Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 3 (März 1911)
- Article
- Die Alliance-Expedition nach dem Yemen
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 289 - 290 (sequence 15)
- Language
- German
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280 Mitteilungen der Allhmce Isnu-litc Universelle: Die AHiance-Expedition nach dem Temen. 290 Die traurige Existenz dieser Familien -wird dureli drei grovu Lebensabschnitte unterbrochen: Heirat, Geburt und Tod. Sie bieten Gelegenheit zu lärmenden Pesten und endlosen Zeremonien, die die Gemüter beschäftigen und sie von der trüben Wirklichkeit ablenken. Sobald ein Vater für seinen jungen Sohn eine kindliehe Bra.it gewählt, und je nach seinen Mitteln den vereinbarten Preis von 50—100 Francs für sie bezahlt hat, beginnt man in beiden Familien mit den Vorbereitungen zur Hochzeit. Man kauft grosse Mengen von Korn, das man wäscht, trocknet und mahlt, Aepfel xmd Erbsen und andere Vorräte, und wenn alles bereit ist, setzt man den Tag für die Trauungsfeier an. Weder der junge Gatte noch seine Zukünftige haben eine Aussteuer nötig, die Avährend der Hochzeitsfeierlichkeiten getragenen Gewänder werden gegen Entgelt geliehen. Das Fest beginnt am Freitag abend in einem Raum, der zu diesem Zweck mit gedruckten Bildern, mit in Bauschgold gehüllten Früchten, leeren Strausseneiern, brennenden Kerzen und leeren Flaschen geschmückt ist, zwischen denen Rautenzweige angebracht sind. Man verrichtet das Abendgebet, dann wird bis in eine vorgerückte Nachtstunde gegessen und getrunken. Unter einer Girlande von Früchten befindet sich der Ehrenplatz des Bräutigams; er hat zu Ehren des Tages ein schwarzes goldgesticktes Obergewand angelegt und trägt um den Hals die Bernsteinkette mit dem eisernen Ring, die er als Kind getragen hatte, und eine Reihe von in Silberkapseln steckenden Amuletten. Am Samstag kommen dieselben Leute, es folgt dasselbe Festmahl, und so geht es jeden Abend weiter; Verwandte und Freunde bringen ihr Essen und ihren Schnaps mit, essen und trinken gemeinsam und singen dazu die „Pismonim" des Seliebasi. Am Dienstag abend ist grosses Fest bei der Braut. Beim betäubenden Lärm des Tamtams, der mit der Hand oder mit Stöcken geschlagenen Kupferplatten, wird die Braut mit Henna angemalt, die mit schwarzer Farbe gemischt ist. Da anständige Frauen die blosse Haut ihrer Hände und Füsse nicht zeigen dürfen und da sie weder Strümpfe noch Handschuhe tragen, wird die Haut mit komplizierten Zeichnungen Antiseptisch, angenehmer Geschmack. Erhältlich "tn | allen einschlägigen Geschäften. Zahn-Greme und Mundwasser Echte Briefmarken. Preis- ■HHMMMMH^HHMMMi liste gratis send. August Marbes, Bremen (N.) Teppich-Reinigung und alle Nebenarbeiten StaehrSCo.,G»f^s!rM8o. PRÜFET! URTEILET! Ess- Schokolade UNÜBERTROFFEN IN QUALITÄT! 5toUiWerc^s Gold