Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1912)
- Article
- Exposé betr. Stellungnahme des Central-Comités der Alliance Israélite Universelle zu einer neuen deutschen Sonder-Organisation
- Date
- 1912-10-01
- Page
- Seite 947 - 948 (sequence 1)
- Language
- German
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9il HS --------''Iffffi MITTEILUNGEN rh nr o^iy reau des Central-GDmiteSvRarisA&RuelaBruyeee des Centrai-Comites der # AllianÄeleUniverselle brt^W Deutsches Bureau:Xharlottenburg.Grolman 'Str^j EXPOSE BETR. STELLUNGNAHME DES CENTRAL-COMITES DER ALLIANCE ISRAELITE UNIVERSELLE ZU EINER NEUEN DEUTSCHEN SONDER-ORGAN1SATION. Das Central-Comite der A. I. U. hat in seiner Sitzung vorn 4. September beschlossen, von der Annahme der Statuten einer neuen Organisation in Deutschland, die den Namen ,,Deutsches Comite der A. I. U." führen sollte, Abstand zu nehmen. Wir glauben, es unseren bewährten Mitarbeitern und unseren geschätzten Mitgliedern in Deutschland schuldig zu sein, eine Aufklärung über die Gründe zu geben, weshalb sich das Central-Comite der A. I. U. veranlasst gesehen hat, einen dahingehenden Beschluss zu fassen. Vor allem sind die uns vorgelegten Statuten im Grossen und Ganzen weiter nichts als eine neue, in manchen Punkten sogar zuungunsten der Universalität geänderte Fassung der Satzungen der D. C. G., deren Tätigkeit, wie allgemein bekannt, auf den guten Fortgang unserer Gesellschaft störend gewirkt hat. Es dürfte sich wohl erübrigen, abermals darauf hinzuweisen, dass die D. C. G. ausschliesslich zu dem Zwecke gegründet worden war, die Propaganda zugunsten der Alliance tatkräftig zu fördern und dass ihre Aufgabe hauptsächlich darin bestand, der Alliance neue Anhänger in Deutschland zu gewinnen. Durch die Gründung eines Bureaus, die Anstellung eines Geschäftsführers an dessen Spitze, die Zentralisierung sämtlicher aus Deutschland eingehenden Beiträge in Berlin, die Inanspruchnahme eines beträchtlichen Budgets, schliesslich durch das Verhalten des Präsidiums dieser Organisation, wurde aber die D. C. G. in Wirklichkeit nichts anderes als ein Central-Comite in Deutschland. Wie sehr ein solcher Tatbestand bald nachteilig wirken sollte, ist noch in Aller Gedächtnis. Infolge des Wirkens der D. C. G. wurde die Einheitlichkeit der Alliance, sowohl in ihrer Leitung als in ihrer Aktion überhaupt äusserst gefährdet. Die Einheitlichkeit der Leitung wurde, wie nicht anders möglich, von dem Tage an geschädigt, wo die D. C. G. als ein einigermassen selbständiger Organismus konstituiert, sich dem Willen des Centrai-Comites entgegensetzte, als Kampfesorganisation auftrat, sich das Recht beimass, für solche Hilfswerke in Deutschland, die den Zwecken der Alliance fernstanden, über die Beiträge der deutschen Mitglieder zu verfügen. Dadurch wurde gleichzeitig in die Einheitlichkeit der Aktion der Alliance eingegriffen; denn, wenn einmal die finanzielle Mitwirkung der deutschen Mitglieder an Ort und Stelle, und zwar für besondere Zwecke ihre Verwendung zu finden hatte, so lag kein Grund vor, weshalb die Zweigvereine in anderen Ländern hiervon Abstand nehmen und auch in ihren respektiven Wirkungskreisen diesem Beispiele nicht folgen sollten. Wie stünde es aber dann mit den Einkünften, auf die das Central-Comite, zur Sicherung des Fortbestandes des allgemeinen Werkes zu rechnen beanspruchen darf, und die sich gerade in einem beträchtlichen Masse aus den Mitglieder^ beiträgen der verschiedenen Länder zusammen-, setzen? .. .. Unseren deutschen Glaubensgenossen habfcii die ausgebrochenen Konflikte den Beweis vor* Augen geführt, dass es ein Fehler gewesen, ein* Organ in's Leben treten zu lassen, das gegen di^ Statuten, gegen den Gedanken der Alliance, gegen die Rechte des Centrai-Comites verstössL Infolge . wohlbekannter Zwischenfälle, sah sich