Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 3 (März 1911)
- Article
- Die Alliance-Expedition nach dem Yemen
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 285 - 286 (sequence 13)
- Language
- German
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2Sö Mitteilungen der Alliance Jsraelite Universolle: Die Allianee-Expedition nach dem Yemen. 2SG grossen gelben bernsteinähnlieheii Kugeln gebildete Kette, die mit einem grossen eisernen Ring geschlossen ist; auc'i an den Füssen hat er eiserne Ringe: das schützt vor de:n bösen Blick. Er trägt noch lange Haare, die sein feines Gesichtehen hübsch umrahmen. Er zeigt sie aber nicht gern, und seine Matter bindet sie ihm in einem prachtvollen Kerkusch ein, das mit vergoldeten Münzen aller Länder und Zeiten verziert ist. Meucha hat einen grossen Fehler, er ist ein Leckermaul; und sein Vater sucht ihn nicht zu bessern, sondern nimmt ihn auf alle Hochzeiten und .Beschneidungen mit, wo er vielerlei zu essen bekommt; Mohrrüben und Zitronen, Aepfel und Nüsse, Gerste und Mais, Mandeln und Bohnen. Mencha vergisst niemals den Segensspruch zu sprechen, che er etwas an den Mund führt, und er spricht immer das richtize. für das entsprechende Nahrungsmittel vorgeschriebene Gebet. Wenn er genug gegessen hat, legt er sich in einen Winkel und schläft ohne Kopfkissen und Decke, bis das Fest zu Ende ist. Des Morgens geht er regelmässig zum Gottesdienst. Er kommt ganz ernsthaft in seinen Schenila gehüllt herein, trippelt auf den Platz neben seinem Vater, öffnet wichtig ein Buch und antwortet immer an der richtigen Stelle „Amen". Mencha ist ein Gelehrter; er kann zwar im Buch noch nicht die Buchstaben unterscheiden, aber er weiss sie auswendig. Mencha hatte einen grossen Ehrgeiz: er wollte nicht mehr Mädchenkleider tragen, sondern ein J~unge sein. Sein Vater hat ihm diesen Wunsch erfüllt und die ganze Familie und alle Freunde haben diesem Fest beigewohnt. Nachdem man gut gegessen und getrunken hatte, schnitt der Friseur ihm die schönen Locken ab und Meucha zog den blauen Rock an. Wie elend sieht er jetzt mit seinem kahl geschorenen Köpfehen und den traurigen Simamim aus. Man setzt ihm schnell ein kleines Kappchen auf — welche Maskerade! Armer kleiner Freund, er wollte gern ein Junge werden und kommt sieh jetzt ganz merkwürdig vor; die Tränen stehen ihm im Auge. Noch einen dritten Freund habe ich, Ibbe. einen Schüler des Mehtep. Er ist ganz glücklich, so oft ich ihn be;uche, und wenn ich wieder fortgehe, begleitet er mich bis an mein Haus. Jeden Freitag rasiert er seinen Kopf und zweimal wöchentlich geht er mit seinem Vater im hehse Bad. Die Juden sind übrigens trotz ihrer Armut von gro:v;er Siuberkeit: während der drei Monate meines Hierseins h;\be ich bei den Juden keinerlei Pickel oder Geschwüre an Glicht. Händen oder Beinen gesehen. In anderen orientalischen Städten sieht nvin in den vom Volk bewohnten Stadtteilen alle Arten von Wunden und Panaritien. Ibbe ist trotz seiner Simamim nicht h'lsslieh. Sein Gesicht ist weiss und rot, die grossen immer lachenden Augen machen den sanften guten Jungen sehr sympathisch. Er hat bemerkt, dass ich Blumen liebe und geht jeden Morgen nach dem einen Kilometer von der Stadt entfernten Garten seines Waters, um einen Rosenstrauss für mich zu pflücken. Ich bin von seinem gemütvollen, zarten Wesen ganz entzückt. Den ganzen Tag ist er im Mehtep, und wenn er bei Sonnenuntergang die Schule verlässt, geht er zuweilen nicht direkt nach Hause, sondern macht mit seinen Kameraden noch einen kleinen Spaziergang über die Hauptstrasse. Manchmal läuft dort ein verirrter Esel ohne Sattel und Zügel umher; alsbald vergessen Ibbe und seine Freunde ihre Schülerwürde, laufen dem Esel nach, fangen ihn und sitzen abwechselnd auf ein paar Minuten auf. Bekanntlich ist dies den Juden verboten; sobald ein Araber sich sehen l'Ust, laufen die Jungen davon. Die armen Kinder haben nicht die kleinste Freude im Leben. Gottesdienst und Unterricht, fromme Bücher und endloser Aufenthalt in Synagoge und Schule in vollständiger Bewegungslosigkeit; keine Pause, REVUE ^mm IlLWUL ^if^üTTSTTj^ 5B5 ESPRIT Heiner flberschwänglichen bombastischen ReRlame :: bedarf das :: Perhydrolmundwasser, denn es ist absolut frei von Säuren und Salze", entfallet deshalb selbst bei jahrelangem Gebrauche keine Nebenwirkung. F:s entwickelt bei Benutzung freien aktiven Sauerstoff in reichlichster Menge und /war in der 10 fachen Menge seines Volums. Deshalb desinfiziert es auch sofort die Mundhöhle, beseitigt alsbald den übelsten Mundgeruch, bleicht die Zähne, vn'rkt auf das Zahnfleisch belebend ein und verhütet Ansteckungen, die durch den Mund erfolgen. KREWEL & Co:: G.m.b H. Chem. Fabrik, KÖLN a/Rhein. Haupt-Detail-Depot für Berlin und Umgegend: ARCONA-AP0THEKE, Berlin N-, Arconaplatz 5 <=> Fernsprecher: Amt III, Nr. 8711. cr> Inferatc in „Oft und Ctteft" haben beften 6rf olg