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Ost und West · 1913-03-01 · Heft 3 (März 1913) · p. Seite 231 - 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 3 (März 1913)
Article
Alte jüdische Grabdenkmäler aus der Krim
Date
1913-03-01
Page
Seite 231 - 232 (sequence 2)
Language
German
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231 Dr. S. Wc'isseriberg", 'Elisabethgrad: 'Alle Jüdische Grabdenkmäler aus der Krim. 232 Abb. 4. Grabstein mit neun« armigem Leuchter und zwei unbekannten Gegenständen. Tritt zutage treten, gar arg bestellt. Die uns liier einzig und allein interessierenden j üdischen Denkmäler sind in Kertscli hauptsächlich im Melek - Tschesmenschen Kurgan aufgestellt, der seinen Namen von der gleichbenannten Strasse führt, und der in ein Museum für verschiedene Altertümer, meistens inschriftlicher Art, umgewandelt worden ist. (Abb. 1). Der Aufstellung mangelt jedes System, so dass die j üd isch en D enkmäler in seinen beiden Hallenunter anderen A ntiquitäten zerstreut liegen und erst mühsam hervorgesucht werden müssen. Mein Blick wurde zuerst ganz zufällig durch eineTal'el mit charakteristischen j üdischen Emblemen gefesselt, daieh vordem Besuche des Kurgans keine Ahnung von seinem Reichtum an speziell jüdischen Denkmälern hatte. Ich vermute sogar, dass clicseTatsache überhaupt noch sehr wenig bekannt ist, da selbst in Kertscli meine Frage nach dem Vorhandensein irgend welcher jüdischen Altertümer nur mit einem Achselzucken beantwortet wurde. Nachdem ich aber im betreffenden Kurgan das erste Denkmal bemerkt hatte, konnte ich bei weiterem Nachsuchen noch elf andere herausfinden, wobei ich aus Zeitmangel nur solche notierte, die entweder jüdische Inschriften oder entsprechende Embleme trugen, und diejenigen beiseite liess, die griechische Inschriften aufwiesen, trotzdem sie dem Inhalte nach aber jüdisch waren. Der Erhaltungszustand dieser zwölf im Melek- Tschesmenschen Kurgan aufbewahrten jüdischen Denkmäler, die wohl fast ausschliesslich als Grabsteine zu deuten sind, lässt leider viel zu wünschen übrig; die meisten stellen Bruchstücke dar. Sie lassen sich jedoch in drei Gruppen einteilen: erstens solche, die nur Inschriften tragen; zweitens solche, die nur jüdische Embleme aufweisen und drittens solche, auf denen Inschriften und Embleme zugleich zu finden sind. Zur ersten Gattung gehört, Abb> 2a Grabstein mit wenn ich nicht irre, nur ein hebräischer und griechi- Stein mit defekter hebräischer scher Inschrift. ' A **» t ■ :V: \# im ■ & *4 " K - ,r~ . ,V ~?f!'l r>, f \ ' ' > m Vi-. "r-:':"i'sv * /^; "(;^;| * ^. ^| % \"^'^3 Abb. 3. Grabstein mit Menorah, Lulab und Schofar. und griechischer' Inschrift, der in Abb. 2a zu sehen ist. Dieselbe Abbildung zeigt auch ein Bruchstück, dessen oberer Teil ein Palmblatt, eine Menorah und einen Schofar in Umrissen aufweist, während die Buchstaben des unteren Teiles sich leicht zum Namen bvrw ergänzen lassen. Am zahlreichsten und schönsten ist die zweite Gattung vertreten, die ich durch zwei Abbildungen illustrieren möchte: Da haben wir zuerst in Abb. 3 eine fast mannshohe Kalksteinplatte mit künstlerisch eingemeisselter schlanker Figur des sieben- armigen Leuchters, über dessen dreizackigem Fuss zur Ausfüllung des Raumes ein Lulab und ein Schofar in vollendeter Zeichnungangebracht sind, wodurch auch der allzu schlanke Schaft des Leuchters weniger zur Geltung gebracht wird. Diese I drei Gegenstände wiederholen sich auf allen anderen Denkmälern in mehr oder weniger gelungenen Nachbildungen und scheinen mit der Zeit in eine gewisse Stilisierung ausgeartet zu haben, deren Anläufe wir schon in Abb. 2b gesehen, die eine unbeholfene Kopie von Abb. 3 zu sein scheint. Beide verraten ihre Verwandtschaft durch den dreizackigen Fuss und die Verbindungslinie der einzelnen Arme des Leuchters, sowie die Richtung des Schofars. Ein Unikum unter den jüdischen Denkmälern bietet die in Abb. 4 wiedergegebene Grabplatte. Hier haben wir es mit einem neunarmigen Leuchter zu tun, dessen ebenfalls dreizackiger aber ganz anders gearteter"Fuss von zwei Gegenständen flankiert ist, deren Deutung schwierig ist. Das $L rechte Gerät ist vielleicht ein Oclkrug, das linke hat die Form eines Turnhanteis und ist vielleicht als Tempelschlüssel zu deuten. Bemerkenswert ist, dass am Schafte des Leuchters als Verzierung dieselbe Figur Abb. 2b. Grabstein mit angebracht ist, die auch die Menorah, Palmblatt und Hantelkugeln auszeichnet. — Schofar, Eine; Eigentümlichkeit der

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