Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- Die jüdische Abteilung in der internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden
- Date
- 1911-06-01
- Page
- Seite 537 - 538 (sequence 4)
- Language
- German
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537 Dr. Bamberger, Schöiilanke: Die jüdische Abteilungin der Internationalen Hygiene-Ausstellungin Dresden. 538 Dr. Rosenthal-Berlin: Hygiene bei Philo und Josephus. Dr. Funk- Boskowitz: Hygiene im Talmud. Dr.'Kroner-Oberndorf: Maimonides als Hygieniker. Dr. Wellesz-Budapest: Hygiene in den Responsen. Dr. Bamberger - Schönlanke: Hygiene im Schulchan Aruch. Dr. Artom-Florenz: Isak Judäus. Dr. Dienemann-Ratibor: Jüdische Hygieniker vom 16. bis 19. Jahrhundert. Dr. Fink-Hamburg: Die jüdischen Hygieniker des 19. Jahrhunderts. Dr. Dienemann - Ratibor: Die Hygiene im j iidischen Sprichwort u. a. m. Auch dieses Werk, das ein Standardwork genannt werden darf, wird nicht allein für den Fachgelehrten, sondern auch für jeden gebildeten Laien das grösste Interesse in Anspruch nehmen düifen. Im nächsten Hefte werden wir ausführlich über die Hygiene im rabbinischen Schrifttum uns jn.lüS OBST. Skizze. (Zur Tränke). BERLIK. auslassen. (Zum Artikel „Julius Obst" Seite 529.530.) ALFRED WOLMARK. Yor kurzem war in einem Berliner Kunstsalon ein Dutzend Bilder Wolmarks zu sehen, die einen bedeutenden Fortschritt in der Kunst des jungen englischen Malers zeigten. Die Farbe spielt in allen diesen Stücken eine hervorragende Eolle, sie wirkt kraftvoll und leuchtend, fein abgestimmt gehen die Töne in einander über und führen das Auge des Beschauers über die Leinwand. Zwei Blumenstücke besonders, violette Tulpen in einer roten und einer blauen Yase, beweisen, wieviel der Künstler von den Franzosen gelernt hat. In einer Landschaft mit einem Bauernpaar fesselt vor allem die rot-braune Jacke des jungen Weibes; dann gleitet der Blick über den gelblich-grünen Rock, der in seinen beschatteten Vorderteilen zu dem ebenfalls im Dunkel liegenden Teil der grünen Wiesenfläche überleitet. Diese Beispiele mögen nur beweisen, dass eine wohltuende Harmonie die Werke eint und dass es dem Künstler gelingt, in seinem kraftvollen Schaffen weiter sein bedeutendes Talent zu entfalten. Nachdruck verboten. Uns interessieren natürlich in erster Reihe diejenigen Werke Wolmarks, in denen er jüdische Sujets behandelt. Im Oktoberheft des YIII. Jahrganges, 1908, S. 600, brachte diese Zeitschrift, verbunden mit einer längeren Abhandlung, mehrere Werke des Künstlers zum Abdruck. Inzwischen hat sich die Reihe seiner jüdischen Bilder bedeutend vermehrt, nnd wir freuen uns, einige dieser charaktervollen Typen des Londoner Judenviertels hier abbilden zu können. Einer Erklärung bedürfen diese Werke nicht. Noch die letzte Arbeit, die die Staffelei des Künstlers verlassen hat, schildert eine ergreifende synagogale Scene. Vom grossen Ibn-Esra-Gemälde (1908, S. 604) bis zu den neuesten Werken ist ein grosser Schritt vorwärts getan: grössere Geschlossenheit der Erzählung, tiefere Psychologie, ein gehaltvolleres sich Versenken in die Ideenwelt dieser Menschen und daher auch ein weit packenderer Effekt ist die Frucht dieser Jahre, in denen sich der Stil Alfred Wolmarks immer mehr von seinem bisherigen Vorbilde Rembrandt losgelöst, aber zu grösserer Selbständigkeit entwickelt hat.