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Ost und West · 1911-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1911) · p. Seite 799 - 800

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1911)
Article
Das Schulwerk der A. I. U.
Date
1911-08-01
Page
Seite 799 - 800 (sequence 2)
Language
German
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799 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: 1 >ie Israeliten in der asiatischen Türkei. SOO beabsichtigten. Er freute sich darüber, dass mehrere Schüler die Absicht aussprachen, ihre Studien an einer höheren Schule in der Türkei oder in Frankreich fortzusetzen. Vor seinem Fortgehen sagte mir der Minister: Die Allianceschulen sind von der ottomanischen Regierung stets sehr gern gesehen worden: sie dürfen immer weiter auf unsere Sympathie und unsere Beihilfe rechnen." Smyina. Einen ebenso schmeichelhaften Besuch haben am 26. Juni die Allianceschulen in Smyrna erhalten. „Hierdurch teile ich Ihnen ergobenst mit'*', schreibt uns der Schuldirektor dieser Stadt, „dass unsere Schulen gestern den Besuch von Exzellenz Nazini Pascha, dem Gcneralgouverneur des Vilajcts, erhalten haben. Se. Exzellenz hat alle Schul klasson, den Kindergarten, die Arbeitsstuben der jungen Mädchen und auch den Speisesaal besichtigt, in dem zurzeit gerade die armen Schulkinder ihr Mittagsmahl verzehrten. Nazim Pascha hat meiner Frau und mir zu wiederholten Malen vorsichert, dass er die Allianceschulen ausserordentlich bewundere und in ihrer Art für mustergültig halte. Er hat einem Teil der Prüfung in der türkischen Sprache beigewohnt, die wir eben mit den Schülern der Obcrklassen vorgenommen hatten. Er war ganz entzückt von den vorgeschrittenen Kenntnissen, die unsere Schüler in dieser schwierigen Sprache erlangt hatten. Mit grossem Interesse hat er die jungen Mädchen in ottomanischer Geschichte geprüft. Einem Schüler, der ihm in türkischer Sprache die seit 51 Jahren von der Alliance verfolgten Ziele auseinandersetzte, erklärte der Vali: ,,Alles, was Sie mir über die Unterrichtsformen der Alliance gesagt haben, ist mir seit langer Zeit bekannt. Ich kenne die Alliancp Israelitc sehr genau; ich habe ihre Schulen in Konstantinopel, Syrien und dem Archipel besucht und weiss, welche Opfer sie bringt, um in unserem Lande Bildung zu verbreiten. Es ist mir auch bekannt, welche patriotischen Gesinnungen diese Schulen ihren Zöglingen einflössen. Die aus den Instituten der Alliance kommenden Schüler leisten der Türkei grosse Dienste. Die Israeliten arbeiten fleissig an ihrer Bildung und sie werden in absehbarer Zeit eines der vorgeschrittensten Elemente unseres Landes bilden und ihm von grossem Nutzen sein/' Da uns der Besuch des Generalgouverneurs einen Tag vorher angemeldet worden war, haben wir ihn mit allen seinem Rang gebührenden Ehren empfangen. Eine grosse ottomanischc Fahne schwebte über dem Eingangstor der Schulen. Das aus den Schülern der Talmud Thora und der Allianceschulen gebildete Orchester spielte bei der Ankunft und der Abfahrt des vornehmen Besuchers patriotische Weisen. Bagdad. Der Direktor der Alliancesehulo zu Bagdad schickt dem Central-Comite folgende interessante Mitteilung: B a g d a cl, 19. Mai 1911. „Mit grossem Vergnügen kann ich Ihnen die Mitteilung inachen, dass als Erfolg meiner seit einem Jahr unternommenen Schritte der Minister des Unterrichts unsere grosse Knabenschule endlich zu dem Rang eines Gymnasiums (idadie) erhoben hat. Ein Brief aus. dem Ministerium, der mir durch die Vermittelung des Direktors des öffentlichen Unterrichts zugegangen ist, hat mich davon unterrichtet. Ich brauche Sie nicht auf die Vorteile aufmerksam zu machen, die die Umwandlung unserer Schule zum Idadie (Gymnasium) mit sich bringt, auf die Auszeichnung, die Ihr Schulwerk in Bagdad und die ganze Gemeinde trifft. Die Mitglieder dos Schulkomitees und die bedeutendsten Notablen haben mir ihre Glückwünsche dargebracht. Diese Herren betonen mit Recht die praktischen Folgen, die dieser neue Erfolg für uns haben kann. Die drei Unterrichtsgrade — ausser den Hochschulen — in der Türkei sind folgende: Iptidaie (Elementarunterricht), Ruschdie (höherer Elementarunterricht), Idadie (Gymnasium). Nachdem unsere Schule Idadie geworden ist, brauchen unsere Schüler nach Beendigung ihrer Studien nur die von uns verliehenen Diplome von der Direktion des öffentlichen Unterrichts legalisieren zu lassen und werden damit zu allen Hochschulen (Medizin, Jurisprudenz usw.) zugelassen. Ebenso haben sie daraufhin Anspruch auf alle Beamtcnstellen, die die Regierung in ihren Verwaltungen für die diplomierten Schüler ihrer eigenen Idadies reserviert. Ihre Schule in Bagdad ist, soviel ich weiss, die erste und die einzige Privatschule in der Türkei, die offiziell den Rang eines Gymnasiums erhalten hat." ConstantinopeL Die Direktion der Alüancescliule in Galata hat folgenden Brief aus dem Ministerium des öffentlichen Unterrichts erhalten: „Wir haben von dem Bericht Kenntnis genommen, den Ihr Inspektor uns übermittelt hat, und haben daraus ersehen, dass die Kinder, die die Elementarklassen Ihrer Schule besuchen, in der ottomanischen Geschichte und in der türkischen Sprache weit vorgeschritten sind. Unser Ministerium erachtet es für seine Pflicht, den Herren Verwaltern und Lehrern seinen Dank für ihre Tätigkeit auszusprechen." Ismail Hakki. Bjedeida. Hierdurch teile ich Ihnen, ergebenst mit, dass Herr Decker-David, ehemaliger Abgeordneter und jetzt Direktor der 'Unterrichtsabteilung und der landwirtschaftlichen Propaganda in Tunesien in Begleitung des Herrn Beriel unser Institut besichtigt hat. Herr Beriel ist Privatsekrotär des Herrn Alapetite und Generalinspektor des Handl'ertigkeitsimterrichts der Eingeborenen. Die Herren haben den ganzen Nachmittag des 11. Mai damit zugebracht, die Einrichtung des Internats in allen Einzelheiten zu prüfen, das Unterrichtsprogramm und die Hauptteile unserer Bewirtschaftung eingehend zu studieren. Herr Deeker- David ist ein ehemaliger Schüler des agronomischen Instituts und Besitzer einer Schulfarm in Frankreich: er hat also ein kompetentes Urteil in technischer Beziehung und in bezog auf die berufliche Ausbildung. Er hat sich lange in den Stallungen und in der Molkerei aufgehalten und die vorzügliche Beschaffenheit unseres Viehs bewundert und sich genau nach unseren Methoden der Zuchtwahl erkundigt; auch in der Oclpresserei und im Weinkeller hat er nach allen Einzelheiten gefragt. Ich habe den Herren Decker-David und Beriel die Verbesserungen vorgeführt, die wir durch Vorschneiden und Umpflanzen bei unseren alten Olivenhäumen erzielt haben und ihnen gleichzeitig unseren neuen Weinberg und unsere jungen Olivenp fIanzungen gezeigt. Waren die Herren schon von allem entzückt, was sie in der Farm und von der Bewirtschaftung gesehen hatten, so fanden sie unsere Schulen und das Internat ganz wundervoll. Alle Schüler waren im. Schuir zimmer; unsere offiziellen Besucher haben sich ein Vergnügen daraus gemacht, sich mit einigen von ihnen zu unterhalten, sie nach ihrem Lehrstoff und nach ihren Zukunftsplänen zu fragen und freuten sich über die netten Antworten und den glücklichen und " zu-

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