Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1911)
- Article
- Die Pogrome in Süd-Wales
- Date
- 1911-10-01
- Page
- Seite 869 - 870 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Pogrome in Süd-Wales, ihre Ursachen und Wirkungen. 870 L*fc * L. PILICHOWSKI. Hochzeit. PARIS. nehmen, richtig gekennzeichnet, als sie diese Männer mit jener Grossmutter verglich, die wohl weiss, dass ihr Enkel in den letzten Atemzügen liegt und doch den Arzt anfleht, er möge die Diagnose auf Masern stellen (say it is Measels). Noch haben die englischen Juden Zeit, den Machenschaften und Intriguen der russischen Regierung und der ihr gefügigen Presse1) entgegenzuarbeiten. Möge das Unheil abgewendet werden, ehe es zu spät ist.!) Nach Schluss der Redaktion geht uns ein von dem Verlag der „Times" soeben an „Interessenten" -verschickter Prospekt zu, in dem das baldige Erscheinen einer russischen Ausgabe der „Times" unter dem Titel „The Times Russian Number" angekündigt wird. Anm. d. Red. DIE JUDEN ALS WEHRVOLK. Eignet sieh der Jude zum Soldaten? Eignet sich der Jude zum Offizier? Die erstero Frage haben alle europäischen Staaten praktisch mit Ja beantwortet, indem sie, auch ohne den Juden bürgerliche Gleichberechtigung zu gewähren, sie ohne viel Federlesens zum Militärdienst heranzogen. Die letztere Frage wird, von Oesterreich-Ungarn abgesehen, von den ,.Edelsten und Besten", die die Heeresführung als ihr ausschliessliches Privilegium betrachten, im allgemeinen mit Nein beantwortet. (Italien und Frankreich, wo die Juden eine ganz kleine Minderheit und eine Elite bilden, kommen hier nicht in Betracht.) Dieses Nein ist aber nur (ün Glied jener langen Kette von Verneinungen, die der Bewegungsfreiheit des Juden entgegengehalten wird. Ein unverwüstliches Erbstück aus "dem Mittelalter, Nachdruck verboten. dessen Grundanschauung war, dass der Jude keinerlei gebietende Stellung einnehmen dürfe, da dies eine Beleidigung und Verhöhnung des Christentums wäre. Es ist noch nicht lange her, da brachte die von dein getauften Juden Harden redigierte Zukunft" einen Artikel aus der Feder eines hochacUigen Offiziers a. D., in dem der Verfasser, sich grundsätzlich gegen jede antisemitische Gesinnung und jede judenfeindliche Regung verwahrend, mit einem grossen Aufwand von Worten nachwies, dass die Zulassung von Juden zum Offizierstand die Disziplin im Heere endgültig untergraben müsste, da der Germane es als eine Herabsetzung empfinden würde, einem jüdischen Befehlshaber zu gehorchen. Da lag freilich für ein nicht feudal geschultes Hirn die Frage nahe, wie es denn um die