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Ost und West · 1911-05-01 · Heft 5 (Mai 1911) · p. Seite 413 - 414

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Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 5 (Mai 1911)
Article
Einiges über Auffassung von Würden und Ehren im Judentum
Date
1911-05-01
Page
Seite 413 - 414 (sequence 2)
Language
German
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413 Dr. Max Steif: Einiges über Auffassung ron Würden und Ehren im Judentum. 414 unter natürlich nur die Gleichheit vor dem Gesetz zu verstehen war. — Nach dem Untergang des jüdischen Staatsieh cns wurden allerdings der sich seiner direkten Abstammung aus dem Haus Davids rühmende Nassi in Palästina und der Resch-Goluta* oder Exilarch in Babylonien mit erhöhtem Glanz und Prunk umgeben, doch war dies — so sehr man auch hier gewissen K o mp etenzüb erschr e itungen einen Damm entgegenzusetzen wusste,— mehr der Ausfluss stolzer Genugtuung über das Vorhandensein dieser lebendigen Zeugen einstiger Macht und Grösse, als ein Zeichen knechtischer Unterwürfigkeit, wie dies aus jenem überschwenglichen Sendschreiben entnommen werden kann, mit dein ein spanisch-jüdischer Grosse die Kunde von der,Existenz eines jüdischen Königs der Chazaren begrüsste: „YVüsste ich, dass dem so ist, so würde ich meine Ehren gering achten, meine Stellung aufgeben, meine Familie verlassen, würde wandern über Berg und Tal, zu Land und Wasser, bis ich mich vor meinem König vom Stamme Israel' niederwerfen könnte". — ^- Die besondere Verehrung, dio'das Volk dem einstmaligen jerusalemischen Gottesheiligtum entgegenbrachte, Hess»! os voraussetzen, dass hiervon auch auf jenen Stand etwas übertragen worden wäre, dem die ganze Obsorge über dasselbe anheim gegeben war. Indessen wurden diesem, mochte auch zeitweilig sein übermässiger Einfluss im Staatswesen zu verspüren gewesen sein, je weiter, um so mehr einengende Schranken gezogen, bis der Priesterstand, nicht sowohl deshalb,' weil, wie Abraham Geiger gelegentlich meint, er bloss 'geduldet und nie anerkannt gewesen, sondern weil seine Lebensführung spruch zur Heiligkeit seines Berufes völligen Bedeutungslosigkeit herabsank, Was man sonst unter Adel versteht, Fürsten und Grossen des Volkes, Edelleute und höheres Beamtentum, so tiefgreifend und nicht zum Vorteil des Staatsganzen zuzeiten seine Machtsphäre sein mochte, — die angemasste 'Führerrolle wurde ihm immer wieder entzogen, wie ja seine Wertschätzung ST. BENDER. Der Dudelsackpfeifer. MÜENCIIEX. Widergetreten, zur beim Volk niemals eine sonderlich grosse gewesen zu sein scheint. Das jüdische Staatswesen, das von seinem Ursprung an mehr ein patriarchalisch republikanisches Gepräge trug, konnte sich eben Schwei' mit einer zu Ausschreitungen jeder Art stets geneigten Adelskaste befreunden, ein Widerstreit, der sich in der Form heftiger Parteifehden zwischen sog. Sadducäcrn und Pharisäern bis knapp vor seinem Untergang hinzog. —

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