Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 9 (September 1912)
- Article
- Über die Notwendigkeit einer Genealogie jüdischer Familien
- Date
- 1912-09-01
- Page
- Seite 825 - 826 (sequence 5)
- Language
- German
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825 Felix Halle: Ueber die Notwendigkeit einer Genealogie jüdischer Familien. 826 LEO BAKST. Terror antiquus. (Auf der Brüsseler Weltausstellung mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet.) ST. PETERSBURG, Durch die verwandtschaftlichen Beziehungen der Familien, Verschwägerungen, sowie durch die Uebersiedelungen ergänzen sich die Bände. Jahrgänge würden sie allmählich vervollständigen. — Weitere Teile des Gesamtwerkes müssten die Genealogieen der jüdischen Familien der anderen Länder enthalten. Es ist Zeit, mit der Verwirklichung unserer Idee zu beginnen. Noch sind die Ortswechsel des letzten Jahrhunderts im Gedächtnis der lebenden Familienangehörigen und die Auffindung älterer Urkunden durch die Kenntnis des Wohnorts der Familie zur Zeit der Emanzipation erleichtert. Es wird daher in vielen Fällen möglich sein, bis zunr Anfang des neunzehnten Jahrhunderts lückenlose Stammreihen zuerhalten, eine Arbeit, die in späteren Epochen sehr erschwert, oft aber unausführbar sein würde. Wenn künftig — angeregt durch das Erscheinen des genealogischen Handbuches — tamiiiengeschichtliche Aufzeichnungen vorgenommen werden und mit den vorhandenen älteren Notizen durch Abdruck gegen den Untergang geschützt bleiben, so muss das jüdische Geschlechterbuch mit der allmählichen Vervollständigung eine Personalchronik der angesehensten jüdischen Familien werden und bei der Bedeutung dieser Häuser einen dauernden Wert behalten. Nicht zum geringsten ist schliesslich die moralischpädagogische Wirkung anzuschlagen, die der Besitz eines solchen Buches auf die heranwachsende Jugend der aufgenommenen Familien ausüben muss. Die Lektüre der Familiengeschichte erweckt oder verschärft das Zugehörigkeitsbewusstsein, und aus diesem erwächst wiederum ein verstärktes Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber der engsten Blutgemeinschaft. Die Kenntnis der väterlichen Vorarbeit spornt zur Nacheiferung an.