Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 11 (November 1912)
- Article
- Theater
- Date
- 1912-11-01
- Page
- Seite 1057 - 1058 (sequence 4)
- Language
- German
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1057 Felix Stössinger: Theater. 1058 Spiel mit ehrwürdigen Symbolen, und erst ein aus persönlicher Animosität in der Presse entstandener Kampf trieb das Publikum, da3 noch stockte, scharenweise in die Bouffes. Offenbach ist wegen seines satirischen Meisterwerkes schon zu Lebzeiten heftig angegriffen worden, wozu wohl auch der Neid auf einen Künstler beitrug, dessen Werke auf der ganzen Welt in kurzer Zeit einen fast legendären Erfolg hatten. Und man hat besonders dem Juden Offenbach das Spekulative seines Witzes, die „Kulturlosigkeit" seiner Satire vorgeworfen. Auch Strindberg behauptet in seiner Autobiographie: „Als Israeliten hatten sie (Halevy und Offenbach) keine Pietät vor den Ahnen der europäischen Kultur, vor Griechen und Römern, deren Bildung sie als Morgenländer nicht hatten durchmachen müssen. Als Israeliten waren sie skeptisch gegen abendländische Kultur und am meisten gegen die christliche Moral des Abendlandes. DIE WOHNUNGSHYGIENE hat trotz der kurzen Zeit, seit sie Bedeutung erlangt, doch schon erfreuliche Erfolge hinsichtlich der Verbesserung der heutigen Wohnungsverhältnisse aufzuweisen. Ihr ist es zu danken, wenn heute Staat und Gemeinde darüber wachen, dass selbst die geringsten Behausungen jetzt gewissen gesundheitlichen Forderungen genügen müssen, und dass z. B. für bessere Wohnungen neben vielen anderen Annehmlichkeiten das Vorhandensein und die ausgiebige Anwendungsmöglichkeit von kaltem und warmem Wasser als unbedingtes Erfordernis für Körper und Geist gilt Alle neueren Häuser sind heute mit zentraler Warmwasserversorgung ausgestattet und besitzen daher die notwendigen Räume für die Aufstellung des Wasserkessels und zur Lagerung des für seine Heizung nötigen Brennmaterials. Der dafür nötige Platz ist aber oftmals nicht vorhanden bei unzähligen herrschaftlichen Wohnhäusern, die, obgleich noch ziemlich neuen Datums, schon zu einer Zeit entstanden, als man den Einbau derartiger Anlagen noch nicht für erforderlich hielt. Die Besitzer derartiger Häuser müssen daher, wenn sie den Wert ihrer Gebäude nicht mindern, bzw. ihre Häuser auf einer zeitgemässen Höhe halten wollen, diesen den als Notwendigkeit geltenden Komfort geben. Für den nachträglichen Einbau besonders geeignet sind die mit Gas geheizten Warmwasserapparate, da sie keines besonderen Raumes bedürfen und ihr Einbau leicht zu bewerkstelligen ist. Sie bieten dem Hauswirt den Vorteil, dass er die Anlage zur Warmwasserversorgung nach und nach, d. h. in einer Wohnung nach der anderen vornehmen kann. Die wohnungsweise Warmwasser-Anlage ist in diesem Falle stets einer zentralen Versorgung vorzuziehen, da sie, obwohl in der Anschaffung etwas teuerer, für den Mieter, wie für den Hauswirt, im Gebrauche die vorteilhaftere ist. Der Hauswirt braucht sich später gar nicht mehr darum zu kümmern, weil der Betrieb und die dadurch entstehenden Gaskosten Sache des Wohnungsinhabers sind. Im Gegenteil können die Wohnungen, trotz der durch die Warmwasserversorgung hervorgerufenen Wertsteigerung, verhältnismässig billig vermietet werden, da an Bedienungskosten, Brennmaterial, Kesselreparaturen und ausserdem auch sehr viel an Wasser gespart wird, weil der Mieter, der das Gas entsprechend seinem Verbrauch an warmem Wasser zu bezahlen hat, damit so sparsam als möglich umgehen wird. Die neueren Warmwasserapparate werden an der Wand befestigt, nehmen also keinen besonderen Platz in Anspruch und können infolge ihrer reinlichen Arbeitsweise und ihrer schmucken Form wegen, unbedenklich überall angebracht werden. Sie sind direkt an die Gas- und Wasserleitung angeschlossen und liefern also das warme Wasser völlig frisch aus der Wasserleitung und unter deren Druck, Man kann es daher unbedenklich für alle Zwecke des Haushaltes und Berufes verwenden. Zufolge der automatischen Arbeitsweise bedarf es nur der Oeffnung des Wasserhahnes, um den Apparat zu betätigen. Das Wasser erwärmt sich, während es durch den Automaten strömt, sodass man schon nach 30 Sekunden völlig warmes Wasser hat und zwar von der Wärme, auf die der Temperaturregler des Apparates eingestellt wurde. Da sich beim Zudrehen des Wasserhahnes auch gleichzeitig das Gasventil schliesst, so findet ein Gasverbrauch nur während der Warm Wasserentnahme statt. Dadurch ist jede ungewollte Gasverschwendung ausgeschlossen und eine denkbar wirtschaftliche Arbeitsweise garantiert Da die Fabrikation derartiger Apparate in den Händen grosser Firmen liegt, die sich auf langjährige Erfahrungen und gute Erfolge auf diesem Gebiete stützen können, kann man sicher sein, dass Konstruktion und Material den höchsten Anforderungen genügen werden. Die Verbrennung des Gases ist eine vollkommene und die Gashähne sind so gesichert, dass eine unsachgemässe Behandlung, die den Apparat gefährden könnte, so gut wie ausgeschlossen erscheint. Ausserdem sind die besseren Apparate noch mit Wärmereglern ausgestattet, wodurch Unbrauchbarwerden durch Ueberhitzung sozusagen unmöglich gemacht wird. Näheres darüber finden Interessenten in der illustrierten Broschüre „Zentrale Warm* Wasserversorgung", die von der Vertriebsabteilung F der Gasgesellschaft, Berlin S 42, Gitschiner Strasse 19 kostenlos zu beziehen ist. Eine erhöhte Bedeutung gewinnen die Apparate z Z. dadurch, dass, wie bisher im Stadtbezirk Berlin in Zukunft auch in den Gemeinden Berlin- Schöneberg, -Schmargendorf-Grunewald, -Nikolassee, -Marienfelde und -Tempelhof auf das zur zentralen Warmwasserversorgung in ganzen Häusern oder auch einzelnen. Wohnungen verwendete Gas, ohne Rücksicht auf die Höhe des Gesamtkonsums, ein Rabatt von 20 % gewährt wird. Da auch mit anderen Gemeindebezirken Grossberlins ähnliche Verhandlungen angeknüpft sind, so lässt sich in absehbarer Zeit auch für diese die gleiche Verbilligung erwarten. Mtt