Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die Alliance-Expedition nach dem Yemen
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 71 - 72 (sequence 4)
- Language
- German
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71 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Die -Alliance-Expeclition nach dem Yeinen. ist TJzcl, und liier sollen wir die Nacht zubringen. Ganz erschöpft strecke ich mich auf einer Matte auf dem Fussboden aus und schlafe ein. 19. Februar. Mit Tagesanbruch stehen wir auf. Seit dem Beginn unsrer Reise war mein Begleiter nicht müde geworden, mir immer von neuem zu wiederholen: „Am allerbeschwerlichsten ist der Weg von Enzel nach Menaha." Etwas ängstlichen Gemüts mache ich mich auf den Weg. Ich gehe wieder zu Fuss, um mich zu erwärmen. Jetzt kommen wir in das richtige gebirgige Land Yenien, ein herrlicher Landstrich, aus einer .Reihe von Hochebenen bestehend, die rings von Gebirgsketten eingescblossen werden. Nachdem man einen Berg umwandelt hat, kommt eine neue Ebene mit neuem Gebirgsgürtel, so geht es auf immer hochsteigendem Wege weiter bis nach Menaha. Die Bergeshänge sind terrassenarlig und abwechselnd mit Gerste und mit Dharra bebaut. Man sieht einzelne schöngewachsene Bäume und in der Tiefe flicssende Gewässer, die die verschiedenen Bassins speisen. Am Fuss einiger Hügel, in der Nähe des Wassers, finden wir die ersten Kaffeanpflanzungen, ziemlich niedrige, ganz grüne Sträucher, die sich im Winde bewegen. Man fühlt sich in die schönsten Gegenden des Libanon versetzt. Die Temperatur ist köstlich, es ist später Vormittag, aber zwischen den hohen Bergen kann die Sonne uns nicht erreichen, so dass das Marschieren ein grosses Vergnügen ist. Der Weg ist allerdings sehr schlecht, er ist stufenartig in den Fels emgehauen. Die Lasttiere legen sich oft nieder und werden _dit grossem Geschrei wieder aufgehoben. Das ist ein strategischer Weg. Hier sind mit ihren Kanonen und Munitionswagen die letzten Truppen durchgezogen, die Yemcn wieder Yemenitische Juden. Der Grossrabijiner Moro Jahyü Jshak Alevy. zuklettern; ich folge ihm auf einem Gemsensteig durch Dornengebüsche. Mehr als einmal reut es mich, diesen Aufstieg unternommen zu haben; die Gipfel folgen einander und jeder ist höher als der vorige. Ich frage, ob es noch weit ist. „Noch fünf Minuten," antwortet immer wieder mein Führer, der mit Katzengewandtheit die Felsen erklimmt. Ich ruhe einen Augenblick, dann gehe ich weiter; ich bleibe ein Weilchen stehen und nehme den Marsch wieder auf. In der Ferne sehen wir die Karawane im Flussbett ruhig und friedlich üires Weges •ziehen; bei jeder Wegbiegung erscheint sie kleiner, denn wir sind bereits 1500 Meter hoch gestiegen. Endlich, als ich schon verzweifelt die Hoffnung aufgegeben hatte, erblicke ich am Rand des Abgrunds eine aus Steinen gebaute Hütte — das Die Ruinen im Judenviertel in Sanaa. I QcUcA&M I einer Cigarette, wie sie sein soll, g ist Salem Hleihum, das beweisen die vielen täuschenden nachahmungen. || nur echt mit Firma auf jeder Cigaretie: Orient. Gabafo- und Cigarettenm Fabrih „Yenidze", §| Inn.: fiugo Zietz, Dresden. g no. 3V» 4 5 6 8 10 , Cf 1 Preis 37» 4 5 6 8 10 g iiiioiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiioiiiiiii