Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Die Israeliten in Russland
- Date
- 1911-11-01
- Page
- Seite 1009 - 1010 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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1009 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Die Israeliten in Russland. 1010 vom 3. Oktober ei*. Erklärungen veröffentlicht, die Herr Kokowzew ihm gegenüber abgegeben hat und aus d 'nen hervorgeht, dass 'der russische' AJinisterpräsident zu seiner Prüfung der Lösung der Judenfrage eine -Müssigung mitbringt, die von der Haltung seines Vorgängers angenehm absticht. In folgendem geben wir den Teil des Interviews, der die Judenfrage betrifft: „Im Innern soll der Gang der Dinge nach wie vor derselbe bleiben. Es ist nötig, dass im russischen Reich das russische Element das herrschende ist und bleibt. Soll das heissen, dass d i e P o I i t i k cl e r r u s s i s c h e nRcgie r u n g nationalistisch sein soll? Nein, das n i c Ii t; aber national soll sie sein. Im übrigen dürfen in der Wahl der Mittel alle Vorbehalte gemacht werden. Meie der in den letzten Jahren angewendeten Mittel waren unglücklich gewählt und müssen verworfen worden. Indessen darf man bei der Ausübung einer nationalen Politik, die sich selbst verbietet, nationalistisch zu werden, doch nicht verkennen, dass ein Nationalismus vorhanden ist. „Wenn in der Nacht vom 1./14. September nicht energische Befehle gegeben worden wären, so wäre in Kiew wahrscheinlich, wenn nicht bestimmt, ein Pogrom ausgebrochen. (Diese Befehle waren von Herrn Kokowzew selbst gegeben worden. Und das hat genügt, damit am nächsten Morgen die Plätter der äussere ten Rechten ihn als den „Minister der Kadetten und Juden'*' bezeichneten.)' ..Was soll ich über die grosse Frage sagen, die man in Russland die ,,Fremdenfrage'' nennt? Nur dies: die Fremden im Reich werden nach Verdienst behandelt werden, sie haben also ihr .Schicksal selbst in der Mauel. Ihr Betragen wird die Haltung der Regierung diktieren. Das russische Reich ist gross und in diesem grossen russischen Land ist Platz für alle. Mögen alle arbeiten, so wird alles gut gehen. ,,l)ie Juden frage? Von allen eigentlich ethnischen Fragen, die in Russland aufgestellt werden,, ist dies die furchtbarste, die hitzigste und die am meisten verwickelte. Die nationalistischen Leidenschaften haben in den letzten Jahren einen so hohen Grad des Paroxysmus erlangt, dass für den Augenblick eine radikale Lösung dieser Frage unmöglich ist. Stellen Sie sich einen Minister vor, der im besten Glauben Anhänger des allgemeinen gleichen Rechtes ist und der. ebenfalls aus Ueberzeugung, für die Aufhebung des beschränkten Wohnrechts eintritt. Wenn diesem Minister die Möglichkeit geboten würde, seine Ideen plötzlich zu verwirklichen und sie aus dem Stadium der Theorie plötzlich in das der Praxis zu überführen, so würde dieser Minister über Nacht von dem unwiderstehlichen Strom der öffentlichen Meinung von seinem Sitz weggefegt werden." Verzeichnis der in den Monaten August—September bei dem Deutschen Bureau eingegangenen Beiträge und Spenden; Bamberg 353,15; Bernburg 40,—; Brühl 5.—; Bonn 30.—; Bruchsal 207,—; Chemnitz 325,—; Cleve 10,—; banzig 281,90; Darmstadt 9,80; Eberswalde 30,—; Eisenach 163,90; Emden 98—; Erfurt 178,65; Esch woge 87,—; Gnesen 4,80; Gedern 25,—; Gleicherwiesen 6,—; Greifswald 5,—; Griesheim 5,—; Gross-Strclitz 5,—; Grünberg 32,—; Grünstadt 05,—; Halle 214,—; Hameln 30—; Heinsberg 5,—; Ileubach 10,—; Herford 10,—; Hirschberg 5,—; Karlsruhe 5,—; Kirchenjahn 8,—; Kissingen 10,—; Königsberg i. Pr. 612,40; Koschmin 89,30; Kottbus (>0,—; Kronach 10,—; Labiau G,—; Lauenburg 5,—; Paderborn 25,—; Pieschen 102—; Ratibor 243,70; St. Ingbert 5—; Thorn 29,70; Ulm 551,70; Waag- Neustadtl 39,—; Winzenheim 20.—; Wreechen 34,—; Berlin 35,—. Sammlung für die abgebrannten Glaubensbrüder in Konstantinopel. Für die Abgebrannten in Konstantinopel sind dem Deutschen Bureau weitere Spenden zugegangen, über die, im Anschluss an die in der Oktobernummer von ,,Ost und West" veröffentlichte Liste, nachstehend mit .Dank quittiert wird: Argenau: Durch Rabbiner J. Nischkowsky, Jüd. Wohltätigkeitsverein 20.—. Berlin: Maximilian Heymann 100.—: Hermann Struck 10.—, Bise Ii he im i. Eis: durch Rabb. Dr. Wolff 100.—. Breslau: Dr. S. Levi 10.—. Brieg: Geh. Med.-Rat Dr. Adler 15.—. Göthen: Durch Rabbiner Dr. Seligkowitz 20.—. Karlsruhe: Rabbiner Dr. Satvcndi 55.— (hiervon 20.— für Aldin). Lauenburg i. Pom.: Rabbiner Dr. F. Salomon 3.—. L au p he im: Rabbiner Dr. Treitel 3.—. München: Durch Michael Nusshaum, Ku Itusgo meine! e 300.—; Spenden 15.—. Wongrowitz: Durch Rabbiner Dr. Friedmannj 16.—.