algerien jederzeit erlaubt ist, auf die Juden tüchtig zu schimpfen. Die Arbeitsbörse griff diese unliebsamen Ausstreuungen auf. Um vor allem den Genossenschaftlern zu zeigen, dass es ihr am Herzen liege, das konstantinische Proletariat zu verteidigen, veröffentlichte sie in allen hiesigen Zeitungen ein abfälliges Urteil gegen unsere W7erke, die unter dem Vorwand der Berufsbildung sich die schamlose Ausbeutung unglücklicher Kinder angelegen sein lasse. Sie setzte eine Kommission ein, die eine Umfrage veranstaltete, um über die Mittel der Propaganda oder die direkten Schritte zu beraten, die zur Zerstörung unseres unheilvollen Einflusses anzuwenden sind. Das Bureau der Arbeitsbörse richtete einen Brief an Dr. Valentin, einen weiteren an Herrn Narboni, als an die „Präsidenten der AUiance", in dem diese Herren um eine LTnterredung ersucht wurden, in der die gegen uns gerichteten Beschwerden vorgetragen werden sollten. Diese Herren erklärten sich für nicht zuständig, da sie nicht Präsidenten der AUiance wären. Ich glaubte, das beste Mittel, siegreich aus diesem Kampf hervorzugehen, wäre: Den Stier bei den Hörnern packen, d. h. dem Wunsch der Störenfriede zu willfahren und eine Aussprache mit ihnen herbeizuführen. Ich bat Herrn Narboni, wenn auch indirekt, auf ihr Ansuchen einzugehen, um mir Gelegenheit zu geben, die Nichtigkeit dieser Verleumdungen zu beweisen. Arn 14. Januar fand eine .Zusammenkunft in meinem Bureau statt. Ich hatte die Mitglieder der Enquetekommission der Arbeitsbörse einberufen, ebenso das gesamte Komitee der Gesellschaft „Die Arbeit". Die um 9J/2 Uhr abends begonnene Sitzung dauerte bis 1 Uhr morgens. Herr Galea, Sekretär der Arbeitsbörse formulierte seine Beschwerden, die ich eine nach der anderen widerlegte, indem ich ihre Hinfälligkeit durch Tatsachen und Zahlen bewies. Zum Schluss der Sitzung wurde folgendes Protokoll genehmigt und von allen Mitgliedern der Delegation der Arbeitsbörse sowie von Herrn Narboni und DK Valentin unterzeichnet: Eine aus den Bürgern Galea, Richard, Sassa, Magri gebildete Kommission der Arbeitsbörse, die den Verwaltungsrat der Gesellschaft „Die Arbeit" ersucht