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Ost und West · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. Seite 135 - 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Article
Benno Elkan
Date
1913-02-01
Page
Seite 135 - 136 (sequence 4)
Language
German
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135 Karl Schwur/.: Bruno Klkan. 136 UEX\T0 EI'jKAX. Grabmal Rümelin in Freiburg i. B. das mit iiberlebensgrosscn Figuren geschmückte Hionzerelief. Stämmige Männergcsfaltcn versinnbildlichen den ,,Todesgang", dem unabwendbaren Geschicke entgegensehend schreiten sie kräftig ans: <lor eine geht mutig voran, dnmp I' dröhnen seine Schritte, ihm folgt ein zweiter mit gesenktem Haupte, während der letzte noch einen traurigen Blick nach dem verlorenen Leben zurücksendet. In der Mitte aber hat den stolzen Jüngling das tragische Geschick seines Lebens überwältigt; in wildem Schmerze schlägt er die Hand vor das Gesicht und schluchzt mit in den Nacken geworfenem Haupte auf. In dem gleichen gewaltigen Pathos ist das Grab ..Auferstehung" (Abi). 11)07, Seite 363) gehalten. Die Gestalten, in engen Raum gebunden, drängen sich wie gehemmt von den Schranken der dunklen Gruft. Stolz und erhaben wie das Grab eines Römers erhebt sich der riesige Sarkophag 'Rümelin in einfach schlichten Formen. .Aul* den Seiten sind Bronzetafeln eingelassen, die von goldenem B1 ü tenrand u m geh en sind; ein gewal tiges Mo nu inen t, umschattet von dunklen Bäumen und umgeben von saftigem. Lorbeer. „Schmücket die Gräber eurer Lieben", so schreibt Pfarrer Traub weiter, ,,abor schmückt sie so, dass man dabei stehen bleibt und etwas von Schönheit und Wahrheit mtinehmen kann." Schmücket die Gräber in einfachwürdiger Form, damit die Stätten der Ruhe zu Hainen der Andacht werden. — Auf dem Dortmunder Ostenfriedhof schmückt das Grab der Familie Kirchhof!" eine Gestalt, die der Künstler, als Einzelplastik neuerdings bearbeitet und die auf der letzten Ausstellung der Münchener Sezession unter dem Namen.,Pcrsephone" als polychromes Werk grosses Aufsehen erregt hat. Interessant an sich schon ist die Matcrialzusammenstellungan dieser weit iiberlebensgrosscn Figur. Auf einem kurzen Marmorsockel erhebt sich die Gestalt, deren in langen Fallen herabfliessendes Gewand ans einer grünlich-violetten Cipollinosäulo 'gearbeitet ist, einem alten Säulenstumpfvon einem ins Meer versunkenen Palaste des Nero in Antium. Der weibliche Körper ist aus Carraramarmor, die Haare aus gelb lieh-brau nein tiroler Onyx, die Augenbrauen, und Wimpern aus Alabaster. Ein feines Farbenspiel entfaltet sich in dem. Blumengewinde, eine ganze Reihe von Halbedelsteinen ist zu einer harmonischen Melodik vereint: grüner Achat und Malachit ti. a. in den Blättern, woissgrauer Nephrit, Rosenquarz, ziegelroter Süe.v und blauer Labrador in den Rosen. Keine naturalistische Wirkung wollte der Künstler durch diese Mischung von teils polierten, teils halbrohenGesteinen erzielen, sondern vielmehr eine starke Stilisierung zur liebung der Gesamtfigur. Das Verblühen des Lehens in den Farben des Herbstes.— Und mit diesem Werke gelangen wir zu den übrigen Freiplastiken Elkans. hauptsächlich Porträtb listen, die wieder wie in den Medaillen durch die schlagende Charakteristik fesseln, vom naiven Kinderköpfchen des Knaben mit den runden Pausbacken bis zu den tiefernsten Gesichtsausdrücken gereifter Männer. Tn Rom entstand das Porträt Eugen d'Albcrts; in breiten grosszügigen Flächen hingeworfen, wölbt ALSBACH.

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