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Ost und West · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. Seite 915 - 916

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Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
Über die Notwendigkeit einer Genealogie jüdischer Familien
Date
1912-10-01
Page
Seite 915 - 916 (sequence 1)
Language
German
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915 916 UEBER DIE NOTWENDIGKEIT EINER GENEALOGIE JUEDISCHER FAMILIEN. Von Felix Halle. IL Meine Anregung, eine Genealogie j üdischer Familien1) zu schaffen, hat Interresse erregt; der Grundgedanke der Herausgabe eines solchen Werkes fand allseitige Zustimmung; für den Anlageplan gingen die Wünsche — wie es bei den abweichenden religiösen und politischen Meinungen erklärlich erscheint — auseinander; in einigen Punkten sind meine Absichten missverstanden worden. Um nun den Lesern dieser Zeitschrift ein möglichst anschauliches Bild über die geplante Ausführung zu geben, hat die Redaktion am Ende des Artikels die Hauptteile meines Programmes im Schema abgedruckt. Einige Worte zur Erläuterung des Anlageplanes seien gestattet. Der erste Teil des Werkes soll die Genealogieen *) Im gewöhnlichen Sprachgebrauch spricht man nur von der Genealogie einer bestimmten Familie, aber von den Genealogieen mehrerer Geschlechter, dem zufolge hätte ich nur von einer Sammlung von Genealogieen oder einem genealogischen Handbuch reden dürfen. Genealogie (genealogia) bedeutet aber auch Geschlechtsregister (vergl. Grimms Wörterbuch). In diesem und zwar im weitesten Sinne des Begriffes gebrauche ich das Wort, wenn ich von einer Genealogie jüdischer Familien spreche. der hervorragendsten jüdischen Familien Europas — später die der ganzen Welt —. enthalten; ein strenges Ausleseprinzip ist für diesen Teil gewällt worden, um auf einem verhältnismässig beschränkten Räume zeigen zu können, wieviel Persönlichkeiten, die für die gegenwärtige gesamte Menschheit Bedeutung haben, aus jüdischen Familien stammen, vor allem aber um zu beweisen, dass die Juden nicht nur im allgemeinen sehr intellegent sind, sondern, dass sie auf den einzelnen Gebieten wirkliche Grössen hervorgebracht haben. Der Referent, der in der vorigen Nummer über mein Pogramm berichtete, hat nun angenommen, rass durch diese Methode die ausländischen Juden benachteiligt werden würden. Das ist ein Irrtum. In den ersten Teil sollen die hervorragendsten jüdischen Familien — einschliesslich Deutschlands — nach völlig gleichen Grundsätzen aufgenommen werden. Die anderen Teile des Gesamtwerkes werden die Genealogieen angesehener jüdischer Familien der einzelnen Länder bringen. Ein grösseres Geschlechterbuch der angesehenen jüdischen Familien Deutschlands soll die Reihe der speziellen Genealogieensammlungen eröffnen. Diese Reihenfolge ist in der geschichtlichen Entwicklung begründet. Hat doch ein grosser Teil der italienischen,2) der französischen vor allem aber der englischen und amerikanischen Juden während früherer Epochen in Deutschland gelebt und ist dort, wie seine Namen3) und die Sprache der älteren Generationen beweisen, in die europäische Kulturwelt eingetreten. Eine gute Genealogie der deutschen Juden wird daher eine überaus wertvolle, ja unentbehrliche Vorarbeit für die Genealogieen der englischen, der amerikanischen und anderer E. van Becver: Interieur. -) Vergl. den Aufsatz des Herrn Professor Loevinson über ..Die Juden Italiens" in der vorigen Nummer von vOst und West". 3; Vergl. den Aufsatz „üeber den jüdischen Adel Englands" in Xo. L Jg. XII von ..Ost und West".

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