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Ost und West · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. Seite 291 - 292

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
Die Alliance-Expedition nach dem Yemen
Date
1911-03-01
Page
Seite 291 - 292 (sequence 16)
Language
German
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291 ^Mitteilungen «lor Alliance Israelite Universelle: Die Alliance-Expodition nach dem Temen. 292 bedeckt. Der ^Mittwoch ist der Tag der Geschenke: die Braut erhält ein Beinkleid mit gestickten Seitenbahnen, ein Kopftuch, ein Paar ganz grobe schwarze Pantoffeln für die Strasse — im Hause geht man barfuss — und ein Kupfergefäss, in dem sich ein Stückchen Hausseife, ein Holzkanim, ein Iii und etwas Watte befinden. Die Hose zieht die Braut sofort an: mit dem Kamm wird sie frisiert, dann rasiert man ihr die Haare dicht an der Stirn und unterwirft sie der „Probe" mit der Watte. Eine alte Frau zerbricht das Ei, bestreicht das Gesicht der Braut mit dem Ei weiss und bedeckt diese Schicht mit der Watte; dann nimmt sie drei brennende Kerzen, die sie schnell in das so vorbereitete Gesicht hinein ausbläst. In diesem Augenblick ertönt lautes Freude ngeschrei. Die Watte ist nicht am Gesicht hängen geblieben, die Braut wird eine gehorsame und brave Frau sein, der Mann wird sie sehr glücklich machen. Jetzt wird ihr das Gesicht mit der Seife gewaschen, die sie geschenkt bekommen hat, und mit einem Pinsel zeichnet man ihr kabbalistische Figuren auf Stirn und Wangen, so dass die Zickzacklinien Augenbrauen und Augenlider verbinden. Zuletzt wird ihr ein reiches Gewand angezogen und. ein gesticktes Haubchen aufgesetzt. Nun erseheint der Vater, begrüsst seine Tochter mit dem Namen „Frau", und die Frauen bleiben bis zum Abend beisammen, essen Früchte und trinken Kischer. Am Abend beginnt das Fest der Männer. Unter Gesang und Tanz bestreicht der Oberrabbiner eigenhändig Arme und Hände des Bräutigams mit einer dicken Schicht Henna, und die Mutter tut dasselbe an den Beinen und Füssen. Am Donnerstag abend finden alle Gäste sich wiederum bei dem Bräutigam ein, der mit grossem Stolz seine vom Henna rötlich schimmernden Arme und Beine zeigt. Der Oberrabbiner bekleidet ihn mit einem sehr weiten grossgebliimten Rock, befestigt an verschiedenen Stellen des Talith kleine Rautensträussohen, und nun begibt sich die ganze Gesellschaft mit brennenden Kerzen in den Händen in Prozession in das Haus der Braut zum Hochzeitsmahl. Man beginnt immer mit Araki und Früchten, Schalen und Kerne werden in die Mitte des Zimmers geworfen. Dann bringt man niedrige Tische und Terrinen, die mit Fleisch und gelber Sauce angefüllt sind, dazu ganz warme, schmale arabische Brote. Das junge Ehepaar erhebt sich und sagt den Segensspruch; alle Gäste nehmen riesige Stücke Brot, tunken sie in die Sauce und verspeisen sie mit einem pfeifenden Geräusch, weil die Sauce sehr scharf ist. Dann nimmt jeder ein Stück Fleisch, das mit den Zähnen zerrissen wird; ist das Fleisch nicht weich genug, legt man es wieder in die Terrine zurück und holt ein anderes heraus; die verschiedenen Hände treffen in der Terrine zusammen. Jeder ist bemüht, ein oder zwei zarte Stücke zu finden, die er in Reserve, auf den blossen Tisch legt. Nach beendetem Mahl kehrt man in das Haus des Bräutigams zurück. Dieser wechselt wieder die Kleidung; der Oberrabbiner zieht ihm weisse Gewänder an, seine Mutter bestreicht ihm die Augenwimpern mit Kohle, und man geht zu den Kiddusehin in das Haus der Braut. In der Zwischenzeit hat sich diese mit ihrer Mutter und den anderen Frauen der Familie in einem grossen Verschlag eingeschlossen. Der Rabbiner und der junge Ehemann sprechen zusammen den Kiddusch, und durch die halboffene Tür reicht die Braut ihre schwarz bemalte Hand heraus, man könnte glauben, dass sie schwarze Handschuhe trägt. Der Bräutigam legt ein Zweipiasterstück (-40 Centimes) in die Hand seiner Zukünftigen und spricht dabei die sakramentale Formel aus. Man schliesst die Tür des Verschlages, und der Rabbiner verliest die Kctuba. Dann wird die Tür wieder geöffnet, der junge Ehemann gibt seiner Frau das Pergament und sagt: „Nimm das, hierin sind alle deine Rechte verzeichnet", — und jeder geht zum Schlafen nach Hause. (Fortsetzung folgt); Wo herrscht Keuchhusten? fvnrossnl ist ein unfehlbar sicher wirkendes Mittel gegen Keuch- und W|#4 CaaUl Stickhusten und wird seit Jahren von Herrn Prof. Dr. Soltmann, Direktor des Kinderkrankenhauses Leipzig ausschliesslich mit Erfolg angewendet. Flasche ä M. 1,25 gegen Voreinsendung des Betrages, Nachnahme 25 Pfg. höher. Hianfnn<< ITccan? Pa- Qualität, keine Hausierer-Ware, Dutzend £iieniong-&ssenz M. 25o und m. 3,50. Jlrimo Piclse.1i, Tjaulmn, OeM-hiifUßiündune 1874. Wie in den Vorjahren, so werden wir auch jetzt wieder zu den israelitischen Osterfeienagen coffeinfreien „Kaffee Hag" in koscherer Ware liefern. Die Herstellung erfolgt unter Aufsicht des Herrn Rabbiner Dr. Rosenack, hier. Wir möchten nicht unterlassen, die Vorzüge des eoffeinfreien Kaffee Hag11 nachstehend kurz anzuführen. Es gibt seiir viete' Menschen, die keinen Kaffee trinken, weil sie selbst merken, daß der Kaffeegenuli ihnen Beschwerden verursacht, oder aber weil der Aizt innen den Kaffee verboten hat. Coffeinfreier „Kaffee Hag" ist Bohnenkaffee mit vol'em Geschmack und Aroma ohne Coffein' Er besitzt die schätzenswerten Eigenschaften des Kaffees, ohne nachteilig wirken zu können, deshalb darf coffeinfreier „Kaffee Hag" von jedermann getrunken werden, auch von Kindern. Er wird emp" fohlen als Getränk für Herz- und Nervenleiden^, Mairen- und Dairnkranke, für Frauen, bei beginnender Arterienverkalkung, bei Gichtleiden etc. Coffeinfreier „Kaffee Hag" ist in kg-Paketen zu nachstehend angegebenen Preisen in 6 Qualitäten üoerall erhältlich. Bremen, März 1911. Kaffee-Handels-Aktiengeselischaft. Coffeinfreier „Kaffee Hag" :!:Qualität Nr. 6 .... M. 0,70 per »,5 kg-Paket „5......0.75 „ „ * ., „4......0.80 ,..... „3 .... „ 0.90 „ „ * „ „2......1.00 „ „ „ 1 . . . . „ 1,10 „ „ Die mit * versehenen Qualitäten werden auf Wunsch koscher geliefert

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