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Ost und West · 1911-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1911) · p. Seite 801 - 802

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Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1911)
Article
Das Schulwerk der A. I. U.
Date
1911-08-01
Page
Seite 801 - 802 (sequence 3)
Language
German
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801 Mitteilungen der Alliance Ismelite Universelle: l»ie Israeliten in der asiatischen Türkei. 802 friedenen Gesichtsausdruek der Zögling;?. In den kleinen Gärtchen bemerkten sie mit Genugtuung den Wetteifer der Schüler, ihre Beete schön zu bestellen und kleine Ruheplätzclien zu schaffen. Auch die eingehende J Besichtigung des Internats, der Küche, der Bäckerei, rles Speisesaals, der Schlafsäle, der Bäder, des Waschhauses, der Wäschekammer, der Schmiede- und Tischlerwerkstätten hat die Herren sehr befriedigt. Ich hatte die Besichtigung so organisiert, dass die Herren nicht nur einen genauen Ueberblick über die Organisation des landwirtschaftlichen Lehrlingswescns erhalten konnten, sondern dass sie auch all unsere Bemühungen und Versuche kennen lernten, auch nach beendeter Lehrzeit für unsere Schüler zu sorgen; zu diesem Zweck habe ich ihnen einige charakteristische Hriefo zu lesen gegeben, die wir von ehemaligen Schülern aus Brasilien und Argentinien erhalten haben. Herr Decker-David sagte darauf: „Ihr Werk verdient die Bewunderung aller Menschen, die sich für den Fortschritt der eingeborenen Völker interessieren; es ist einzig in seiner Art und ich kenne kein ähnliches, weder in Frankreich noch anderwärts. Ihre Organisation ist mustergültig, sowohl für den Unterricht wie für die Bewirtschaftung. Es ist sehr bedauerlich und unbegreiflich, dass Sie bei Ihren Glaubensgenossen in Tunesien nicht die Anregung und die Unterstützung finden, die ein so interessantes und schönes Unternehmen verdient." Nach seiner Rückkehr nach Tunis hat Herr Decker-David mir folgende Karte geschickt: „Herr Decker-David spricht dem Herrn Direktor seinen besten Dank und seinen Mitarbeitern die herzlichsten Glückwünsche aus zu dein schönen Stand clor Farm und dem vorzüglichen Unterrieht, der dort erteilt wird." Avigdor. Hainadan. Vor einigen Tagen sind die Söhne dreier mohammedanischer Würdenträger als Schüler in unsere Schule eingetreten. Es ist ein Sohn Sr. Exzellenz Muschir-Es-Sultan, des Gouverneurs der Provinz Hamadan, und die Söhne des Agha Ali Scheriatmedar und des Agha Kebabiani, der beiden vornehmsten Priester der Stadt. Der Gouverneur von Hamadan sagt? mir. als er mir seinen Jungen schickte: ..Ich bitte Si-\ mein Kind in Ihre Schule aufzunehmen. Ich kenne das Work der Alliance und ihre vorzüglichen Methoden und weiss, dass Ihr Unterricht von tolerantem Geist beseelt ist. Ich könnte die Erziehung meines Kindes keinen besseren Händen anvertrauen." Ich habe es für richtig gehalten, Ihnen die Aufnahme dieser neuen Schüler zu melden, weil sie ein Beweis für die hohe Würdigung ist, deren unsere Schule sich bei der hohen mohammedanischen Geistlichkeit und den hohen Regierungsbeamten _ erfreut. Diese Tatsache ist noch besonders bezeichnend, weil sie in einer so durchaus klerikalen Stadt wie Hamadan vorgekommen ist. Es ist ganz neu, dass die Kinder der hohen Geistlichen und hohen Beamten sich auf dieselbe Schulbank mit den kleinen Juden setzen, die vorher von ihnen gemieden worden sind. Das von oben gegebene Beispiel wird jetzt von anderen Mohammedanern nachgeahmt, die zu uns kommen und uns um Zulassung ihrer Kinder gegen ein gutes Schulgeld bitten. Sowreit es möglich ist, befriedigen wir "diese Gesuche, denn auch wir halten das tägliche Beisammensein der jüdischen mit der mohammedanischen Schuljugend für sehr erspriesslich. Die Zahl der nicht jüdischen Schüler in unserer Knabenschule beträgt jetzt 70, bei einer Gesamtzahl von 360 Schülern. " Die mohammedanischen Kinder zahlen ungefähr die Hälfte des von uns eingenommenen Schulgeldes. Eine Nebeneinanderstellung dieser Vorgänge bei uns und der Vorgänge in den Missionsschulen ist recht interessant. Während unsere Schule sich der allgemeinen Gunst erfreut, verringert sich die Schülerzahl der von der amerikanischen Mission mit grossen Kosten unterhaltenen Schulen von Tag zu Tag. Vor der Errichtung unserer Schule zählte die protestantische Schule "ungefähr 300 Schüler, fast durchweg Israeliten. Nach der Eröffnung unserer Schulen war die Schülerzahl auf 80 gefallen und heute zählt die Schule nur noch 35 Schüler, 33 Armenier und Mohammedaner und zwei Juden. Habib. Mogador. Ich habe die Ehre, Ihnen zu melden, dass unsere Schulanstalten der Casbah im Laufe des Monats März verschiedene offizielle Besuche erhalten heben. ~\ J

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